16.03.2019 13:00 Uhr

SVS schlägt St. Pauli mit 4:0

Never change a winning team!

Nach diesem Motto schickt Cheftrainer Uwe Koschinat seine Mannschaft im Heimspiel gegen den FC St. Pauli aufs Feld. Die gleiche Startelf, die in der Vorwoche den 1:0-Auswärtserfolg beim 1. FC Magdeburg ebnete, soll es heute gegen die Kiezkicker richten. Doch zu Beginn sind es die Gäste, die den Ton angeben und Sandhausen früh unter Druck setzen. Aber in der fünften Minute kommt es zum Eckball für den SVS. Nach dessen Ausführung versucht es zunächst Paqarada aus der Distanz, bleibt jedoch hängen. Den Abpraller schlenzt Linsmayer aus 20 Metern perfekt ins linke untere Eck, doch die Freude währt nur kurz. Denn vor den Pauli-Tor nimmt Jesper Verlaat Pauli-Keeper Himmelmann die Sicht – Abseits.

Linsmayers Treffer zählt nicht

Aber das nicht gegebene Tor wirkt dennoch wie ein Weckruf, denn der SVS tritt fortan mutiger auf. In der achten Minute verpasst Wooten ein Linsmayer-Flanke von rechts nur knapp. Mit zunehmender Spieldauer kommen die Gastgeber immer besser ins Spiel, jedoch ohne zwingend vors gegnerische Tor zu kommen. Bis zur 26. Minute, als die nun früh anlaufenden Sandhäuser durch einen schnellen Ballgewinn aussichtsreich am Sechzehner auftauchen. Doch Schleuseners Querpass auf Linsmayer wird im letzten Moment abgefangen. Schade, denn da war deutlich mehr drin!

Wooten erzielt die Führung

In der 31. Minute das nächste Ausrufezeichen. Wieder verliert St. Pauli im Spielaufbau den Ball und Gíslason kommt an der rechten Strafraumkante zum Abschluss, doch Himmelmann kann zur Ecke klären. Die bringt zwar nichts ein, doch der SVS ist mittlerweile die bessere Mannschaft. In der 34. Minute wird die Leistungssteigerung belohnt: Schuhen macht das Spiel schnell und spielt rechts Diekmeier an, der mit Ball zum Sprint ansetzt und dabei Möller Deahli abhängt. Seine Flanke erreicht am langen Pfosten Wooten, der die Kugel per Kopf im Tor unterbringt. Die verdiente Führung für die Sandhäuser!

SVS erhöht noch vor der Pause

Und die setzen direkt nach: Nach einem Eckball für die Gäste kommt Gíslason an den Ball und schickt Förster über die linke Außenbahn. Der wirft den Turbo an, zieht nach innen und trifft mustergültig ins rechte untere Eck. Die Zwei-Tore-Führung! Und die wird nur eine Minute später fast um einen weiteren Treffer ausgebaut, doch diesmal scheitert Förster, der nach tollem Kombinationsspiel im gegnerischen Strafraum nur das Außennetz trifft. Kurz drauf ist Pause am Hardtwald und mit der Zwei-Tore-Führung geht’s in die Kabine.

Doppelschlag durch Schleusener und Förster

Aus der kommt der SVS nach dem Seitenwechsel perfekt wieder raus, denn in der 46. Minute kommt es fast zu einer Kopie des 1:0. Wieder kommt Diekmeier über rechts, wieder flankt er nach innen, und wieder sitzt der Kopfball perfekt – diesmal verwandelt von Fabian Schleusener! Und die Sandhäuser lassen keineswegs nach, im Gegenteil: Nur drei Minuten nach dem dritten Treffer zappelt der Ball erneut im Netzt. Förster kann einen Pass von Buballa abfangen, dringt in den Strafraum ein und trifft aus spitzem Winkel – Doppelpack durch die Nummer 28!

Schuhen stark

Nach diesem perfekten Start in den zweiten Spielabschnitt wird St. Pauli aktiver. In der 54. Minute kann Schuhen erst einen Distanzschuss von Flum parieren, drei Minuten später vereitelt er die Chance des allein auf ihn zulaufenden Diamantakos. In der 65. Minute hat der SVS-Keeper gegen Zanders Heber zwar das Nachsehen, aber Gíslason kann auf der Linie klären.

Zenga und Behrens kommen

In der 68. Minute dann der erste Wechsel auf Seiten der Gastgeber. Für den Torschützen zum 3:0, Fabian Schleusener, kommt Erik Zenga in die Partie. In der 74. Minute bekommt der unermüdlich kämpfende Linsmayer bei einem Klärungsversuch einen mit und muss ebenfalls vom Platz. Für ihn kommt Kevin Behrens. Der hat vier Minuten die Chance auf das 5:0. Sandhausen kann sich im gegnerischen Angriffsdrittel festsetzen und über Förster und Zenga bis in den Strafraum kombinieren. Behrens anschließender Drehschuss landet jedoch nur am Außennetz. In der 80. Minute verpasst er ein Zuspiel von Gíslason in den freien Raum nur um Haaresbreite. Am Ende gewinnt der SVS nach einer kämpferisch und spielerisch hervorragenden Leistung hochverdient mit 4:0 gegen den FC St. Pauli.

Nach der Länderspielpause reist der SV Sandhausen am Sonntag, den 31. März, zum FC Ingolstadt.

SV Sandhausen: Schuhen – Diekmeier (C), Verlaat, Zhirov, Paqarada – Linsmayer (74' Behrens), Karl – Gíslason, Förster (87' Müller), Schleusener (68' Zenga) – Wooten

 

FC St. Pauli: Himmelmann, Zandder, Avevor, Hoogma, Buballa – Dudziak (52' Flum), Knoll – Möller Daehli, Buchtmann (C), Lankford (84' Miyaichi) – Meier (52' Diamantakos)

 

Tore: 1:0 Wooten (34'), 2:0 Förster (43'), 3:0 Schleusener (46'), 4:0 Förster (49')

 

Zuschauer: 10.657

Die Stimmen zum Spiel SV Sandhausen - FC St. Pauli:

Jürgen Machmeier: „Wenn nach dem Spiel die Zuschauer auf den Sitzen stehen, dann macht das auch mich als Präsidenten glücklich. Nach der Niederlage gegen Aue ging ein Ruck durch die Mannschaft und die Spieler haben heute und auch schon gegen Magdeburg bewiesen, dass sie bei Weitem nicht so schlecht sind, wie es oft in der Presse zu lesen war. Wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, kannst Du es gegen eine Mannschaft wie St. Pauli kaum besser machen. Und auch die Zuschauer haben heute etwas zurückgegeben. Aber wir bleiben auf dem Boden, denn wir haben noch nichts erreicht. Wir müssen weiterhin die Gier nach Erfolg aus den letzten beiden Spielen an den Tag legen. Den momentanen Tabellenplatz müssen wir mit dem Messer zwischen den Zähnen verteidigen.“

Uwe Koschinat: „Heute habe ich in den ersten zehn Minuten eine deutliche Unterlegenheit von uns festgestellt. Davon haben wir uns aber sehr ordentlich befreit, der Weckruf dazu war der annullierte Treffer von Denis Linsmayer. Mir hat heute gefallen, dass wir nach vorne viel schnörkelloser gespielt haben. Darüber hinaus muss ich Markus Karl ein großes Kompliment aussprechen, er hat viele Ballgewinne im Zentrum gehabt, das hat uns enorm weitergeholfen. Diese Momentaufnahme ist für den Klub und für die Fans sehr gut, doch es ist ganz wichtig darauf aufmerksam zu machen, dass in unserer derzeitigen Situation Punkte Pflicht sind. Unser heutiges Auftreten und die sechs Punkte in Folge sind mit Sicherheit eine tolle Geschichte, aber wir sollten uns von dem Ergebnis nicht blenden lassen. Wir befinden uns in einer prekären Lage und das wird noch ein sehr langer Weg.“

Mikayil Kabaca: „Diesen Sieg haben wir gebraucht. Die drei Punkte in Magdeburg haben wir über den Kampf gewonnen. Auch heute sind wir über den Kampf bis hin zum Spielerischen gekommen und haben eindrucksvoll bewiesen, was wir draufhaben. Es war wichtig, das heute im eigenen Stadion vor den eigenen Fans zu zeigen. Wir sind stolz auf die Mannschaft, schauen aber weiter von Spiel zu Spiel. Wir nehmen diese beiden Siege jetzt mit in die Länderspielpause, die wir ohne Testspiel zur Vorbereitung nutzen, und fahren danach mit voller Kraft nach Ingolstadt, um an der heutigen Leistung anzuknüpfen.“

Dennis Diekmeier: „Vielleicht hat uns die Klatsche gegen Aue mal ganz gutgetan. Immer nur schön zu spielen, aber am Ende ohne Punkte da zu stehen, bringt auf Dauer nicht viel. Das Trainerteam hat uns sowohl gegen Magdeburg, als auch heute gegen St. Pauli wirklich sehr gut eingestellt. Uwe Koschinat ist ein hervorragender Trainer. Die Gespräche mit ihm haben mich davon überzeugt, hier her nach Sandhausen zu kommen. Er spricht viel mit den Spielern und geht auf sie ein. Es erfüllt mich mit stolz, diese Mannschaft als Kapitän aufs Feld führen zu dürfen. Ich bin sehr gerne hier, weil mich die Menschen so angenommen haben, wie ich einfach bin. Aber: Keiner darf jetzt auch nur ein Prozent nachlassen. Ich versuche, meiner Mannschaft mit meiner Art weiterzuhelfen. Mit Körpersprache und Zweikampfverhalten. Wenn ich dann noch Vorlagen geben kann wie heute, dann freut mich das natürlich umso mehr.“

Philipp Förster: „Wir haben schon in Magdeburg ein gutes Spiel gezeigt, gerade was die Mentalität betrifft. Heute war von Anfang an zu sehen, dass wir unbedingt gewinnen wollten. Wir haben wenig zugelassen und nach vorne viele gute Akzente gesetzt. Bei meinen Toren bin ich froh, dass ich den Ball beide Male so gut getroffen habe, aber im Endeffekt zählen nur die drei Punkte. Wir müssen jetzt weiter dranbleiben, alles reinhauen und hart arbeiten. Dann bin ich sicher, dass wir das schaffen.“

Andrew Wooten: „Wir haben absolut verdient gewonnen. Die Chancen, die sich uns boten, haben wir heute eiskalt genutzt. Der Trainer hat uns wie immer hervorragend auf den Gegner eingestellt und so kommt dann auch mal solch ein 4:0 zustande. Nach dem Magdeburg-Spiel konnten wir eine Menge Selbstvertrauen tanken. Wir wissen aber auch, dass wir noch nichts erreicht haben. Die Konzentration geht sofort auf die wichtige Partie in Ingolstadt. Aber Spiele wie heute machen uns Mut und geben viel Kraft. Wir wissen, dass wir es können, und wir müssen das jetzt in jedem Spiel auf den Platz bringen. Wir sitzen alle im selben Boot und den aktuellen Schwung wollen wir unbedingt mitnehmen.“

SV Sandhausen - FC St. Pauli (4:0)

SV Sandhausen FC St. Pauli
Die Aufstellungen am 16.03.2019 13:00 Uhr
Schuhen - Diekmeier - Verlaat - Zhirov - Paqarada - Linsmayer (74. Behrens) - Karl - Gislason - Förster (87. ERROR!) - Schleusener (69. Zenga) - Wooten Himmelmann - Zander - Avevor - Hoogma - Buballa - Knoll - Dudziak (52. Flum) - Lankford (84. Miyaichi) - Buchtmann - Möller Daehli - Meier (52. Diamantakos)
Auf der Auswechselbank
Lomb, Behrens, Zenga, Vollmann, ??, Dieckmann, Knipping Brodersen, Miyaichi, Diamantakos, Flum, Sobota, Schneider, Carstens
Die Trainer
Uwe Koschinat Markus Kauczinski
So fielen die Tore
34. Andrew Wooten 1:0
43. Philipp Förster 2:0
46. Fabian Schleusener 3:0
49. Philipp Förster 4:0
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Schiedsrichter
unbekannt
Zuschauer
10657