„Es wird entscheidend sein, dass wir unsere beiden Spielsysteme weiter verfeinern“

Mit Chef-Trainer Uwe Koschinat haben wir zum Trainingsauftakt gesprochen.

Hallo Uwe, heute startete der SV Sandhausen in die Vorbereitung auf die Rückrunde der Saison 2019/20. Was stand beim gestrigen Trainingsauftakt auf dem Programm?

„Erfahrungsgemäß ist das erste Training vergleichbar mit dem ersten Schultag nach den Ferien, die Jungs tauschen viele private Themen aus. Insofern ist es nie ein guter Ratgeber die Spieler am ersten Tag zu überfordern, deswegen sind wir sehr gemütlich in die Rückrunden-Vorbereitung gestartet. Es ging um die Ballgewöhnung, die Spieler haben in der Winterpause bereits an individuellen Trainingsplänen gearbeitet. Die zweite Einheit am Donnerstag wird dann eine sehr harte werden.“

Wie lauten die Ziele in der Vorbereitung?

„Für mich wird ganz entscheidend sein, dass wir unsere beiden gängigen Spielsysteme weiter verfeinern. Wir benötigen dort eine absolute Sicherheit in den Abläufen bei eigenem und gegnerischem Ballbesitz, unabhängig von der gegnerischen Ausrichtung und Qualität. Darüber hinaus hat die Wintervorbereitung immer den ganz besonderen Anspruch, dass die Spieler nicht vollkommen aus einer idealen Erholung herauskommen. Hier wird Individualisierung, was den athletischen Bereich angeht, ein großes Thema werden.“

Wie ist der personelle Stand? Waren alle Spieler bei der ersten Einheit an Bord?

„Die ursprüngliche Planung war, dass Markus Karl die Rückrunden-Vorbereitung wieder aufnehmen kann nach seinem Kreuzbandriss. Danach sieht es derzeit aber nicht aus, weil er doch den ein oder anderen kleinen Rückschlag hatte. Auch Erik Zenga fehlt logischerweise noch. Zudem ist die Verletzung von Robin Scheu noch nicht abgeklungen, er konnte noch nicht ins Mannschaftstraining einsteigen. Sören Dieckmann fehlt aufgrund eines grippalen Infekts, da gehe ich davon aus, dass sie nur von kurzer Dauer ist.“

Mit Felix Müller hat ein Spieler den SVS in der Winter-Transferperiode verlassen. Wie sehen die Planungen bezüglich Neuzugänge aus?

„Ich möchte das so formulieren, wir haben eine enorme Stabilität in der Mannschaft mit einer klaren Hierarchie. Dies sind prinzipiell gute Grundvoraussetzungen, um mit dieser Gruppe genauso weiterzuarbeiten. Auf der anderen Seite sehe ich auch die Gefahr in der Liga, wir dürfen nie vergessen auch nach hinten zu schauen. Es ist deshalb immer sinnvoll sich permanent nach Verstärkungen umzuschauen. Ich möchte dies aber unter den Aspekt stellen, dass es ein Spieler sein muss, der aus unserer Beobachtung heraus tatsächlich direkt uns verstärken muss oder, dass wir eine Marktsituation ausnutzen können, bei der wir sagen, wir können im Winter einen Spieler bekommen, den wir in der Sommer-Transferperiode nicht verpflichten könnten. Unter diesen beiden Aspekten halten wir die Augen offen.“

Am 29. Januar startet das Team mit dem Auswärtsspiel in Osnabrück ins neue Jahr. Was ist das Ziel für den restlichen Saisonverlauf?

„Ich hoffe sehr, dass wir die aktuelle Position mindestens halten können. Wir müssen uns vor den Mannschaften, die in unmittelbarer Nähe vor uns stehen, nicht verstecken. Insofern ist es auf der einen Seite ein klares Ziel Mannschaften, die in Reichweite sind, noch zu überholen. Der einstellige Tabellenplatz, den der SVS noch nie erreicht hat, ist derzeit also ein sehr großes und realistisches Ziel. Auf der anderen Seite dürfen wir nicht vergessen, dass viele Mannschaften, die ganz andere wirtschaftliche Voraussetzungen haben, aktuell hinter uns stehen. Die Ausgangssituation ist also eine sehr gefährliche, der Abstand zum Relegationsplatz ist nicht gerade komfortabel.“

Kurz vor Weihnachten hast Du Deinen Vertrag beim SVS bis 2022 verlängert. Wie wichtig war dieser Schritt für Dich?

„Es ist eine Bestätigung, dass die Verbindung zwischen mir und dem SV Sandhausen beidseitig passt. Diese Vertragsverlängerung ist auch für die Ausrichtung ein sehr wichtiger Punkt, denn viele Spieler suchen sich die Mannschaft auch nach dem Trainer aus. Darüber hinaus ist es für mich wichtig, was den Fokus angeht, ob ich nur auf die aktuelle Saison oder darüber hinaus Einfluss auf die Entwicklung des SVS nehmen kann. Ich habe das Fernziel den SVS zu einem der 25 besten Vereine Deutschlands zu machen.“