24.11.2018 13:00 Uhr

Sandhausen unterliegt Kiel mit 1:2

Wooten verpasst nach zwei Minuten die Führung 

SVS-Trainer Uwe Koschinat wechselt zweimal im Vergleich zum letzten Heimspiel gegen den MSV Duisburg. Für Paqarada und Vollmann stehen Seegert und Müller in der Startformation. Und bereits nach zwei Minuten hat Sandhausen die erste gute Gelegenheit. Nach einem Einwurf an der Mittellinie kann Müller den Ball auf Wooten durchstecken, der von halblinks in den Strafraum eindringt, unter Bedrängnis aber am Tor vorbeizielt. 

Kiel mit der Führung 

Nach diesem ersten Ausrufezeichen ist Kiel wach und kommt besser ins Spiel und nutzt die erste Chance in der neunten Minute zum Führungstreffer. Nach einem Freistoß durch den ehemaligen Sandhäuser Mühling kann Schindler den Ball unbedrängt zum 1:0 einnicken. SVS-Keeper Lomb ist ohne Chance. 

Fast das 0:2 

Der SVS versucht den Rückstand weg zu stecken und weiter dranzubleiben. Förster probiert es nach 15 Minuten aus der Distanz, verfehlt das Tor aber um einen Meter. Im Gegenzug dann fast das 0:2. Nach einer Unachtsamkeit der Sandhäuser Hintermannschaft kann Schindler den Ball von rechts flach in den Rücken der Abwehr spielen, wo Kinsombi völlig blank steht, die Kugel aber fünf Meter vor dem Tor nicht richtig trifft. 

Sandhausen wird stärker 

In der 23. Minute hat Schleusener eine gute Möglichkeit. Erneut nach einem eigenen Einwurf erreicht ihn der Abpraller von Wooten, doch aus spitzem Winkel schafft er es nicht, den Ball aufs Tor zu bringen. Nicht nur aufgrund dieser Chance ist der SVS mittlerweile die aktivere Mannschaft, die Kiel jetzt früh anläuft und mit zunehmender Spieldauer in die eigene Hälfte presst. In der 28. Minute steht wieder Schleusener im Blickpunkt, als er nach toller Vorarbeit von Wooten vor dem Kieler Tor auftaucht und von Dehm hart attackiert wird. Doch der Kieler Abwehrspieler spielt klar den Ball und Schiedsrichter Aarnink lässt zu Recht weiterlaufen. 

Lee erhöht 

Wie aus dem Nichts dann der erneute Rückschlag, in der 33. Minute erzielt Kiel das 2:0. Schindler steckt halblinks durch auf Lee, der im Strafraum vor Seegert und Lomb am Ball ist und ihn zur Zwei-Tore-Führung verwandelt. Der SVS muss sich nach diesem erneuten Dämpfer kurz schütteln, hat aber kurz vor der Pause noch die Gelegenheit auf den Anschlusstreffer. Gíslasons Schuss an der rechten Strafraumkante kann KSV-Keeper Kronholm aber abwehren. Bis zur Halbzeit passiert nichts mehr. 

SVS weiter initiativ 

Nach dem Seitenwechsel geht es ohne personelle Änderungen weiter. In der 51. Minute hat Kinsombi die Riesenchance auf das 3:0 für die Kieler. Doch nach einer hohen Hereingabe köpft der Kapitän drei Meter vor dem Tor vorbei. Die direkte Antwort gibt Sandhausens Müller fünf Minuten später, als er nach Zusammenspiel mit Schleusener über links an Kronholm scheitert. Die anschließende Ecke bringt nichts ein. Kurz darauf scheitert auch Gíslason nach einer weiteren Ecke. 

Paqarada und Behrens kommen 

In der 58. Minute wechselt Koschinat zum ersten Mal und bringt Paqarada für Seegert. Bis zum gegnerischen Strafraum machen es die Sandhäuser auch spielerisch mehr als ordentlich, jedoch fehlt die letzte Konsequenz und die Kaltschnäuzigkeit, die Angriffe zu Ende zu spielen. In der 68. Minute der zweite Wechsel: Behrens kommt für Klingmann und sorgt für eine deutlich offensivere Ausrichtung im letzten Drittel des Spiels. In der 71. Minute hat Verlaat die nächste Gelegenheit, der nach einem Müller-Freistoß im Strafraum zwar an den Ball kommt, diesen jedoch nicht kontrolliert aufs Tor bringen kann. 

Schleusener mit dem Anschlusstreffer 

Während Kiel nur noch darauf bedacht ist, die 2:0-Führung über die Bühne zu bringen, zieht Koschinat seinen letzten Joker und bringt in der 77. Minute Vollmann für Müller. Zehn Minuten vor dem Ende die Riesenchance auf den Anschluss: Behrens umkurvt Kronholm nach einem langen Ball und schließt aus spitzen Winkel ab, verfehlt das Tor dabei jedoch um Haaresbreite. In der 83. Minute hat dann Schleusener zunächst mit dem Fuß die Chance, kurz darauf ist es dann der Kopf, mit dem er eine Gíslason-Flanke zum längst überfälligen Anschlusstreffer im Tor unterbringt. 

Wooten vergibt den Ausgleich 

Beflügelt vom verdienten Tor startet der SVS in die Schlussoffensive und hat in der Nachspielzeit noch einmal die dicke Möglichkeit auf den Ausgleich. Nach einem Freistoß kommt Wooten an den Ball, befördert das Leder mit dem Knie aber knapp übers Tor. Der SVS schafft es am Ende nicht, sich für den erbrachten Aufwand zu belohnen und verliert ein Spiel, das man nicht hätte abgeben müssen, mit 1:2. 

Die nächste Partie bestreitet Sandhausen am kommenden Sonntag, den 02. Dezember, zuhause gegen den 1. FC Heidenheim. 

Holstein Kiel: Kronholm – Dehm, Wahl, Schmidt, van den Bergh – Mühling (58' Honsak), Meffert, Kinsombi (C), Lee (85' Karazor) – Schindler (78' Okugawa), Serra 

SV Sandhausen: Lomb – Klingmann (68' Behrens), Karl, Verlaat, Seegert (58' Paqarada) – Linsmayer (C), Förster – Gíslason, Müller (77' Vollmann) – Wooten, Schleusener 

Tore: 1:0 Schindler (9'), 2:0 Lee (33'), 2:1 Schleusener (83') 

Zuschauer: 8.404 

Schiedsrichter: Arne Aarnink

Die Stimmen zum Spiel Holstein Kiel - SV Sandhausen.

Otmar Schork: „Es ist nicht zu erklären, wieso wir heute als Verlierer zurück nach Sandhausen fliegen müssen. Bereits in der ersten Minute hatten wir durch Andrew Wooten eine Chance, um in Führung zu gehen. Aus meiner Sicht haben wir dann aber zu einfache Gegentreffer bekommen, was bereits mit der Entstehung des Freistoßes vor dem 0:1 begann. Im zweiten Durchgang haben wir dann ein richtig starkes Spiel abgeliefert und sind viel über die Außenbahnen gekommen. Oftmals hat aber der letzte, entscheidende Pass gefehlt. Nach dem Anschlusstreffer von Schleusener haben wir nochmals zumindest auf einen Punkt gehofft, wozu es am Ende aber leider nicht gereicht hat. Für uns ist die Niederlage, gerade in dieser Situation, sicherlich eine große Enttäuschung.“ 

Uwe Koschinat: „Die Niederlage in Kiel ist für uns heute ein Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt, da kann es keine zwei Meinungen geben. Zu Beginn der Partie hatten wir die Stärken der KSV gut verteidigt und durch Andrew Wooten eine frühe Großchance zur Führung. Wir haben die Räume gut zugestellt und auch die Kontrolle übernommen, die wir durch den Gegentreffer dann aber aus der Hand gegeben haben. In der zweiten Halbzeit muss ich meinem Team ein großes Kompliment aussprechen: Wir haben enorm viel Energie und Spielanlage auf den Platz gebracht. Unsere Durchbrüche über die Außen haben aber keine Abnehmer im Zentrum gefunden. Am Ende hat es leider nicht gereicht, um in Kiel zu punkten.“ 

Fabian Schleusener: „Es war von uns heute ein wirklich starkes Auswärtsspiel, gerade in der zweiten Halbzeit kann ich mich nicht daran erinnern, dass Holstein Kiel gute Gelegenheiten hatte. Wir hatten die Partie absolut im Griff, kamen über die Außen oft an die Grundlinie, aber dann hat eben meist der entscheidende Pass gefehlt. Nach dem Anschlusstreffer ist es einfach ärgerlich, dass wir am Ende für die Leistung nicht belohnt wurden.“ 

Niklas Lomb: „So ein Spiel darfst du nie im Leben verlieren. Das ist heute schwer zu erklären, wir machen ein überragendes Spiel in Kiel und sind durch unsere Möglichkeiten klar die bessere Mannschaft. Das Ergebnis spiegelt meiner Meinung nach nicht den Spielverlauf wider. Wir können heute absolut auf die Leistung aufbauen.“

Holstein Kiel - SV Sandhausen (2:1)

Holstein Kiel SV Sandhausen
Die Aufstellungen am 24.11.2018 13:00 Uhr
Kronholm - Dehm - Wahl - Schmidt - van den Bergh - Meffert - Bieler (58. Honsak) - Kinsombi - Lee (85. Karazor) - Schindler (78. Okugawa) - Serra Lomb - Klingmann (68. Behrens) - Karl - Verlaat - Seegert (58. Paqarada) - Linsmayer - Förster - Gislason - ?? - Wooten - Schleusener
Auf der Auswechselbank
Reimann, Herrmann, Thesker, Honsak, Karazor, Mörschel, Okugawa Schuhen, Paqarada, Jansen, Kulovits, Vollmann, Behrens, Guédé
Die Trainer
Tim Laszlo Walter Uwe Koschinat
So fielen die Tore
9. Kingsley Schindler 1:0
33. Jae-Song Lee 2:0
83. Fabian Schleusener 2:1
Schiedsrichter
unbekannt
Zuschauer
8404