Der Dorfverein.

Chronik des SV Sandhausen

Saison 2014/2015

Vor Beginn der Saison verstärkte sich der SV Sandhausen mit einigen Neuzugängen. Aus der zweiten Mannschaft von Bayer Leverkusen kamen Aziz Bouhaddouz, Alexander Bieler und Leart Paqarada an den Hardtwald. Weiterhin sicherte sich der SVS die Dienste von Kevin Kratz (Eintracht Braunschweig), Moritz Kuhn (SG Sonnenhof-Großaspach), Robert Zillner (SpVgg Greuther Fürth), Marc Pfertzel (Union Berlin), Jim-Patrick Müller (Jahn Regensburg), René Gartler (SV Ried) und Andrew Wooten (1. FC Kaiserslautern). Die Sommerpause wurde außerdem genutzt, um das Hardtwaldstadion auf die von der DFL geforderte Kapazität auszubauen. Es entstand die INWO-Tribüne sowie die Volksbank Fan-Tribüne, sodass nun 15.414 Zuschauer im Stadion Platz finden.

Nachdem sich die Mannschaft unter anderem im Trainingslager in Bad Wörishofen auf die neue Spielzeit vorbereitet hatte, begann diese mit einem Auswärtsspiel bei Darmstadt 98. Der Saisonauftakt beim Aufsteiger ging unglücklich mit 0:1 verloren. Zum ersten Heimspiel 2014/2015 empfing der SVS den 1. FC Kaiserslautern im leider noch nicht gänzlich fertiggestellten Hardtwaldstadion. Nach einer torlosen ersten Halbzeit besorgte Ring den Führungstreffer für die Gäste, ehe der eingewechselte Alexander Bieler kurz vor Spielende sehenswert zum 1:1 ausglich. Nach zwei Niederlagen in Hamburg und Zuhause gegen Ingolstadt, feierte der SV Sandhausen am 5. Spieltag im Heimspiel gegen Greuther Fürth den ersten Saisonsieg. Andrew Wooten gelang hier in der 83. Minute der einzige Treffer der Partie. Auch in den darauffolgenden Partien in Aalen und im Heimspiel gegen 1860 München besorgte Wooten den Siegtreffer zum 1:0 für den SVS.

Infolgedessen hatte der SV Sandhausen eine Sieglos-Serie mit drei Niederlagen (gegen Eintracht Braunschweig, FSV Frankfurt und Union Berlin) sowie zwei Unentschieden (gegen Aue und in Karlsruhe) zu überstehen. Im Anschluss gelang ein Sieg gegen den 1. FC Nürnberg, ehe man sich in Heidenheim 0:3 geschlagen geben musste. Im Heimspiel gegen RB Leipzig fielen keine Tore, doch Anfang Dezember sorgten Aziz Bouhaddouz und Seyi Olajengbesi für drei Treffer beim 3:1 in Düsseldorf.

In der letzten Begegnung der Hinserie, im Hardtwaldstadion gegen den VfL Bochum, fielen auf beiden Seiten keine Tore. Vor der Winterpause standen abschließend noch zwei Partien der Rückrunde auf dem Programm: Zuhause gegen Darmstadt (1:2) und in Kaiserslautern (0:1) musste sich die Schwartz-Elf jeweils dem Gegner geschlagen geben.

Mit 17 Zählern ging der SVS nach 19 Spieltagen auf dem 15. Tabellenplatz in die Winterpause. Zu diesem Zeitpunkt standen fünf Siege, fünf Unentschieden und neun Niederlagen zu Buche.

In der Winterpause bereitete sich die Mannschaft im Trainingslager in der Türkei auf die bevorstehenden Aufgaben im Jahr 2015 vor. Die Transferperiode im Winter nutzte der SVS zur Verstärkung des Teams. Steven Zellner (1. FC Kaiserslautern) und Solomon Okoronkwo (Erzgebirge Aue) wurden verpflichtet. Außerdem stieß Eric Schaaf von der U 23 zum Profikader und José Antonio Delgado Villar (kurz: Nono) kam auf Leihbasis für die Rückserie von Real Betis Sevilla in die Kurpfalz.

Zum Auftakt kam die Mannschaft vor eigenem Publikum nicht über ein 0:0 gegen den FC St. Pauli hinaus. Im darauffolgenden Auswärtsspiel feierte das Team um Kapitän Stefan Kulovits jedoch einen verdienten 3:1-Erfolg beim späteren Aufsteiger aus Ingolstadt. Auf ein 0:0 in Fürth folgte sowohl ein Erfolg gegen den VfR Aalen als auch ein 3:2-Sieg über die Löwen in München. Am 28. Spieltag gelang ein wichtiger Auswärtssieg in Aue. Hier sorgte Alexander Bieler für den 1:0-Siegtreffer. Im Anschluss folgten ein Unentschieden gegen Karlsruhe, eine Niederlage in Nürnberg, sowie ein weiteres Remis gegen Heidenheim. In der vorletzten Auswärtspartie in Leipzig zeigte die Schwartz-Elf eine überragende Vorstellung. Marco Thiede und Aziz Bouhaddouz mit einem Hattrick sorgten für den 4:0-Endstand, dem höchsten Sieg in der Zweitligageschichte des SV Sandhausen.

In der Woche nach diesem Erfolg musste der SVS jedoch vermelden, dass er aufgrund von Verstößen gegen die Lizensierungsordnung mit Blick auf Form und Inhalt relevanter Unterlagen mit einem sofortigen Punktabzug sowie einem Abzug zu Beginn der neuen Saison von jeweils drei Punkten bestraft worden ist. Somit war der zuvor sicher geglaubte Klassenerhalt doch noch einmal gefährdet. Das letzte Heimspiel der Saison 2014/2015 verloren die Gastgeber mit 0:2 gegen Fortuna Düsseldorf, das letzte Rundenspiel in Bochum endete 0:0. Letztendlich feierten die Mannschaft, der Verein und die Fans doch noch den weiteren Verbleib in der 2. Bundesliga. Der SVS schloss die Saison mit 39 Zählern auf dem 12. Tabellenplatz ab. Mit zehn Siegen, zwölf Unentschieden und zwölf Niederlagen liest sich die Bilanz des SVS recht ausgeglichen. 32 Treffer erzielte die Mannschaft, 37 Tore musste sie jedoch hinnehmen. Daraus resultiert ein Torverhältnis von -5.

Nach dem Ende der Spielzeit verließen Lukas Kübler (zum SC Freiburg), Manuel Riemann (zum VfL Bochum), Nicky Adler (zu Erzgebirge Aue), Solomon Okoronkwo, René Gartler (zu LASK Linz), Timo Achenbach, Marc Pfertzel, Max Müller und Michael Hiegl (zum FCA Walldorf) den Verein.  

 

 

Saison 2013/2014

Die Vorbereitungen auf die Saison 2013/2014 waren von vielen Unsicherheiten geprägt. Zunächst plante man nach dem Ende der Saison, die man auf Platz 17 abgeschlossen hatte, für die 3. Liga. Nachdem jedoch bekannt wurde, dass Duisburg nicht die nötige Lizenz erhalten hat, war lange unklar, wie es für den SV Sandhausen weitergehen würde. Ab diesem Zeitpunkt musste der Verein also zweigleisig konzipieren, da man erst nach der endgültigen Entscheidung des Schiedsgerichts definitive Planungssicherheit erhalten würde. Am 19. Juni verkündigte dann das Ständige Schiedsgericht, dass die Klage des MSV Duisburg gegen die Nicht-Erteilung der Lizenz abgelehnt worden ist und der SV Sandhausen somit weiterhin in der 2. Bundesliga spielen darf. Nach der Entscheidung über den Ligaverbleib konnte der SVS mit der Kaderplanung für die kommende Saison fortfahren. In der Sommerpause wurden so unter anderem die Verpflichtungen von Florian Hübner, Stefan Kulovits, Manuel Riemann und Ranisav Jovanovic bekanntgegeben.

Wie bereits in der vergangenen Saison startete der SV Sandhausen auch 2013 mit einem Unentschieden in die zweite Spielzeit des Vereins in der 2. Bundesliga. Auf den ersten Punktgewinn folgte eine knappe 0:1-Niederlage bei Erzgebirge Aue, ehe am ersten Augustwochenende die 1. Runde des DFB-Pokals anstand.            

Im Hardtwaldstadion empfing der SV Sandhausen den Erstligisten 1. FC Nürnberg. In einer hochspannenden und dramatischen Partie wurde Manuel Riemann schließlich im Elfmeterschießen zum gefeierten Helden, da er gegen Hanno Balitsch und Marvin Plattenhardt parierte.

Im Ligabetrieb folgten auf die Pokalsensation zwei Unentschieden vor heimischem Publikum gegen Energie Cottbus und den Karlsruher SC. Auf einen Auswärtsdreier bei 1860 München sowie einen Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern schloss sich die 2. Runde im DFB-Pokal an. Per Losverfahren wurde der Regionalligist SC Wiedenbrück 2000 als Gegner des SV Sandhausen gezogen. Beim ostwestfälischen Viertligisten konnte das Team von Alois Schwartz mit einem 3:1-Sieg in das Achtelfinale des Pokalwettbewerbs einziehen. 

In der 2. Bundesliga lief es zu diesem Zeitpunkt sehr gut für die Mannschaft des SVS. In den Begegnungen gegen den VfL Bochum, den FSV Frankfurt, den FC Ingolstadt sowie den späteren Aufsteiger SC Paderborn konnten 3 Punkte verbucht werden. Zusammen mit den Unentschieden gegen Dynamo Dresden und den FC St. Pauli wuchs das Punktekonto des SVS stetig weiter an. Am 4. Dezember fand dann in der Commerzbank-Arena das Achtelfinale im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt statt. Auch in dieser Partie entwickelte sich ein hochspannendes Spiel: Joselu hatte die Eintracht mit zwei Toren in Führung gebracht, ehe Sebastian Rode durch ein Eigentor und Simon Tüting zum 2:2 ausglichen. Allerdings konnte die Mannschaft die Partie nicht zu ihren Gunsten drehen, stattdessen erzielte Václav Kadlec in der 72. Minute das 3:2 und erneut Joselu besorgte in der 90. Minute den 4:2 Endstand. Mit ein wenig mehr Glück wäre an diesem Abend die Pokalsensation möglich gewesen, doch auch Trainer Alois Schwartz resümierte: „Wenn man zehn Mal gegen die Eintracht spielt, hat man als Zweitligist vielleicht einmal die Möglichkeit, zu gewinnen. Heute Abend hatten wir eine solche Chance, doch Kleinigkeiten fehlten für die Sensation“.

In der Liga liest sich die Bilanz der letzten drei Partien vor der Winterpause ausgeglichen: Die Begegnung am Hardtwald gegen die SpVgg Greuther Fürth ging verloren, auswärts beim VfR Aalen sorgte ein 1:1 für einen Punktgewinn und das letzte Heimspiel gegen Erzgebirge Aue gewann der SVS mit 1:0.

Nach einer sehr guten Hinserie überwinterte der SV Sandhausen in der Saison 2013/2014 mit 27 Zählern auf dem 9. Tabellenplatz und hatte damit schon mehr Punkte erspielt als in der gesamten vorherigen Spielzeit.

Im ersten Spiel im Jahr 2014 stand für den SV Sandhausen eine Auswärtsbegegnung in Cottbus auf dem Plan. Hier besorgte Ranisav Jovanovic in der 86. Minute den späten Siegtreffer und sorgte für den ersten Dreier der Rückrunde. Im Anschluss daran musste die Mannschaft jedoch Niederlagen gegen den 1. FC Köln, den Karlsruher SC sowie den 1. FC Kaiserslautern hinnehmen. An den Spieltagen 25 bis 27 wurden drei Siege in Folge erzielt. So war das Team um Kapitän Julian Schauerte gegen Arminia Bielefeld, den VfL Bochum sowie den 1. FC Union Berlin erfolgreich. Hierauf folgte ein Unentschieden bei Dynamo Dresden sowie eine Niederlage gegen den FC St. Pauli. Am 30.Spieltag erreichte der SV Sandhausen mit einem 3:0-Auswärtssieg beim FSV Frankfurt die erlösende Marke von 44 Punkten und hatte sich somit rechnerisch den Verbleib in der 2. Bundesliga gesichert.

In den letzten vier Partien war dann nach dem Klassenerhalt ein wenig die Luft raus, so dass die letzten Partien der Spielzeit allesamt verloren gingen. Somit beendete der SV Sandhausen die Spielzeit 2013/2014 mit 44 Zählern auf dem 12. Tabellenplatz. Nach der Spielzeit musste der Verein den Abgang des Mannschaftsführers Julian Schauerte zu Fortuna Düsseldorf verkraften. Nach fünf Jahren am Hardtwald wollte sich Schauerte verändern und einen nächsten Schritt in seiner Karriere wagen. Außerdem verließen Danny Blum, Nico Klotz, David Ulm und Radoslav Zabavnik den SVS. Weiterhin kehrten die Ausgeliehenen Björn Kluft, Markus Mendler und Matthias Zimmermann zu ihren Vereinen zurück.

Saison 2012/2013

Am Ende der Saison 2011/2012 konnte der SV Sandhausen den bisher größten Erfolg der Vereinsgeschichte feiern:  Die Kurpfälzer schafften den erstmaligen Aufstieg in die 2. Bundesliga und dies sogar als Meister der 3. Liga. Dieser Triumph gelang der Mannschaft unter Gerd Dais, dem ehemaligen Spieler und bereits mehrmaligen Trainer des SVS. In der neuen Saison hießen die Gegner am Hardtwald nun nicht mehr Wacker Burghausen oder Chemnitzer FC sondern 1. FC Kaiserslautern, Hertha BSC, 1. FC Köln, TSV 1860 München und Eintracht Braunschweig. Mit dem Aufstieg erreichten der SV, der kleinste deutsche Profi-Club, und die Gemeinde Sandhausen über Nacht deutschlandweite Bekanntheit.

Nun standen am Hardtwald jedoch einige Maßnahmen und Veränderungen an, um die Auflagen der DFL erfüllen zu können. Zum einen musste die Kapazität des Stadions vergrößert werden. Diese Herkulesaufgabe konnte innerhalb von 4 Monaten gestemmt werden, in denen die Tribüne A3 sowie die Nordtribüne neu gebaut wurden. Die Tribüne A3 wurde dann das neue Zuhause der Fanclubs und das Fassungsvermögen des Hardtwaldstadions vergrößerte sich von 10.200 auf 12.100 Zuschauer. Weiterhin musste eine Rasenheizung installiert und ein Fernsehturm gebaut werden. Außerdem wurden neue Hospitalityräumlichkeiten im Inneren der Nordtribüne errichtet, die auch insgesamt neun Logen beinhalten.

Trotz der Rolle als Neuling gestaltete sich der Saisonstart des SVS durchaus solide. Man startete mit einem Sieg, drei Unentschieden und zwei Niederlagen nach den ersten sechs Spieltagen. Das erste Tor der Sandhäuser in der Zweiten Liga schoss Simon Tüting am ersten Spieltag im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt. Der erste Sieg in der Zweitligahistorie des SV Sandhausen gelang der Mannschaft am 3. Spieltag Zuhause gegen Union Berlin. Ein weiteres Highlight der Saison 2012/2013 war für den Verein das Spiel auf Schalke in der 2. Runde des DFB-Pokals, in die man nach einem Sieg gegen Energie Cottbus eingezogen war. Trotz der 3:0-Niederlage in Gelsenkirchen war dieses Spiel ein besonderer Moment für den Zweitliga-Debütanten.

Die Niederlage am 6. Spieltag gegen den SC Paderborn war hingegen der Beginn einer Niederlagenserie, während derer der SV Sandhausen acht Spiele in Folge verlor. Nach diesem deutlichen sportlichen Abwärtstrend verkündeten die Sandhäuser am 19. November 2012 die Beurlaubung von Trainer Gerd Dais und stellten am darauffolgenden Tag Hans-Jürgen Boysen als seinen Nachfolger vor.

Das Heimspiel des SVS am 27. Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern war das erste Heimspiel der Kurpfälzer in der 2. Bundesliga, bei dem das umgebaute Hardtwaldstadion ausverkauft war.

Nachdem aufgrund des bereits erheblichen Rückstandes auf den Relegationsplatz ein Verbleib in der 2. Liga so gut wie ausgeschlossen werden konnte, verkündete Jürgen Machmeier am 01. Mai das Ende der Zusammenarbeit zwischen dem SVS und Hans-Jürgen Boysen. „Der Verein hat es verdient, rechtzeitig ein Signal zu erhalten“, erklärte Boysen seine bereits Tage zuvor getroffene Entscheidung. „Der SVS soll unvorbelastet in die neue Runde gehen.“

Am 03. Mai stand dann zunächst einmal der Abstieg des SVS in die 3. Liga fest. Nach dem Sieg von Dynamo Dresden gegen Paderborn war der Vorsprung der Sachsen auf uneinholbare elf Punkte angewachsen, was den sportlichen Abstieg des SV Sandhausen besiegelte, der sich bereits seit dem 22. Spieltag auf dem 17. Tabellenplatz befand.

In der Woche vor dem letzten Spieltag konnte der SVS dann eine wichtige Personalentscheidung verkünden: Alois Schwartz wurde am 15. Mai als Nachfolger von Hans-Jürgen Boysen am Hardtwald vorgestellt, nachdem er zwei Tage zuvor seinen Vertrag beim FC Rot-Weiß Erfurt aufgelöst hatte. Schwartz erhielt einen Zweijahresvertrag und erklärte: ,,Ich brenne auf meine neue Aufgabe. Ich bin überzeugt, dass es mit dem SV Sandhausen wieder aufwärts gehen kann.“

 

Eineinhalb Wochen nach dem Ende der Saison 2012/2013 kam dann die überraschende Nachricht, dass der Lizenzierungsausschuss des Liga-Verbandes dem MSV Duisburg die Lizenz für die Spielzeit 2013/2014 verweigert hatte. Als der Einspruch von Duisburg gegen diese Entscheidung abgewiesen worden war, stand fest, dass der SV Sandhausen, obwohl er die Spielzeit als 17. beendet hatte, dennoch in der 2. Liga verbleiben wird.

Saison 2011/2012

Ein frühes Highlight der Spielzeit 2011/2012 stand bereits im Juli mit der ersten Runde des DFB-Pokals an: Vor ausverkaufter Kulisse traf der SV Sandhausen auf den Deutschen Meister Borussia Dortmund. Obwohl sich die Mannschaft über weite Teile des Spiels gut verkaufte, konnte sie eine 3:0-Niederlage gegen den BVB nicht verhindern. In die Bundesligasaison starteten die Sandhäuser zunächst durchschnittlich. Unter Gerd Dais, der bereits seit Februar 2011 am Hardtwald tätig war, gewann die Mannschaft von den ersten sechs Spielen drei, verlor eins und trennte sich in zwei Partien unentschieden. Nachdem die durchwachsene erste Saisonphase überstanden war, festigte sich die Mannschaft von Spiel zu Spiel und stand so bereits ab dem 12. Spieltag ununterbrochen auf einem Aufstiegsrang. Mit Siegen gegen direkte Konkurrenten um die oberen Tabellenplätze konnte die Mannschaft wichtige Ausrufezeichen setzen: So gewann der SVS am 1. Spieltag mit 2:0 gegen den VfR Aalen, am 9. Spieltag mit 2:1 gegen Jahn Regensburg und am 12. Spieltag 2:1 gegen Rot-Weiß Erfurt. Allerdings erklärte Trainer Gerd Dais: „Die Big Points in den Spitzenspielen bringen wenig, wenn man die anderen Aufgaben nicht löst. Wir haben über die gesamte Saison hinweg konstant gepunktet“.

In einem Testspiel im Februar gegen den Zweitligisten Karlsruher SC zeigte der SV Sandhausen eine engagierte Vorstellung und die beiden Mannschaften trennten sich 1:1.

Am 21. April 2012 konnte der SVS dann frühzeitig den Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse perfekt machen. Durch einen 2:1-Auswärtssieg beim SC Preußen Münster konnten die Kurpfälzer ihren Vorsprung bereits am drittletzten Spieltag so weit ausbauen, dass sie nicht mehr von einem Abstiegsrang verdrängt werden konnten. Letztlich schloss der SVS die Saison mit 66 Punkten sogar als Meister der 3. Liga ab. Der vereinsinterne Torschützenkönig war Frank Löning, der für den SV Sandhausen 13 Tore erzielen konnte. Dies führte ihn auf Platz 4 der Torjägerliste der gesamten 3. Liga in der Spielzeit 2011/2012.

Drei Tage nachdem der SV Sandhausen den Aufstieg perfekt machen konnte, musste er eine bittere Niederlage hinnehmen: Im Halbfinale des Badischen Pokals gegen die SpVgg Neckarelz verloren die Kurpfälzer nach Verlängerung im Elzstadion mit 2:0.

Sowohl vor dem letzten Spiel gegen Heidenheim als auch am Tag nach dem letzten Spieltag der Saison fanden dann in Sandhausen die offiziellen Feierlichkeiten des Aufstiegs und der Drittligameisterschaft statt. Nach dem Schlusspfiff nahm der DFB die Meisterschaftsehrung vor und übergab den Kurpfälzern den 40.000€ teuren Meisterschaftspokal, Medaillen für die Spieler sowie den Meisterschaftswimpel. Anschließend fand nach Abpfiff auf dem Vorplatz des Stadions eine Feier mit Freibier und einer Band statt, bei der sich die Mannschaft auch nochmals den Fans präsentierte. Am nächsten Tag fuhr das Team mit einem Autokorso vom Hardtwaldstadion zum Rathaus der Gemeinde, wo sie von Bürgermeister Georg Kletti und dem Gemeinderat empfangen wurde.

Saison 2010/2011

Die Saison 2010/2011 konnte der SV Sandhausen mit 46 Punkten auf dem 12. Tabellenplatz beenden. Eine Übersicht aller 38 Spieltage zeigt mit elf Siegen, 13 Unentschieden und 14 Niederlagen eine relativ ausgeglichene aber leicht negative Bilanz der Mannschaft, die sich letztendlich auch in dem mittleren Tabellenplatz widerspiegelt. Die meisten Tore für die Kurpfälzer erzielte in dieser Spielzeit Frank Löning mit 13 Treffern, gefolgt von Regis Dorn mit 6 und Tim Danneberg mit 5 Toren. Löning absolvierte auch die meisten Spiele für die Sandhäuser (34). Nach ihm folgen David Ulm mit 33 und Regis Dorn und Tim Danneberg mit jeweils 32 Einsätzen. Mit 13 Treffern rangiert Frank Löning auf Rang 8 der Torjägerliste der gesamten Liga. Auch in Bezug auf Fairplay lag der SV weit vorne: Keinem Spieler musste in der Spielzeit 10/11 eine rote Karte gezeigt werden. Im Durchschnitt kamen in dieser Saison 2191 Zuschauer ins Hardtwaldstadion. Damit liegt der SV Sandhausen im Zuschauerschnitt auf Platz 16 von allen 20 Mannschaften der 3. Liga.

Gegen Hansa Rostock, die am Ende der Spielzeit als zweiter der Liga in die 2. Bundesliga aufgestiegen sind, gelang dem SVS ein 1:0-Sieg in der Ferne und gegen den dritten Aufsteiger Dynamo Dresden konnte die Mannschaft im Hardtwaldstadion 4:1 gewinnen.

Zu Beginn der Saison 10/11 war Frank Leicht Trainer am Hardtwald. Bereits im Februar 2010 hatte der ehemalige B-Jugendtrainer des VfB Stuttgart den Posten von Gerd Dais übernommen und leitete die Mannschaft bis September 2010. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der SVS mit sieben Punkten nach 7 Spielen im hinteren Feld der Tabelle und hatte schon neun Punkte Rückstand auf den damaligen Dritten Wehen Wiesbaden. Für die mit Aufstiegsambitionen in die Saison gestarteten Sandhäuser war dies eine zu große Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit weshalb der Verein Leicht nach dem 7. Spieltag beurlaubte. Die Nachfolge von Frank Leicht trat Pawel Dotschew an, der zuvor schon den FC Rot-Weiß Erfurt, den SC Paderborn und ZSKA Sofia trainiert hatte. Doch auch er konnte nicht die erhofften Erfolge vorweisen und wurde so im Februar 2011, nach einer Serie von 3 Niederlagen in Folge, am Hardtwald beurlaubt. Der Nachfolger von Pawel Dotschew wurde noch im selben Monat Gerd Dais, der erst vor gut einem Jahr seine vorherige Amtszeit hatte beenden müssen und nun zum dritten Mal auf dem Trainerstuhl des SVS Platz nahm.

Im Finale des BFV-Hoepfner-Cups im Mai konnte sich der SV Sandhausen gegen den Oberligisten FC Nöttingen mit 1:0 durchsetzen. Im Waldseestadion des FC Germania Forst gewannen die Kurpfälzer den Badischen Pokal durch das Tor des Tages von Frank Löning nach einer Hereingabe von Danny Blum. Mit diesem Sieg sicherte sich der SVS die Teilnahme an der 1. Runde des DFB-Pokals in der folgenden Spielzeit 2011/2012.

Saison 2009/2010

 

Saison 2008/2009

Die Kurpfälzer starteten zwar mit zwei Auftaktniederlagen in die Premierensaison der 3. Liga, konnten im Anschluss jedoch von acht Spielen sechs gewinnen, trennten sich einmal unentschieden und musste nur eine Niederlage hinnehmen. Somit ergab sich nach dem 10. Spieltag folgende Tabellensituation: Der SVS befand sich mit 19 Punkten auf dem 4. Tabellenplatz und dies mit nur 3 Punkten Rückstand auf die zweit- und drittplatzierten Union Berlin und Kickers Emden. An diesen Höhenflug schloss sich jedoch gleich eine längere Durststrecke an: Vom 11. bis zum 20. Spieltag trennte sich der SVS sechsmal unentschieden und ging viermal als Verlierer vom Platz. Somit stand die Mannschaft vom Hardtwald nach dem 20. Spieltag auf dem 10. Tabellenplatz und hatte mit 25 Zählern bereits 13 Punkte Rückstand auf den Dritten Kickers Emden. Im Anschluss an diese sieglose Zeit schaffte der SVS drei Siege in Folge und konnte sich dadurch auf den 7. Tabellenplatz vorschieben. Im letzten Drittel der Saison erzielten die Sandhäuser eine relativ ausgeglichene Bilanz von drei Siegen, sieben Remis und fünf Niederlagen, was einen finalen 8. Tabellenplatz und 50 Punkte zur Folge hatte. Insgesamt stehen für die Saison 2008/2009 also zwölf Siege, genauso viele Niederlagen und 14 Unentschieden zu buche.

Den Kader konnten die Verantwortlichen vor der Saison und während der Winterpause erfolgreich verstärken: Im Juli wurden Sreto Ristic von Eintracht Braunschweig und Emre Öztürk vom VfL Wolfsburg verpflichtet. Der in Heidelberg geborene Öztürk entwickelte sich in seiner ersten Saison am Hardtwald schon zum Spieler mit den meisten Toren für die Kurpfälzer: Er steht mit 11 Treffern auf Platz 12 der Torschützenliste der 3. Liga in dieser Saison. Auch Ristic trug mit sechs erzielten Treffern zum Erfolg der Mannschaft bei. Mehr Tore gelangen nur noch Roberto Pinto (9), der jedoch bereits eine Saison zuvor zu den Sandhäusern gewechselt war. Ebenso vor Beginn der Spielzeit wurden Leandro Grech und Denis Bindnagel unter Vertrag genommen, die in dieser Saison die zweitmeisten Spiele für den SVS absolvierten (36). Mehr Einsätze hatte nur Torwart Michael Gurski mit 37 Spielen. Während der Winterpause konnte der SV Sandhausen die Ausleihe des heutigen Nationalspielers Nicolai Müller vermelden. Sein damaliger Verein, die SpVgg Greuther Fürth, lieh Müller bis Saisonende an die Kurpfälzer aus, für die er in der Rückrunde 5-mal vor dem Tor erfolgreich war.

Das Finale des BFV-Hoepfner-Cups in der Saison 2008/2009 verlor der SV Sandhausen II leider mit 0:1 gegen die SpVgg Neckarelz. Dadurch sicherten sich die Neckarelzer die Teilnahme am DFB-Pokal in der darauffolgenden Spielzeit.

Gegen den Drittligameister dieser Spielzeit, Union Berlin, konnte der SVS in beiden Begegnungen ein 0:0 erkämpfen. Im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf, die die Spielzeit als 2. abschließen konnten, gelang der Mannschaft ein 2:0-Erfolg und gegen die drittplatzierten Paderborner schafften die Sandhäuser sowohl im Hin- als auch im Rückspiel einen Sieg. Dies zeigt, wie gering die Leistungsunterschiede zwischen den Kurpfälzern und den vor ihnen platzierten Mannschaften doch war.

Saison 2007/2008

In der Saison 2007/2008, der letzten des SV Sandhausen in der Regionalliga Süd, stehen für den Verein insgesamt 17 Siege, sechs Unentschieden und elf Niederlagen zu Buche. Auch das Torverhältnis von 48:38 zeigt eine positive Bilanz von +10. Letztendlich schloss der Verein die Saison mit 62 Punkten auf dem 5. Tabellenplatz ab.

Nach acht Spieltagen konnte der SVS auf sechs Siege und zwei Niederlagen zurückblicken. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Verein auf dem 2. Tabellenplatz in der Liga. Am sechsten Spieltag konnte die Mannschaft beim FSV Frankfurt, die am Ende der Saison Tabellenzweiter waren, mit 2:0 gewinnen. Der Saisonstart verlief also durchaus positiv und in den restlichen Spielen der Hinrunde konnte der SVS diesen positiven Eindruck bestätigen. Vom 11. bis zum 16. Spieltag standen die Kurpfälzer ununterbrochen auf dem dritten Tabellenrang und mit zwei Siegen und einem Unentschieden in den letzten Partien der ersten Saisonhälfte konnte man sich sogar bis auf den 1. Tabellenplatz vorschieben. So konnte der SV Sandhausen als Herbstmeister der Regionalliga Süd in die Winterpause gehen. Ab dem 20. Spieltag ging der Mannschaft jedoch die zuvor gezeigte Konstanz verloren und sie verlor so in der Tabelle stetig an Boden. Die Bilanz der Spieltage 20 bis 28 sieht dementsprechend negativ aus: Von neun Spielen konnte die Mannschaft nur zwei gewinnen, verlor sechs und spielte einmal unentschieden. Am Ende dieser Negativserie war der SVS auf den 6. Tabellenplatz abgerutscht. Gegen Ende der Spielzeit konnte sich die Mannschaft allerdings nochmal steigern und gewann von den letzten sechs Spielen der Spielzeit vier, trennte sich einmal remis und musste sich nur am letzten Spieltag im Derby gegen den VfB Stuttgart II mit 4:0 geschlagen geben. Vom vorletzten auf den letzten Spieltag verlor die Mannschaft nochmal zwei Tabellenplätze und beendet die Spielzeit 2007/2008 auf dem 5. Platz.

In den Vergleichen mit den Konkurrenten um die oberen Tabellenplätze konnte der SV Sandhausen einige Ausrufezeichen setzen: Das Heimspiel gegen den VfR Aalen, am Ende 4. der Tabelle, konnte mit 3:0 gewonnen werden. Ebenso wurden in den Hinspielen gegen den VfB Stuttgart II und gegen die SpVgg Unterhaching jeweils ein 1:0-Sieg errungen.

In der ersten Runde des DFB-Pokals traf der SV Sandhausen auf die Kickers Offenbach. Vor 5000 Zuschauern im Hardtwaldstadion verlor der SVS gegen den Zweitligisten mit 0:4.

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass Velimir Grgic mit zehn Treffern für die Mannschaft vom Hardtwald auf Platz 11 der Torjägerliste der Regionalliga Süd steht. Als weitere Torschützen des SV Sandhausen finden sich in der Auflistung Emmanuel Akwuegbu mit sieben und Alf Mintzel mit sechs Toren. Die meisten Einsätze hatte Boris Kolb, der in dieser Spielzeit nur 176 Minuten verpasste. Ihm nach folgen Marjan Petkovic mit 253 und Mario Göttlicher mit 465 nicht gespielten Minuten.

Mit dem 5. Tabellenplatz in der Regionalliga Süd am Ende der Saison 2007/2008 qualifizierte sich der SV Sandhausen für die neu gegründete und ab der Saison 2008/2009 betriebene 3. Liga. Diese setzte sich zusammen aus vier Absteigern aus der 2. Bundesliga sowie den Vereinen auf den Plätzen drei bis zehn der Regionalligen Nord und Süd.

1916 - 1980

Der SV Sandhausen wurde im Kriegsjahr 1916 im Monat August gegründet. Es gab zwar schon vorher fußballspielende Gruppen, so u.a. der FC Victoria 1905 Sandhausen. Diesem Club gehörten, soweit ihre Namen heute noch in Erfahrung zu bringen waren folgenden Spieler an: Karl Winter, Albert Bähr, Philipp Hönig, Jakob Fummel, Josef Krieg, Johann Hillesheim, Heinrich und Ludwig Burkhardt, Karl Jahn, Georg Albrecht, Adam Fetzer, David Hack, Georg Klever, Franz Hilbert, Johann Dörr, Martin Richter, August Bernhard, David Herzog, Johann Georg Herzog, ehemals langjähriger Vorsitzender des SV 1916.

Die Auflösung dieses Vereins erfolgte unmittelbar nach Ausbruch des Krieges im Jahre 1914, da die meisten Spieler zum Wehrdienst eingezogen wurden. Im Jahre 1916 wurde von verschiedenen jugendlichen Gruppen, die fußballbegeistert waren, unter Vorsitz von Hermann Seib, der Sportverein Sandhausen ins Leben gerufen.

Gründungsmitglieder waren: Heinrich Baumann, Fritz Bär, Jakob Flory, Heinrich Kolb, Fritz Kolb, Albert Lehr, Martin Reutner, Jakob Schneider, Theodor Schneider.

Der Zeit entsprechend erlahmte bis im Jahre 1918 die aktive Vereinstätigkeit. Aber bereits im Jahre 1920 wurde ein großes Sportfest, unter der Leitung von Hermann Seib, veranstaltet. Danach übernahm Johann Georg Herzog noch im gleichen Jahr die Führung beim SV. Ihm zur Seite standen Emil Moser als 2. Vorsitzender, Ernst Würz als Spielausschussvorsitzender, Christoph Schneider als dessen Stellvertreter, David Herzog als Kassier, Albert Schmitt, Emil Häcker, Jakob Gamber und Ludwig Braun als Beisitzer. In jener Zeit hatte der SVS schwere finanzielle Krisen zu meistern. Hinzu kam noch das Bemühen der Vorstandschaft ein geeignetes Sportgelände zur Verfügung zu stellen. Nach zähen Verhandlungen mit dem Fostamt Schwetzingen wurde an der Straße nach Walldorf, gegenüber dem Wasserwerk, entsprechendes Gelände gepachtet und darauf von Idealisten ein Spielplatz planiert und spielfähig hergerichtet.

Die Spiele der damaligen Zeit wurden in der C-Klasse absolviert. Bereits 1922 wurde in der Klasse die erste Meisterschaft errungen.1924 wurde die Mannschaft Meister der B-Klasse und 1929 stand der SV Sandhausen an der Spitze der A-Klasse. Es folgte die Meisterschaft in der damaligen Kreisliga 1930/31. Der Erfolg der Mannschaft, die sich dann auch langsam auf der finanziellen Seite sich bemerkbar machten, gestatteten dem Verein das Vorhaben einer festen Umzäunung um den Waldsportplatz. Durch viel Eigenarbeit konnten die Kosten dafür in einem erträglichen Rahmen gehalten werden.

Einen großen Erfolg errang der SV Sandhausen 1930/31 mit dem Aufstieg in die Gauliga, der damals höchsten deutschen Fußballklasse. In dieser Klasse hatte es der SV schwere Spiele gegen namhafte Mannschaften wie SV Waldhof, VfL Neckarau, VfR Mannheim, Phönix Ludwigshafen , Amicitia Viernheim usw. zu bestreiten. Die Zugehörigkeit zu dieser starken Klasse währte nicht lange. Der Abstieg war nicht zu vermeiden. Doch die Aktiven und auch die Vorstandschaft ließen sich dadurch nicht entmutigen, auch nicht mit dem damit verbundenen Zuschauerrückgang.

Der Verein konnte sich wieder in der Kreisliga Spitzengruppe behaupten.

Auch während der Kriegsjahre 1939-1945 wurde fleißig gespielt, da immer genügend Nachwuchskräfte vorhanden waren. Eine nicht geringe Zahl treuer Spieler kehrte in dessen vom Krieg nicht mehr zurück. Im Spätjahr 1945 wurde die Sportgemeinschaft Sandhausen ins Leben gerufen. Ihr gehörten Fußballer, Handballer, Schachfreunde, Sportschützen und Sänger an. Zum 1.Vostand wurde Hermann Seib gewählt. Die Vorsitzenden wechselten allerdings in rascher Folge. Erinnert sei an Heinrich Wohlbeck, Karl Jahn und Wilhelm Hilbert, die sich Mühe gaben um das Vereinsgefüge zu festigen.

1945/46 errang der SV erneut eine Meisterschaft und konnte in die neu gebildeten Landesliga einziehen. Die erfolgreichen Spieler der damalige Mannschaft: Gustl Krebs, Richard Exel, Willi Böhler, Walter Reinhard, August Gärtner, Eugen Blättel, Walter Gamber, Hans Eschenbacher, Helmut Schneider, Richard Malina, Emil Fauth. Zwei Jahre gehörte der SV dieser Klasse an. Die Landesliga wurde dann ein Opfer einer Klassenneueinteilung und der SV gehört fortan der 2.Amateurliga an. In dieser spielte der Verein stets eine führende Rolle.

1951 wurde die Sportgemeinschaft aufgelöst und die einzelnen Sportarten machten sich selbständig. Am 16.3.1951 erfolgte der eigenständige Wiederbeginn des SV 1916. Zum ersten Vorsitzenden wurde der langjährige Aktive Spieler Walter Reinhard gewählt.(Von 1954-1981 Bürgermeister der Gemeinde und heute Ehrenvorsitzender des SV)

Erfolgreich waren auch die A und B- Jugend Mannschaften. Sie wurden mehrmals Kreismeister. 1948 hatte der SV Sandhausen den ruhmreichen 1.FC Kaiserslautern zu Gast. Die Freundschaftsbegegnung wurde auf dem Platz der TSG Rohrbach ausgetragen. 1950/51 wurde mit dem Bau eines Sportheims am Waldsportplatz begonnen. Bei der Feier des 35-jährigen Bestehen am 18.8.1951 konnte das Sportheim vom Vorsitzenden Walter Reinhard, seiner Bestimmung übergeben werden. 1956/57 wurde die Meisterschaft in der 2.Amateurliga errungen und der Aufstieg in die 1.Amateurliga Nordbaden erspielt. Aus dieser Klasse wurde 1970 die Amateuroberliga BW gebildet, die der SV bis 1995/96 durchgehend angehörte , ein Rekord der im Bereich des DFB einmalig ist.

Anlässlich der Einweihung des Hardt - Stadions 1958, dass von der Gemeinde unter erheblichem Kostenaufwand geschaffen wurde, bestritt die Mannschaft ein Werbespiel gegen die Vertragsfußballer von Amicitia Viernheim und erreichte ein 3:3. In den Folgejahren spielte sich unsere Mannschaft immer weiter in den Vordergrund dieser Spielklasse. Durch die angebotenen Leistungen wurde der BFV auf Spieler der Mannschaft aufmerksam. Theo Machmeier, Gerhard Rudolph und Hermann Antritter wurden zu Lehrgängen und Spielen eingeladen. Theo Machmeier sogar zu einem Vorbereitungslehrgang der Amateur Nationalmannschaft. Das Spieljahr 1959/60 indessen lehrte, dass jeder Sieg gegen leistungsstarke Mannschaften erkämpft werden muss. Rückschläge blieben nicht aus und so belegte der SVS am Ende den 12. Tabellenplatz.

Bei den Spielen um die Süddeutsche Amateurmeisterschaft zur 2.Liga Süd hatte man es mit starke Mannschaften zu tun, u.a. mit Hanau 93, SC Schwenningen und TSV 1860 München Amateure. Nur die Münchner konnten geschlagen werden, alle anderen Spiele endeten Unentschieden oder mit einer Niederlage. Nach dem Höhenflug im Meisterschaftsjahr folgte eine Runde, die von Spielerabgängen gekennzeichnet war. R.Ohlhauser und A. Brecht wechselten zu Bayern München , R.Sohns kam zur Bereitschaftspolizei und H.Helten und F.Brecht beendeten ihre Laufbahn.

Mit einem Paukenschlag begann die Runde 1962/63. Der SVS verlor das Auftaktspiel in Hockenheim mit 4:0. Entsprechend verlief dann auch die Vorrunde. Sie wurde mit 9:21 Punkten auf dem Vorletzten Tabellenplatz abgeschlossen. In der Rückrunde wendete sich das Blatt und der SV beendete die Saison auf dem 10. Rang. 1963/64 ging es wieder aufwärts. Es gelang der Vorstoß in die Spitzengruppe. Am Ende wurde der 3. Platz eingenommen. Das Spiel des Jahres wurde am Dreikönigstag gegen Bayern München ausgetragen. 5000 Zuschauer erlebten im Hardt- Stadion eine 1:6 Niederlage des SV.

Mit einem verheißungsvollen Start begann die Spielrunde 1964/65. In Pforzheim wurde der VfR mit 3:2 geschlagen. Nach 6 Spieltagen belegte man den 2.Tabellenplatz. Am Ende reichte es jedoch nur für Platz 9. Auch bei der Verbandsrunde 1965/66 konnte der SV ehrenvoll abschneiden. Man erzielte den Klassenerhalt. Am 24.4.1966 empfing man zum zweiten Mal den FC Bayern. Wiederum gewannen die Bayern mit 6:1. Am 22.5.1966 gastierte der 1.FC Köln in Sandhausen. Der Bundesligist besiegte unsere Mannschaft in einem hochklassigen Spiel mit 6:3.

Die Spielrunde 1966/67 verlief wieder erfolgreich. Unsere Mannschaft nahm am Ende den 2. Platz ein, punktgleich mit KSC Amateuren. Ein Entscheidungsspiel in Forst ging mit 0:2 verloren. Die guten Leistungen zeigten sich auch in den Freundschaftsspielen dieser Runde. Unsere Mannschaft beteiligte sich an einem Osterturnier des ASPTT Marseille, an dem auch Mannschaften aus der Schweiz, Jugoslawien und Italien teilnahmen. Unter 8.Mannschaften belegte man am Ende einen guten 4.Rang.

Am 30.4.1967 stellte sich der Bundesligist Hamburger SV in Sandhausen vor. Durch die große Routine erzielte der HSV ein hart erkämpftes 3:1. Torschütze für den SVS war Harald Krebs.

In der Generalversammlung 1967 beauftragten die Mitglieder den Vorstand mit der Planung eines eigenen Sportheims auf unserem Sportplatz. 1975/76 erreichte man einen 2.Platz zusammen mit dem 1.FC Pforzheim. In Weingarten gewann man das Entscheidungsspiel mit 3:2. Im Spieljahr 1976/77 wurde man erneut Vizemeister mit 3 Punkten Rückstand auf den Meister SV Neckargerach und qualifizierte sich somit für die Deutsche Amateurmeisterschaft. In der ersten Runde besiegte man den Holsteinischen Vertreter SV Itzehoe mit 4:0 und 1:1.

Im Viertelfinale besiegte man die Amateure von Werder Bremen mit 0:1 und 6:3. Das Finale erreichte man schließlich durch zwei Siege über Preußen Berlin mit 3:1 und 4:3. Im Finale hieß der Gegner Fortuna Düsseldorf. In Düsseldorf vor 12 000 Zuschauern unterlag man knapp mit 0:1. Daheim erzielte man vor 10 000 Zuschauern ein 2:2. Wenige Tage später gewann man den Nordbadischen Pokal mit einem Sieg gegen den FC Eggenstein(5:1).

In der darauf folgenden DFB-Pokal Runde zog man durch Siege über 1.FC Traber Berlin- Mariendorf (3:1) und SC Gladenbach /Hessen (5:1) in die 3.Pokalrunde ein. Vor heimischen Publikum unterlag man Eintracht Braunschweig mit 0:4 vor 13 000 Zuschauer im heimischen Waldstadion. Zweifacher Torschütze war Paul Breitner. In der darauf folgenden Saison konnte man sich mit dem 2.Platz der Verbandsliga Nordbaden für die neugegründete Oberliga Baden-Württemberg qualifizieren. 1978/79 belegte man mit dem 11.Tabellenplatz einen sicheren Mittelfeldplatz und hatte somit nichts mit dem Abstieg zu tun.

Im Jahr darauf konnte man sich auf den 8.Tabellenplatz verbessern.

Dass der SV Sandhausen die Oberliga Mannschaft mit der längsten Zugehörigkeit werden sollte konnte damals noch niemand ahnen. In den darauf folgenden Spielzeiten konnte sich der SVS fast immer in der Spitzengruppe der höchsten deutschen Amateurspielklassen behaupten.

Erfolge und Titel des SV Sandhausen 1916 e.V.

  • Nordbadischer Amateurmeister
  • Deutscher Amateurvizemeister
  • 2x Deutscher Amateurmeister
  • MehrfacherBadischer Pokalsieger
  • Mehrfacher Teilnehmer des DFB Pokal
  • Meister Oberliga Baden-Württemberg
  • Aufstieg in die Regionalliga Süd
  • Qualifikation für die 3. Liga
  • Aufstieg in die 2. Bundesliga
  • Klassenerhalt in der 2. Bundesliga

Stadionumbau 2014