10.03.2019 13:30 Uhr

Der SVS holt drei wichtige Punkte in Magdeburg

Munterer Beginn

Cheftrainer Uwe Koschinat tauscht vor dem ersten Auswärtsspiel beim 1.FC Magdeburg überhaupt insgesamt dreimal: Für Knipping, Dieckmann und Zenga, die auf der Bank platznehmen, rücken Zhirov, Karl und Paqarada in die Startaufstellung. Und die haben bereits nach einer Minute alle Hände voll zu tun. Magdeburg beginnt stürmisch und Laprevottes Schussversuch kann im letzten Moment geblockt werden. Nach acht Minuten ist es Wooten, der zum ersten Mal für den SVS vor dem gegnerischen Tor auftaucht. Doch sein Schuss wird ebenfalls abgewehrt.

SVS wird stärker

Mit zunehmender Spieldauer gewinnt der SVS immer mehr Spielanteile, die kämpferischen und läuferischen Leistungen stimmen ebenfalls. Versuche der Gastgeber, das Spiel geordnet aufzubauen, werden durch frühes Anlaufen im Keim erstickt. In der 24. Minute kann Förster nach Ballgewinn in der eigenen Hälfte einen schönen Angriff über Linsmayer und Karl abschließen, jedoch landet der Ball in den Armen von Magdeburgs Keeper Loria.

Zhirov mit starker Abwehr

Ab der 30. Minute trauen sich die Magdeburger dann wieder mehr nach vorne. Gefährlich wird es nach einem Freistoß von Perthel, als Türpitz an den Ball kommt und Zhirov dessen Abschluss per Grätsche zur Ecke klären kann. Die kann im Anschluss problemlos abgewehrt werden. Im Anschluss das gleiche Spiel, wie zuvor: Viele Zweikämpfe im Mittelfeld, viele kleinere Fouls, kaum längere Ballstafetten. Kurz vor der Pause kommt nach einem langen Ball noch einmal Schleusener an den Ball, wird im Strafraum jedoch von Müller am Abschluss gehindert. Anschließend ist Pause in Magdeburg.

Viel Kampf, wenig Fußball

Nach dem Seitenwechsel beginnt der zweite Durchgang ohne personelle Änderungen. Und es zeichnet sich für die Zuschauer zunächst das gleiche Bild wie in der ersten Hälfte ab: Viel Kampf, zu wenig Fußball. In der 58. Minute probiert es Linsmayer nach schönem Konter aus 20 Metern, sein Schuss wird jedoch zur Ecke abgewehrt, die wiederum ungenutzt bleibt. Hinten stehen die Sandhäuser gut, nach vorne fehlt auf dem schwierigen Geläuf aber einfach die Durchschlagskraft.

Schuhen mit einem Reflex, Wooten erzielt die Führung

In der 73. Minute bekommen die Magdeburger einen Eckball zugesprochen, doch es ist der SV Sandhausen, der daraus Kapital schlagen kann. Zunächst kratzt Schuhen mit einem Reflex einen Kopfball von der Linie, dann verlängert Behrens per Kopf einen Befreiungsschlag in den Lauf von Wooten, der allen davon eilt und alleine vor Loria zur 1:0-Führung vollendet. Somit stünde der SVS in der Tabelle nur noch zwei Punkte hinter den Magdeburgern und würde die „Rote Laterne“ abgeben.

SVS rettet Führung über die Zeit

Die allerdings werfen nach dem Treffer alles nach vorne. Doch der SVS kann seine defensive Stabilität halten und kommt selbst zur Chance auf das 2:0, aber Diekmeiers Linksschuss aus dem Rückraum wird von Loria noch aus dem Winkel gefischt. In den letztenMinuten schnüren die Hausherren die Schwarz-Weißen in der eigenen Hälfte ein, doch der SVS, bei dem in der Nachspielzeit Vollmann und Zenga für Schleusener und Wooten kommen, wirft sich aufopferungsvoll in jeden Zweikampf und kann am Ende über drei wichtige Auswärtspunkte jubeln.

Jetzt gilt es, dranzubleiben und schon im nächsten Heimspiel den nächsten Schritt zum gemeinsamen Ziel zu gehen. Am Samstag ist der FC St. Pauli zu Gast am Hardtwald, Anpfiff ist um 13 Uhr.

1.FC Magdeburg: Loria – Bülter, Erdmann, Tob. Müller, Perthel – Hammann (C, 86' Chahed), Laprevotte, Preißinger, Türpitz – Lewerenz (62' Butzen), Niemeyer (76' Kwadwo)

SV Sandhausen: Schuhen – Diekmeier (C), Verlaat, Zhirov, Paqarada – Karl – Linsmayer, Förster – Gíslason (69' Behrens), Wooten (90+1' Zenga), Schleusener (90+3' Vollmann)

Tore: 0:1 Wooten (73')

Zuschauer: 19.615

Die Stimmen zum Spiel 1.FC Magdeburg – SV Sandhausen:

Jürgen Machmeier: „Die letzten zehn Minuten waren aus emotionaler Sicht kaum zu überbieten. Hut ab, was für eine Mentalität die Mannschaft nach dieser turbulenten Woche an den Tag gelegt hat. Galligkeit und Gier – das war heute der SV Sandhausen, wie wir ihn in der aktuellen Lage erwarten. Die Jungs müssen jetzt weiter nach vorne denken. Die Art und Weise, wie wir heute die drei Punkte erkämpft haben, stimmen mich zuversichtlich für die Zukunft.“

Mikayil Kabaca: „Heute ist eine große Last von uns abgefallen und wir sind total froh, hier in Magdeburg einen Dreier eingefahren zu haben. Wir wussten im Vorfeld, dass das ein richtungsweisendes Spiel sein würde. Wir haben Magdeburg wieder mit unten reingezogen und wissen wieder, wie es sich anfühlt, zu gewinnen. Wir haben in der Vorbereitung klar angesprochen, dass es nicht um Schönspielerei gehen würde, sondern nur um die drei Punkte, egal wie. Es war ein Arbeitssieg und ein Sieg der Moral, wenn man bedenkt, was seit dem Aue-Spiel alles passiert ist. Das haben die Jungs wirklich super gemacht.“

Uwe Koschinat: „Wir haben einen glücklichen Sieg eingefahren. Entscheidend waren zwei Faktoren: erstens Mentalität. Beide Mannschaften standen aufgrund der tabellarischen Situation unter großer nervlicher Belastung. Zweitens die Platzverhältnisse. Auf dem tiefen Geläuf war es schwer, zu kombinieren, weshalb beide Mannschaften eine einfache Spielweise gewählt haben. Wir haben es in der ersten Halbzeit mehrheitlich geschafft, Magdeburg vom eigenen Tor fernzuhalten, ohne aber selbst Chancen zu kreieren. In der zweiten Halbzeit hat Schuhen mit seiner Parade am kurzen Pfosten wahrscheinlich einen Sieg der Magdeburger verhindert. So gelingt uns im Gegenzug der Lucky Punsh und wir konnten nach viel Kampf und Leidenschaft als Sieger vom Platz gehen. Die Mannschaft hat heute ein Lebenszeichen gesetzt und bewiesen, dass sie dem Druck standhält.“

Andrew Wooten: „Das fühlt sich gerade sehr gut an. Wir wussten, dass das ein schweres Spiel wird. Wir wussten aber auch, dass es heute auf Kampf und Leidenschaft ankommt und das haben wir auf dem Platz umgesetzt. Deshalb haben wir aus meiner Sicht auch verdient gewonnen. Wir waren von Anfang an präsent, haben die Zweikämpfe angenommen und auch gewonnen. So sind wir ins Spiel gekommen und wir wussten, dass wir so zu unseren Chancen kommen würden. Und so ist es dann ja auch gekommen. Das war ein dreckiger Arbeitssieg. Aber den nehmen wir gerne mit.“

Marcel Schuhen: „Schlechtes Wetter, schwierige Platzverhältnisse, totale Auswärtsatmosphäre – das war heute eines dieser Spiele, in denen man in jeder Sekunde hellwach sein muss. Beide Mannschaften haben ohne viel Risiko mit vielen langen Bällen agiert und viele Zweikämpfe geführt. Aber so gehört sich Abstiegskampf. Als Torwart musst du auf die Momente gefasst sein, in denen du gebraucht wirst, und dann musst du auch auf den Punkt da sein. Wenn nach einem gehaltenen Ball direkt im Gegenzug das 1:0 fällt, dann ist das doch einfach eine geile Situation. Das war aber nur ein Schritt in die richtige Richtung und wir haben noch einen langen Weg vor uns.“

Dennis Diekmeier: „Wir haben das heute sehr gut gemacht. Wir waren von der ersten Minute an voll da und haben uns in jeden Zweikampf geworfen. Genau das hat uns letzte Woche gegen Aue gefehlt. Wir wussten um die Schwere der Aufgabe, gepaart mit Regen, Wind und dem schwierigen Geläuf, aber wir haben das sehr gut gemacht. Es war die Entscheidung des Trainers, dass ich heute als Kapitän die Mannschaft aufs Feld führen würde, und natürlich möchte ich der Mannschaft mit meiner Erfahrung helfen und vor allem auch mit Körpersprache vorangehen. Wir sind wieder da, müssen jetzt weiter punkten und genauso fokussiert in die nächsten Spiele gehen.“

 

1. FC Magdeburg - SV Sandhausen (0:1)

1. FC Magdeburg SV Sandhausen
Die Aufstellungen am 10.03.2019 13:30 Uhr
Loria - Niemeyer (76. Osei Kwadwo) - Hammann (86. Chahed) - Müller - Perthel - Erdmann - Laprevotte - Preißinger - Lewerenz (62. Butzen) - Türpitz - Bülter Schuhen - Diekmeier - Verlaat - Zhirov - Paqarada - Linsmayer - Karl - Gislason (69. Behrens) - Förster - Schleusener (90. Vollmann) - Wooten (90. Zenga)
Auf der Auswechselbank
Brunst-Zöllner, Brégerie, Butzen, Chahed, Coslty, Osei Kwadwo, Rother Lomb, Dieckmann, Knipping, ??, Vollmann, Zenga, Behrens
Die Trainer
Michael Oenning Uwe Koschinat
So fielen die Tore
- 73. Andrew Wooten 0:1
Schiedsrichter
unbekannt
Zuschauer
19615