06.04.2019 13:00 Uhr

Der SV Sandhausen trennt sich nach einem späten Ausgleich per Handelfmeter mit einem 1:1-Unentschieden vom SC Paderborn.

Behrens verpasst die Führung

Dreimal muss Cheftrainer Uwe Koschinat im Vergleich zum Auswärtssieg beim FC Ingolstadt (2:1) umbauen. Für den verletzten Schleusener, den angeschlagenen Verlaat sowie Zenga rücken Behrens, Kister und Karl in die Startformation. Zudem steht Daghfous erstmals seit seinem Kreuzbandriss wieder im Kader. Nach der anfänglichen Abtastphase kann der SVS nach acht Minuten die erste dicke Gelegenheit verzeichnen. Nach Eckball Gíslason kommt Behrens im Sechzehner frei zum Kopfball, aber Gästekeeper Zingerle reißt die Fäuste hoch und kann klären.

Paderborn wird stärker

Beim SCP versucht es Collins nach zehn Minuten aus der Distanz, zielt aber deutlich am Tor vorbei. Ebenso Schonlau zwei Minuten später. Kurz darauf muss Schuhen zum ersten Mal eingreifen, doch der Kopfball von Michel stellt für den Schlussmann kein Problem dar. Noch ist nichts Zwingendes dabei, aber der Aufsteiger kommt mit zunehmender Spieldauer besser in die Partie.

Kister köpft das 1:0

In der 17. Minute zappelt der Ball dann auf der anderen Seite im Netz. Wieder Eckball SVS, wieder führt Gíslason aus, doch diesmal ist es Kister, der zum Kopfball hochsteigt – und trifft! 1:0 für die Schwarz-Weißen, die nun wieder aktiver sind. In der 28. Minute gibt es die Doppelchance für die Hausherren, erst scheitert Wooten nach Flanke von Paqarada mit dem Fuß, Sekunden darauf Behrens per Kopf nach Zuspiel von Diekmeier.

Knappe Führung zur Pause

Von den Spielanteilen her ist die Partie zwar ausgeglichen, doch der SVS macht im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs den bissigeren Eindruck. Die Abwehr ist hellwach und schon in vorderster Linie wird engagiert verteidigt. Doch auch Paderborn ist stehts bestrebt den Ausgleich zu erzielen. In der 36. Minute ist erneut Schuhen zur Stelle. Michel dribbelt sich über recht in den Strafraum und zielt aufs kurze Eck. Der Sandhäuser Keeper reagiert reflexartig und kann den Ball festmachen. Kurz vor der Pause kann er auch den Fernschuss von Vasiliadis halten. Nachdem noch einmal drei Eckbälle am Stück abgewehrt werden konnten, geht es mit der knappen Führung im Rücken in die Kabine.

Schuhen unüberwindbar

Ohne personelle Änderungen geht’s in den zweiten Durchgang, in den sich zunächst ein ähnliches Bild wie in Halbzeit eins entwickelt. In der 55. Minute kann sich Schuhen einmal mehr auszeichnen, als er einen verdeckten Schuss von Hünemeier aus dem Rückraum festhalten kann. In der 61. Minute der erste Wechsel: der angeschlagene Gíslason muss runter, für ihn kommt Guédé ins Spiel. Nur zwei Minuten später kann Schuhen gleich zwei Großchancen für die Paderborner vereiteln, jeweils gegen Michel: Erst bleibt er im Eins-gegen-Eins lange stehen und kann dessen Schuss zur Seite klären. Drei weitere Minuten später hält Sandhausens Schlussmann auch den 15-Meter-Schuss des Paderboner Angreifers.

Paderborn überlegen

Paderborn lässt nicht locker, sondern drängt weiter auf den Ausgleich. Aber Schuhen hat etwas dagegen. In der 71. Minute kratzt er einen Kopfball aus kürzester Distanz gegen Gueye von der Linie. Die Gäste sind mittlerweile klar überlegen, der SVS hat in der Defensive alle Hände voll zu tun. Selbst Behrens, der mittlerweile die rechte Außenbahn besetzt, verteidigt und klärt an der eigenen Grundlinie.

Ausgleich in der Nachspielzeit

In der 82. Minute der zweite Wechsel beim SVS: Zenga ersetzt Wooten für die Schlussminuten. Der SCP rennt nach wie vor an, Sandhausen verteidigt mit Mann und Maus. Sich bietende, teils aussichtsreiche Kontermöglichkeiten werden nicht konsequent zu Ende gespielt. In der vierminütigen Nachspielzeit bekommt Guédé nach einem Eckball den Ball im Strafraum an die Hand, Schiedsrichter Alt entscheidet auf Strafstoß. Guédé muss zudem mit Gelb-Rot den Platz verlassen. Mit der letzten Aktion des Spiels verwandelt der Paderborner Philipp Klement zum 1:1-Ausgleich.

Der SVS empfängt am kommenden Samstag, den 13. April im BWT-Stadion am Hardtwald Dynamo Dresden.

SV Sandhausen: Schuhen – Diekmeier (C), Kister, Zhirov, Paqarada – Linsmayer, Karl – Gíslason (61' Guédé), Förster - Behrens – Wooten (82' Zenga)

SC Paderborn: Zingerle – Dräger, Schonlau, Hünemeier (C), Collins – Gjasula (61' Gueye), Vasiliadis – Pröger (61' Tekpetey), Klement, Antwi-Adjdj (76' Zolinski) – Michel

Tore: 1:0 Kister (17'), 1:1 Klement (90‘+4)

Zuschauer: 5.442

Die Stimmen zum Spiel SV Sandhausen - SC Paderborn:

Jürgen Machmeier: „Im Endeffekt muss man ganz klar sagen, dass der Ausgleich verdient war für Paderborn. Wir sind froh, dass er nicht schon früher gefallen ist. Der SCP ist eine absolute Spitzenmannschaft, die 90 Minuten lang bei jedem Eckball und bei jeden Einwurf Vollgas-Fußball fabriziert. Phasenweise haben wir es heute aber wirklich gut gemacht, nur waren wir irgendwann einfach platt. Vor dem Spiel wäre ich mit einem Punkt zufrieden gewesen, und ich bin es auch jetzt nach dem Spiel. Wir müssen jetzt Kraft sammeln, denn nächste Woche geht’s direkt weiter mit dem nächsten Heimspiel gegen Dresden.“

Micayil Kabaca: „Den Elfmeter kann man pfeifen und das muss man akzeptieren. Ich schätze Paderborn nach Köln und Hamburg als drittstärkste Mannschaft der 2. Liga ein. Man hat heute ganz klar gesehen, über welche Qualitäten sie verfügen. Auf der einen Seite hätten wir das Spiel durch den ein oder anderen Konter entscheiden können, aber der anderen Seite müssen wir froh sein, dass der Ausgleich nicht noch früher gefallen ist, sonst stünden wir jetzt womöglich ganz ohne Punkte da.“

Uwe Koschinat: „Ich habe in den ersten 25 Minuten eine hervorragende Anfangsphase meiner Mannschaft gesehen: Wir haben auf der einen Seite ein unheimlich galliges Zweikampfverhalten gehabt und haben auf der anderen Seite wahnsinnig schnell umgeschaltet. Daraus resultierten zahlreiche Standardsituationen wo wir mit unserer körperlichen Überlegenheit oftmals zum Abschluss kamen, wie auch beim Treffer von Tim Kister zum 1:0. Gegen Ende der ersten Halbzeit mussten wir unserem anfänglichen Tempo dann Tribut zollen, wodurch Paderborn immer besser ins Spiel kam. Uns war klar, dass es eine wahnsinnig intensive und anstrengende zweite Halbzeit werden wird, hier hat uns leider die körperliche Frische gefehlt, um den Sack frühzeitig zuzumachen. Wir hatten einen überragenden Marcel Schuhen im Tor, der zahlreiche Chancen der Paderborner sensationell vereitelt hat. Natürlich ist es dann unglücklich, wenn du in der Nachspielzeit zwei Punkte verlierst, aber wir sollten fairerweise sagen, dass der Handelfmeter berechtigt war und der Gegner einen extrem überlegenen zweiten Abschnitt gespielt hat.“

Tim Kister: „Es fühlt sich an, wie eine Niederlage. Es war klar, dass Paderborn drücken würde, aber wenn wir in der zweiten Halbzeit unsere Konter besser zu Ende spielen, dann machen wir hier das zweite und dritte Tor. Einen Punkt gegen eine Spitzenmannschaft wie Paderborn hätte ich vor dem Spiel unterschieben. Jetzt muss ich damit leben. Aber wir merken die Euphorie hier rund um den Verein und wir geben weiter alles, um noch so viele Punkte zu holen, wie möglich. Jetzt haben wir nächste Woche Dresden vor der Brust.“

Marcel Schuhen: „Wenn wir uns das Spiel in ein, zwei Tagen noch einmal anschauen, dann werden wir erkennen, dass wir in der ersten Halbzeit besser waren, Paderborn in der zweiten. Das Unentschieden an sich ist in Ordnung, die Art und Weise mit dem Elfmeter in der Nachspielzeit aber natürlich sehr ärgerlich. Paderborn spielt Fußball mit einer gewissen Portion Wahnsinn, der Spaß macht, zuzuschauen. Aber auch wir haben unsere Qualitäten und wenn man sich die gegnerische Aufstellung anschaut, dann hat auch er das registriert. Wir haben in den letzten Wochen gezeigt, dass wir punkten können, aber auf jeden Fall noch einen langen Weg vor uns.“

SV Sandhausen - SC Paderborn 07 (1:1)

SV Sandhausen SC Paderborn 07
Die Aufstellungen am 06.04.2019 13:00 Uhr
Schuhen - Diekmeier - Zhirov - Kister - Paqarada - Linsmayer - Karl - Gislason (61. Guédé) - Förster - Behrens - Wooten (82. Zenga) Zingerle - Dräger - Hünemeier - Schonlau - Collins - Vasiliadis - Gjasula (61. Guèye) - Pröger (61. Tekpetey) - Klement - Antwi-Adjej (76. Zolinski) - Michel
Auf der Auswechselbank
Lomb, Daghfous, Zenga, Taffertshofer, Guédé, ??, Dieckmann Ratajczak, Strohdiek, Ritter, Guèye, Zolinski, Boeder, Tekpetey
Die Trainer
Uwe Koschinat Steffen Baumgart
So fielen die Tore
17. Tim Kister 1:0 90. Philipp Klement (Elfmeter) 1:1
Schiedsrichter
unbekannt
Zuschauer
5442