27.04.2019 13:00 Uhr

Die Serie des SV Sandhausen hält weiter an: Mit dem 3:2-Erfolg im Heimspiel gegen Holstein Kiel bleibt der SVS im siebten Spiel in Folge ungeschlagen.

Offensive Kieler

Eine Änderung nimmt Cheftrainer Uwe Koschinat im Vergleich zum Auswärtsspiel in Duisburg (2:2) vor. Rúrik Gíslason kehrt nach überstandener Verletzungspause zurück in die Startelf, Erik Zenga nimmt auf der Bank Platz. Der 47-jährige Fußballlehrer wies bereits unter der Woche auf der Pressekonferenz darauf hin, dass die auf dem sechsten Tabellenplatz rangierenden Kieler auf Sieg spielen müssen, wollen sie noch einmal oben anklopfen. Genauso treten die Gäste auch von Beginn an auf. Der SVS wird früh unter Druck gesetzt und schafft es seinerseits nicht, den Ball in den eigenen Reihen zu halten.

Okugawa mit der Führung

Bereits nach sechs Spielminuten trägt das Pressing der Kieler Früchte, als Serra über rechts Lee im Strafraum freispielt, der wiederum auf den völlig freistehenden Okugawa querlegt, der zur frühen Gästeführung trifft. Und der SVS hat Glück, dass er in der Anfangsphase nicht noch höher in Rückstand gerät. In der zehnten Minute blockt Linsmayer in letzter Sekunde einen Schuss von Lee, zwei Minuten später trifft Benes den Querbalken.

Förster und Wooten drehen die Partie

Aber es spricht für die derzeitige Moral der Sandhäuser, dass auch nach solch frühen Rückschlägen keiner den Kopf hängen lässt. In der 17. Minute profitiert Förster von einem Fehler im Kieler Spielaufbau, indem er einen Rückpass von Thesker abfängt, Keeper Reimann umkurvt und zum 1:1-Ausgleich einschiebt. Nur fünf Minuten später gelingt es den Schwarz-Weißen sogar, das Spiel komplett zu drehen. Und einmal mehr ist es Wooten, der nach einem Klärungsversuch der Kieler von einem Abpraller profitiert und vorbei an Reimann seinen 15. Saisontreffer erzielt!

Ausgleich kurz vor der Pause

Nach diesem Doppelpack gibt es auf beiden Seiten Gelegenheiten auf einen weiteren Treffer. Behrens scheitert nach einer Diekmeier-Flanke per Kopf, (36') Wootens Querpass vor dem Tor findet keinen Abnehmer (43'). Auf der anderen Seite köpft Serra fünf Minuten vor der Pause knapp am Tor vorbei. In der 44. Minute landet der Ball dann aber doch im Netz. Benes steckt durch auf Okugawa, der freistehend m Strafraum zum 2:2 ausgleichen kann. Kurz darauf ist Pause am Hardtwald.

Erneute Führung durch Zhirov

Nach dem Seitenwechsel geht es zunächst ohne personelle Änderungen weiter. Und diesmal sind es die Hausherren, die einen Blitzstart hinlegen. Gíslason schlägt eine Ecke an den Fünfmeterraum und findet Zhirov, der den Ball per Kopf im langen Eck unterbringt. Der zweite Saisontreffer des Innenverteidigers und die erneute Führung für die Sandhäuser!

Schuhen stark

Nach dem Treffer entwickelt sich ein rasantes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Kiel erhöht den Druck und hat in der 55. Minute die Schuss-Chance durch Mühling, doch Schuhen macht sich lang und lenkt den Ball um den Pfosten. In der 62. Minute zielt Linsmayer nach schöner Kombination von Förster und Paqarada einen Tick zu hoch. In der 68. erneut ein guter Konter nach Balleroberung im Mittelfeld, diesmal scheitert Taffertshofer aus 20 Metern an Reimann.

Behrens und Daghfous verpassen, Kiel an den Pfosten

Die beste Gelegenheit hat erst Behrens in der 75. Minute, als er nach tollem Zuspiel von Förster über rechts in den Strafraum eindringen kann, dann aber aus kurzer Distanz an Reimann scheitert. Kurz darauf wieder ein Konter über Behrens und den eingewechselten Daghfous, der nach einem Lupfer keinen Abnehmer findet. Diese Fahrlässigkeit rächt sich beinahe postwendend, als Mühling per Schlenzer nur den Innenpfosten trifft. In der 81. Minute beweist abermals Schuhen sein Können, als er per Fußabwehr aus kurzer Distanz gegen Schindler klären kann. Kurz vor Schluss sieht Förster nach einem Foul in der gegnerischen Hälfte seine zehnte gelbe Karte und wird dem SVS damit im kommenden Auswärtsspiel in Heidenheim fehlen. Verletzungsbedingt verließ in der Nachspielzeit Tim Kister den Platz, der von Jesper Verlaat ersetzt wurde. Danach war Schluss und die Schwarz-Weißen feiern einen 3:2-Heimsieg über Holstein Kiel!

Am kommenden Samstag, den 04. Mai gastiert der SVS beim 1. FC Heidenheim.

SV Sandhausen: Schuhen – Diekmeier (C), Kister (90' Verlaat), Zhirov, Paqarada – Linsmayer, Taffertshofer – Gíslason (72' Daghfous), Förster – Wooten, Behrens (85' Zenga)

Holstein Kiel: Reimann – Dehm, Wahl (C), Thesker (33' Schmidt), van den Bergh – Mühling, Meffert (85' Evina), Lee, Benes (72' Schindler) – Okugawa, Serra

Tore: 0:1 Okugawa (06'), 1:1 Förster (17'), 2:1 Wooten (22'), 2:2 Okugawa (44'), 3:2 Zhirov (47')

Zuschauer: 5.298

Die Stimmen zum Spiel SV Sandhausen - Holstein Kiel:

Mikayil Kabaca: „Ich hatte in der Schlussphase einen Puls von 180. So ging es wahrscheinlich allen, die ein SVS-Herz haben. Wir sind ganz schlecht ins Spiel gekommen und Kiel ist verdient in Führung gegangen. Danach wurden wir etwas besser und innerhalb von fünf Minuten hat die Mannschaft nicht nur zwei Treffer erzielt, sondern auch spielerisch zugelegt. Die Fehler, von denen wir profitiert haben, musst Du auch erst einmal erzwingen. Wenn Du die Abwehr nicht unter Druck setzt, passieren auch keine Fehler. Das war von Anfang an unser Plan. Nach der erneuten Führung durch Zhirov müssen wir eigentlich den Sack zumachen, die Gelegenheiten waren da. Kiel hatte bei dem Pfostentreffer die große Chance auf den Ausgleich. Trotzdem haben wir das Spiel über 90 Minuten gesehen verdient gewonnen. Das war ein Sieg des Willens und der Kraft.“

Uwe Koschinat: „Mir imponiert die Spielanlage der Kieler in ganz hohem Maße, weshalb wir heute ein unglaublich schweres Spiel vor der Brust hatten. Bei unseren beiden Gegentoren kamen wir überhaupt nicht in die Zweikämpfe, sodass sich die KSV bis in den Strafraum durchspielen konnte. Wir haben heute davon profitiert, dass wir bei den ersten beiden Toren relativ einfach zum Abschluss kamen. Das 2:2 war zur Pause, um ehrlich zu sein, für uns eher schmeichelhaft. Im zweiten Durchgang hatten wir nach dem Führungstreffer zweimal die Gelegenheit, das Spiel frühzeitig zuzumachen. Meine Mannschaft hat heute große Moral gezeigt und alles reingeworfen, was möglich war. Traurig stimmt uns allerdings die Verletzung von Tim Kister. Wir vermuten, dass der Mittelfuß erneut gebrochen ist. Aber wir warten die weiteren Untersuchungen am Montag ab“

Andrew Wooten: „Dieser Sieg fühlt sich sehr gut an. Wir wussten, dass Kiel eine spielstarke Mannschaft hat und waren sehr gut auf den Gegner eingestellt. Bei unserem Pressing hatten sie große Probleme und so sind auch die beiden Tore in der ersten Halbzeit gefallen. Das 3:2 nach der Pause hat uns dann natürlich in die Karten gespielt. Trotzdem ist es wieder einmal sehr ärgerlich, dass wir unsere Konterchancen nicht konsequenter ausgespielt haben. Jeder Sieg gibt uns mehr Selbstvertrauen, aber es ist noch nichts erreicht. Wir werden versuchen, auch in Heidenheim wieder drei Punkte zu holen.“

Philipp Förster: „Wir haben bis zum Schluss alles in die Waagschale geworfen und deshalb verdient die drei Punkte hierbehalten. Wir arbeiten Tag für Tag und das Trainerteam bereitet uns mit einem guten Matchplan immer wieder hervorragend auf die nächste Aufgabe vor. Wir versuchen, das umzusetzen und in den letzten Spielen haben wir das sehr gut geschafft. Denn wie man sieht, ist es derzeit seht schwer, Punkte gegen uns zu holen. Schade, dass ich aufgrund der Gelben Karte nächste Woche in Heidenheim nicht dabei sein kann. Aber ich bin mir sicher, die Jungs schaffen das auch ohne mich.“

Marcel Schuhen: „Das war ein extrem wildes Spiel. Nach dem 0:1 dachte ich, dass es heute verdammt schwierig werden könnte. Der Schlüssel zum Erfolg war die anschließende Taktikänderung. Denn nach der Umstellung hatten wir einen viel besseren Zugriff. Diese Serie und die Tatsache, dass wir auch nach Rückständen noch Siege einfahren können, geben uns derzeit ein sehr gutes Gefühl. Es sieht vielleicht nicht immer schön aus, aber wir spielen mit unglaublicher Wucht und Kraft. Die Brust wird breiter, aber niemand hier wird überheblich. Dafür war Duisburg Warnung genug.“

Aleksandr Zhirov: "In der Anfangsphase haben wir nicht gut gespielt. Das war heute ein schweres Stück Arbeit, aber wir sind glücklich, dass sie am Ende mit drei Punkten belohnt wurde. Für mich als Innenverteidiger ist es eigentlich wichtiger, zu Null zu spielen, als Tore zu schießen. Trotzdem bin ich natürlich glücklich. Klar solche Standards übt man zwar im Training, aber im Spiel ist es immer etwas anderes."

SV Sandhausen - Holstein Kiel (3:2)

SV Sandhausen Holstein Kiel
Die Aufstellungen am 27.04.2019 13:00 Uhr
Schuhen - Diekmeier - Kister (90. Verlaat) - Zhirov - Paqarada - Linsmayer - Taffertshofer - Gislason (72. Daghfous) - Förster - Behrens (85. Zenga) - Wooten Reimann - Dehm - Thesker (34. Schmidt) - Wahl - van den Bergh - Benes (72. Schindler) - Meffert (85. Evina) - Mühling - Lee - Okugawa - Serra
Auf der Auswechselbank
Lomb, Verlaat, Daghfous, Zenga, Vollmann, Klingmann, ?? Weiner, Sicker, Bisseck, Schmidt, Honsak, Schindler, Evina
Die Trainer
Uwe Koschinat Tim Laszlo Walter
So fielen die Tore
17. Philipp Förster 1:1
22. Andrew Wooten 2:1
48. Aleksandr Zhirov 3:1
6. Masaya Okugawa 0:1
Schiedsrichter
unbekannt
Zuschauer
5298