03.02.2019 13:30 Uhr

SVS feiert 3:0-Heimsieg über den VfL Bochum

Schleusener und Karl in der Startelf

Zwei Veränderungen nimmt SVS-Trainer im Vergleich zum letzten Auswärtsspiel beim Hamburger SV vor: Für Stefan Kulovits agiert Markus Karl im zentralen Mittelfeld und Fabian Schleusener kommt für Leart Paqarada ins Team, dessen Linksverteidigerposition Sören Dieckmann übernimmt.

Nach einer anfänglichen Abtastphase ist es der VfL, der die erste gute Chance verzeichnen kann. In der zwölften Minute kann zunächst Schuhen stark gegen Zoller parieren. Den Abpraller bringt Sam zurück vors Tor, wo Weilandt den Ball allerdings weit drüber köpft. Ansonsten steht der SVS sicher und lässt gegen die aktiveren Bochumer nichts zu.

Spielgeschehen findet im Mittelfeld statt, Sam mit der Großchance

In der 22. Minute setzt sich Diekmeier einmal über die rechte Außenbahn durch und zieht nach innen, sein Schuss von der Strafraumkante landet jedoch nur am Außennetz. Kurz darauf sieht Philipp Förster nach einem Foul an Losilla die erste Gelbe Karte des Spiels – seine fünfte in der Saison, im nächsten Auswärtsspiel bei Union Berlin wird er definitiv fehlen.

Bis zur Halbzeit passiert nicht mehr viel. Viele Zweikämpfe im Mittelfeld lassen keinen Spielfluss aufkommen und Bochum kann aus seiner optischen Überlegenheit kein Kapital schlagen. Sekunden vor dem Pausenpfiff dann aber noch einmal eine Gelegenheit für die Gäste: Ein weiter Abschlag von VfL-Keeper Riemann landet vor den Füßen von Sam, der das Leder aber links am Tor vorbeihebt. Kurz darauf ist Pause am Hardtwald.

Knipping trifft zur Führung

Nach dem Seitenwechsel nimmt Uwe Koschinat die erste personelle Änderung vor: für Dieckmann besetzt Paqarada jetzt die Linksverteidigerposition. Der SVS ist jetzt entschlossener im Spiel und erzwingt in der 54. Minute einen Eckball. Gíslasons Ball segelt durch den Sechzehner und landet bei Innenverteidiger Tim Knipping, der den Ball per Kopf im Tor versenkt. 1:0 für den SVS! Das Spiel wird nun noch umkämpfter, Bochum drängt auf den Ausgleich. In der 69. Minute kann die Sandhäuser Hintermannschaft eine gefährliche Kontersituation der Bochumer nur mit vereinten Kräften klären. Zuerst wirft sich Diekmeier in letzter Sekunde in den Schuss von Ganvoula, danach wehrt Knipping den Versuch von Sam aus elf Metern ab.

Wooten erhöht sehenswert

Der VfL verstärkt seine Offensivbemühungen weiter, für Sandhausen ergeben sich dadurch mehr Räume und Kontergelegenheiten. In der 75. Minute führt eine Co-Produktion mit Schuhen und Wooten zur 2:0-Führung. Bochums Hoogland springt unter einem weiten Abschlag des Sandhäuser Schlussmanns durch und der lauernde Wooten kommt an den Ball. Aus 16 Metern lupft dieser den Ball perfekt über den zu weit draußen stehenden Riemann zum 2:0 ins Tor.

Platzverweis für Bochum, Schleusener mit dem Schlusspunkt

Sechs Minuten vor dem Abpfiff dann der nächste Aufreger. Abseits des Geschehens packt der eingewechselte Ganvoula Knipping an den Hals, Schiedsrichter Robert Schröder zückt umgehend die Rote Karte. In der 90. Minute macht Schleusener dann endgültig den Deckel drauf. Geburtstagskind Kevin Behrens bedient im Strafraum den besser positionierten Stürmer, der vor Riemann eiskalt bleibt. Wenige Augenblicke später ist dann Schluss am Hardtwald und der SVS kann einen verdienten ersten Heimsieg zum Jahresauftakt.

Am kommenden Samstag, den 09. Februar, reist die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat dann zum 1. FC Union Berlin.

SV Sandhausen: Schuhen – Diekmeier, Verlaat, Knipping, Dieckmann (46' Paqarada) – Karl (C, 83' Zhirov), Taffertshofer – Gíslason, Förster (77' Behrens), Schleusener – Wooten

VfL Bochum: Riemann – Gyamerah (83' Celozzi), Fabian, Hoogland, Danilo – Losilla (C), Tesche – Sam, Zoller (60' Maier), Weilandt (60' Ganvoula) – Hinterseer

Tore: 1:0 Knipping (54'), 2:0 Wooten (75'), 3:0 Schleusener (90‘)

Zuschauer: 5.524

Die Stimmen zum Spiel SV Sandhausen - VfL Bochum:

Jürgen Machmeier: „Es ist heute das geglückt, was wir uns ab der Winterpause vorgenommen haben, nämlich dass wir ein Zeichen setzen wollten, hervorgehoben durch die Kampagne, die wir diese Woche ins Leben gerufen haben. Wir wollen die Sache gemeinsame angehen und genau dafür hat die Mannschaft heute das richtige Zeichen gesetzt und das gegen einen Gegner, gegen den der ein oder andere möglicherweise nicht allzu viel erwartet hat. Das war heute genau die Art von Mentalität, die uns in der letzten Saison ausgezeichnet hat. In Berlin erwartet uns nun einer aktuelle Übermannschaft. Aber mit der Mentalität von heute werden wir uns auch dort gut verkaufen. Das weiß ich.“

Otmar Schork: „Das ist heute ein Ausrufezeichen für uns alle. In der ersten Halbzeit war bei uns noch eine gewisse Unsicherheit zu verspüren und Bochum hätte durchaus in Führung gehen können. Die entscheidende Situation war das Kopfballtor von Tim Knipping, was zu einer ganz anderen Körpersprache geführt hat. Darüber hinaus haben wir uns auch spielerisch gesteigert und die Freiräume nach vorne gut genutzt und uns vor allem diesmal dafür belohnt haben. Das war ein gelungener und perfekter Sonntag.“

Uwe Koschinat: „Das Spiel hat sich bereits vor dem 1:0 verändert, denn es war auf einmal mehr Krawall auf dem Platz und weniger fußballerische Linie. Genau das hat uns in die Karten gespielt. Zuvor sind wir nämlich über weite Strecken hinterhergelaufen und haben den Ball nach Eroberungen schnell wieder verloren. Dass Tim Knipping dann das Führungstor erzielt, ist eine Geschichte, die nur der Fußball schreiben kann. Wir sind jetzt sehr erleichtert, weil wir nach den Ergebnissen unserer Konkurrenten in der Pflicht waren nachzuziehen. Das hat die Mannschaft bravourös gemeistert.“

Andrew Wooten: „In der zweiten Halbzeit haben wir wesentlich aggressiver gespielt und sind energischer in die Zweikämpfe gegangen. Das 1:0 von Knippser war dann der Dosenöffner und gerade für ihn freut es mich heute ganz besonders. Bei meinem Tor haben wir gesehen, dass die Bochumer sehr hoch standen und Schuh hat ja bekanntlich einen weiten Abschlag. Ich bin froh, dass der Ball zu mir kam und mein Lupfer reingegangen ist. Natürlich gehört da auch immer einer Portion Glück mit dazu.“

Tim Knipping: „Unser Trainer hat uns in der Halbzeit gesagt, welche Tugenden wir an den Tag legen müssen. Im Abstiegskampf geht es um Wille und Leidenschaft und heute hat die Mannschaft gewonnen, die es mehr wollte. Kompliment an meine Mannschaft, das war heute das, was wir in den nächsten Spielen brauchen. Wir müssen um jeden Zentimeter fighten und ich bin froh, dass es heute mit dem Dreier geklappt hat. Hinten stand die Null, unsere Stürmer haben getroffen – ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg.“

SV Sandhausen - VfL Bochum 1848 (3:0)

SV Sandhausen VfL Bochum 1848
Die Aufstellungen am 03.02.2019 13:30 Uhr
Schuhen - Diekmeier - Knipping - Verlaat - Dieckmann (46. Paqarada) - Karl (83. Zhirov) - Taffertshofer - Gislason - Förster (77. Behrens) - Schleusener - Wooten Riemann - Gyamerah (83. Celozzi) - Hoogland - Fabian - Soares - Losilla - Tesche - Sam - Zoller (60. Maier) - Weilandt (60. Ganvoula M'Boussy) - Hinterseer
Auf der Auswechselbank
Lomb, Zhirov, Behrens, Paqarada, Vollmann, Klingmann, Jansen Dornebusch, Maier, Janelt, Celozzi, Baumgartner, Saglam, Ganvoula M'Boussy
Die Trainer
Uwe Koschinat Robin Dutt
So fielen die Tore
54. Tim Knipping 1:0
75. Andrew Wooten 2:0
90. Fabian Schleusener 3:0
-
Schiedsrichter
unbekannt
Zuschauer
5524