13.04.2019 13:00 Uhr

Der SV Sandhausen bleibt auch im fünften Spiel in Folge ungeschlagen und gewinnt zu Hause gegen die SG Dynamo Dresden mit 3:1.

Starke Anfangsphase

Cheftrainer Uwe Koschinat muss im Vergleich zum Heimspiel gegen Paderborn auf einer Position verletzungsbedingt wechseln. Für den angeschlagenen Gíslason rückt Taffertshofer in die Anfangself, Klingmann nimmt zunächst auf der Bank Platz. Und schon in den Anfangsminuten zeichnet sich eine rasante Partie ab. Nach zwei Minuten taucht Behrens nach tollem Zuspiel von Wooten vor dem Dynamo-Tor auf, scheitert jedoch an Gästekeeper Schubert. Fast im Gegenzug prüft Koné aus 20 Metern Schuhen, der zur Ecke klären kann. Nach neun Minuten ist es Wooten, dessen Schuss aus spitzem Winkel abgeblockt wird. Weitere 60 Sekunden später verlängert Karl eine Ecke auf Behrens, der den Ball mit der Fußspitze über das Tor befördert.

Karl muss runter

Und ereignisreich geht es weiter: In der 18. Minute muss der SVS zum ersten Mal wechseln. Nach einem Zweikampf mit Koné bleibt Karl liegen und muss von den Mannschaftsärzten behandelt werden, doch es geht nicht weiter. Karl muss vom Platz und Zenga nimmt seinen Platz im defensiven Mittelfeld ein. Keine zwei Minuten sind vergangen, da muss auch die Nummer 17 wegen einer blutenden Nase nach Zweikampf mit Berko behandelt werden. Kurz darauf eine knifflige Szene im Dresdner Strafraum: Ballas bringt Behrens zu Fall, doch Schiedsrichter Florian Heft entscheidet auf Weiterspielen.

Nur das Tor fehlt

In der 32. Minute die nächste hochkarätige Möglichkeit. Eine Flanke von Diekmeier segelt durch den Strafraum und landet am langen Pfosten beim fleißigen Behrens, dessen Kopfball aber verunglückt und statt im Tor neben dem Tor im Auffangnetz landet – die bis dato beste Chance im Spiel. Nach Ablauf der dreiminütigen Nachspielzeit bitten die Unparteiischen zum Pausentee.

Auch Förster verletzt, Daghfous feiert Comeback

Nach dem Seitenwechsel geht’s zunächst ohne personelle Wechsel weiter. Aber nach fünf Minuten gibt Förster das Signal, ebenfalls verletzungsbedingt ausgewechselt werden zu müssen, nachdem er schon vor der Pause behandelt wurde. In der 53. Minute kommt somit Nejmeddin Daghfous zu seinem Saisondebüt. Kurz darauf wieder die Chance für die Schwarz-Weißen: Nach einem Freistoß von Paqarada segelt Zengas Kopfball knapp am langen Pfosten vorbei.

Dresden geht in Führung

Aus dem Nichts geht im Gegenzug Dynamo in Führung, begünstigt durch die SVS-Hintermannschaft. Nach einer ungenauen Rückgabe erläuft Berko den Ball und kommt frei vor Schuhen zum Abschluss, die 1:0-Führung für die Gäste.

Drei Treffer in zehn Minuten

Aber es scheint, als habe der SVS diesen Wachrüttler gebraucht, denn zwischen der 69. und 79. Minute wurde das nachgeholt, was im ersten Durchgang versäumt wurde. Den Anfang macht Zhirov, der bei einem Eckball am höchsten steigt und sein erstes Tor für die Hardtwälder erzielt. Nur drei Minuten später die nächste Torpremiere: Nejmeddin Daghfous verwandelt einen direkten Freistoß zum 2:1. Den dritten Streich macht Wooten, der einen mustergültigen Konter eiskalt zum 3:1 vollendet. Zehn Minuten, die diese Partie komplett gedreht haben! Bis zum Schlusspfiff hat der SVS sogar noch Chancen auf den vierten Treffer, als beispielsweise Denis Linsmayer nur den Pfosten trifft. Felix Müller kommt in der letzten Spielminute noch für Wooten auf den Platz, nach dreiminütiger Nachspielzeit ist dann Schluss!

Der SVS beweist eine tolle Moral, kämpft sich nach einem Rückstand zurück in die Partie und gewinnt schlussendlich verdient mit 3:1!

Am kommenden Samstag, den 20. April, gastiert Sandhausen dann beim MSV Duisburg.

SV Sandhausen: Schuhen – Diekmeier (C), Kister, Zhirov, Paqarada – Linsmayer, Karl (20' Zenga), Taffertshofer, Förster (53' Daghfous) – Wooten (90' Müller), Behrens

SG Dynamo Dresden: Schubert – Dumic, Ballas, Gonther (C, 78' Ebert) – Burnic – Wahlqvist, Atik, Duljevic, Möschl (71‘ Kreuzer) – Berko, Koné (63' Röser)

Tore: 0:1 Berko (56'), 1:1 Zhirov (69'), 2:1 Daghfous (72'), 3:1 Wooten (79')

Zuschauer: 6.541

Die Stimmen zum Spiel SV Sandhausen - SG Dynamo Dresden:

Micayil Kabaca: „Es freut mich unheimlich für Nej, dass er nach seiner so langen Verletzungspause heute sein Comeback feiern konnte. Dass er dann in solch einer wichtigen Situation das 2:1 für uns erzielt, ist natürlich großartig. Er ist ein erfahrener Spieler und ein absoluter Teamplayer, was man nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Kabine spürt. Ich sind sehr froh, dass wir ihn bei uns haben.“

Uwe Koschinat: „Das Spiel hat in den 90 Minuten heute wahnsinnig viel geboten, die erste Halbzeit hatte für mich gefühlt überhaupt keine Pause. Aus meiner Sicht hatten wir eine sehr gute Spielanlage, die Mannschaft wirkte nicht nur zweikampfstark und gallig, sondern auch ball- und passsicher. Der Wehrmutstropfen aus dieser Phase ist, dass wir trotz klarer Torchancen nicht mit 1:0 in Führung gegangen sind. Wir haben auf der letzten Linie des Gegners zu sehr in die Breite gespielt, anstatt aus der zweiten Reihe den Abschluss zu suchen. Der zweite Durchgang begann weiterhin mit sehr viel Schwung, der Gegentreffer aus dem Nichts war für die Mannschaft deshalb ein enormer Schock, das war eine ganz gefährliche Phase. Der Ausgleich für uns gelang uns dann nach einer Standardsituation, was in den letzten Wochen zu einer echten Stärke meiner Mannschaft geworden ist. Der persönliche Sieger dieser Partie ist natürlich Nejmeddin Daghfous, der nach seiner langen Leidenszeit uns mit 2:1 in Führung bringt. Durch diesen Treffer haben wir immer mehr an Sicherheit gewonnen und unheimlich konzentriert verteidigt. Der Konter zum 3:1 hat das Spiel dann entschieden. Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir viele Menschen rund um den Hardtwald aktuell sehr mitnehmen.“

Denis Linsmayer: „Hochverdienter Sieg! Wir haben einen hohen Aufwand betrieben und auch spielerisch viele gute Akzente gesetzt. In der ersten Halbzeit hätten wir mindestens zwei Tore machen müssen. Nach dem 0:1 haben wir dann ein paar Minuten gebraucht, bis wir diesen Schock verdaut hatten. Spätestens beim 1:1 hat man aber gesehen, dass wir fest daran geglaubt haben, das Ding hier noch zu drehen. Unsere Chancen stehen nach jedem Sieg besser. Aber auch wenn die heutigen Ergebnisse auf den anderen Plätzen sicher nicht schlecht für uns waren, so schauen wir trotzdem weiter von Spiel zu Spiel, auch wenn das eine blöde Phrase ist. Wenn wir weiter unsere Leistung abrufen, können die anderen spielen, wie sie wollen.“

Nejmeddin Daghfous: „Für mich waren das heute natürlich besonders glückliche Momente. Solch ein Comeback wünscht sich jeder Spieler nach einer langen Verletzung. Acht Monate waren es am Ende, die ich in der Reha verbracht habe. Vielen Dank an unseren Physio Joachim Krainz! Ich fühle mich besser, als jemals zuvor. Am meisten freuen mich die drei Punkte. Wenn wir genau so weiterarbeiten, dann bin ich guter Dinge. Das müssen wir auch, denn noch ist nichts erreicht.“

Tim Kister: „Ich muss gestehen, dass ich Berko beim 0:1 überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Erst wollte ich den Ball mit links mitnehmen, habe dann aber Atik im Augenwinkel gesehen und wollte daher Schuh in den Lauf spielen. Das war glaube ich das erste Mal, dass mir so etwas passiert ist. Vielleicht hat es uns ein bisschen wachgerüttelt, denn dieses Spiel hätten wir niemals verlieren dürfen. Bis auf Distanzschüsse haben wir hinten nichts zugelassen, vorne hätten wir den ein oder anderen mehr machen können.“

SV Sandhausen - SG Dynamo Dresden (3:1)

SV Sandhausen SG Dynamo Dresden
Die Aufstellungen am 13.04.2019 13:00 Uhr
Schuhen - Diekmeier - Kister - Zhirov - Paqarada - Karl (20. Zenga) - Taffertshofer - Linsmayer - Förster (52. Daghfous) - Behrens - Wooten (90. ERROR!) Schubert - Dumic - Ballas - Gonther (78. Ebert) - Burnic - Wahlqvist - Atik - Möschl (71. Kreuzer) - Duljevic - Berko - Koné (63. Röser)
Auf der Auswechselbank
Lomb, Verlaat, Daghfous, Zenga, Vollmann, Klingmann, ?? Wiegers, Nikolaou, Kreuzer, Röser, Atilgan, Ebert, Löwe
Die Trainer
Uwe Koschinat Cristian Fiel
So fielen die Tore
69. Aleksandr Zhirov 1:1
72. Nejmeddin Daghfous 2:1
79. Andrew Wooten 3:1
56. Erich Berko 0:1
Schiedsrichter
unbekannt
Zuschauer
6541