SV SANDHAUSEN
16.05.2020 13:00 Uhr

1:3-Niederlage in Aue beim Re-Start

Der SV Sandhausen hat seine erste Partie in der 2. Liga nach der Pause, für die die Corona-Pandemie gesorgt hatte, verloren. Beim FC Erzgebirge Aue setzte es am 26. Spieltag ein 1:3 (0:1).

Neustart unter neuen Vorzeichen

Nach einer Pause von etwas mehr als zwei Monaten aufgrund der Corona-Pandemie beginnt die Partie unter neuen Vorzeichen. Die Mannschaften laufen getrennt voneinander ein, legen ihre Gesichtsmasken erst kurz vor dem Anpfiff ab. Die Begrüßung fällt dezent aus, die Zuschauerränge bleiben leer. Für den SVS ist es die erste Partie seit dem 2:2 gegen den FC St. Pauli am 8. März. Gerrit Nauber und Denis Linsmayer rücken für Tim Kister und den aufgrund der fünften Gelben Karte gesperrten Kevin Behrens in die erste Elf. 

Rot für Diekmeier, Aue verwandelt Elfmeter

Die Partie beginnt für den SVS mit einer kalten Dusche. Nach einem Konter zieht der Auer Jan Hochscheidt links in den Strafraum. Dennis Diekmeier versucht, ihn am Abschluss zu hindern. Es kommt zum Zweikampf und Hochscheidt geht zu Boden. Aleksandr Zhirov befindet sich nahezu auf gleicher Höhe, doch Schiedsrichter Florian Badstübner urteilt hart: Elfmeter für Aue, Rot für Diekmeier. Dimitrij Nazarov nutzt die Chance trifft zum 1:0 in die rechte Ecke (5.). 

SVS beruhigt das Spiel

Die Kurpfälzer müssen sich in Unterzahl neu ordnen. Robin Scheu wechselt auf die Rechtsverteidigerposition. Im Mittelfeld rückt eine Dreierkette, bestehend aus Denis Linsmayer, Ivan Paurevic und Emanuel Taffertshofer, zusammen. Vorne stören Aziz Bouhaddouz und Julius Biada den FC Erzgebirge im Spielaufbau. Dem SVS gelingt es, die Heimelf in Schach zu halten. Er lässt in der Anfangsphase keine weiteren Chancen zu.

Zwei Chancen für Biada

Auf der Gegenseite kann der SVS den ein oder anderen Akzent setzen. Die erste Gelegenheit hat Julius Biada, der den Ball in der 17. Minute auf der rechten Seite erobert, in die Mitte drängt und abzieht. Aues Torhüter Martin Männel pariert. In der 24. Minute kombiniert sich der SVS schön bis an den Strafraum heran. Am Ende legt Bouhaddouz für Biada ab, der den Ball jedoch nicht richtig trifft und das Tor klar verfehlt.

Glanztat von Fraisl

Es dauert bis zur 30. Minute, bis Martin Fraisl wieder eingreifen muss. Florian Krügers strammen Schuss pariert der Sandhäuser Schlussmann glänzend. Die dritte SVS-Gelegenheit hat Gerrit Nauber, der nach einer Flanke von Leart Paqarada Maß nimmt. Männel klärt (34.). Die Partie verläuft bis zur Pause weitgehend ausgeglichen.

Klingmann gibt sein Saisondebüt

Mit Beginn der zweiten Halbzeit gibt Philipp Klingmann sein Saisondebüt. Er kommt für Ivan Paurevic ins Spiel und läuft als Rechtsverteidiger auf. Kurz darauf verstärkt Marlon Frey, der Robin Scheu ersetzt, das Mittelfeld. Die Teams dürfen aufgrund einer Regeländerung erstmals fünfmal austauschen. Später kommen auch noch Philip Türpitz, Enrique Peña Zauner und Besar Halimi beim SVS in die Partie.

Auer bauen ihre Führung aus

Der SVS bleibt gefällig. Nauber nach einem Freistoß von Paqarada (60.) und Biada nach langem Pass von Klingmann (61.) verzeichnen weitere Gelegenheiten. Innerhalb von wenigen Minuten dann aber die Entscheidung zugunsten von Aue. In der 64. Minute fällt nach einer Flanke von John-Patrick Strauß durch Florian Krüger mit einem wuchtigen Kopfball das 2:0. Malcolm Cacutalua erhöht in der 69. Minute ebenfalls per Kopf nach einer Ecke auf 3:0. 

Biada verkürzt

Der SVS steckt allerdings nicht auf und wird in der 80. Minute belohnt, als Julius Biada nach einem zu kurzen Auer Rückpass die Situation erkennt und den Ball zum Anschlusstreffer an Männel vorbei über die Torlinie grätscht. Dabei bleibt es allerdings. Der FC Erzgebirge profitiert von der frühen personellen Überzahl, nutzt seine Gelegenheit aber auch eiskalt. Ein unglücklicher Nachmittag aus Sicht des SVS.

Weiter geht’s für den SV Sandhausen am Samstag, den 23. Mai, mit dem Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg. Anpfiff im BWT-Stadion am Hardtwald ist dann um 13:00 Uhr.

FC Erzgebirge Aue: Männel (C) – Samson, Gonther (54. Cacutalua), Rasmussen – Strauß (88. Kusic), Riese, Fandrich, Kempe – Nazarov (69. Zulechner) – Hochscheidt, Krüger (88. Testroet).

SV Sandhausen: Fraisl – Diekmeier (C), Nauber, Zhirov, Paqarada – Paurevic (46. Klingmann) – Taffertshofer (65. Türpitz), Linsmayer – Biada (84. Halimi) – Scheu (59. Frey), Bouhaddouz (65. Peña Zauner).

Tore: 1:0 Nazarov (5.), 2:0 Krüger (64.), 3:0 Cacutalua (70.), 3:1 Biada (80.).

Besonderes Vorkommnis: Rote Karte gegen Diekmeier (4., Notbremse)

 

Die Stimmen zum Spiel FC Erzgebirge Aue gegen den SV Sandhausen

Volker Piegsa: Die Doppelbestrafung beim Elfmeter ist eine klare Fehlentscheidung. Der Elfmeter geht klar, aber die Rote Karte niemals, zumal Aleksandr Zhirov noch eingreifen kann. Enttäuschend ist, dass da auch der Videoschiedsrichter geschlafen hat.

Mikayil Kabaca: Wir haben uns den Re-Start anders vorgestellt. Es war ein berechtigter Elfmeter. Wir müssen auch die Rote Karte so hinnehmen, der Schiedsrichter hat so entschieden. Die Mannschaft hat die ein oder andere Chance verpasst, das 1:1 zu erzielen. Nach dem 0:2 war das Spiel entschieden. Wir müssen jetzt die Köpfe aufrichten und gegen Regensburg einen Dreier landen.

Uwe Koschinat: Die Wiederaufnahme der Saison hat für uns sehr schlecht begonnen. Wir geraten aufgrund eines taktischen Fehlers in Rückstand. Wir sollten am Ende nicht die Entscheidung infrage stellen, sondern uns hinterfragen, warum es zu dieser Situation gekommen ist. Wir haben danach die Umstellung auf ein neues System gut hinbekommen und die Unterzahl wettgemacht. Ich muss meiner Mannschaft da ein Kompliment machen, unsere erste Halbzeit hat uns Mut gemacht. Wir hatten nach der Pause zwei gute Chancen, da war uns das 1:1 leider nicht vergönnt. Mit dem Doppelschlag zum 0:3 war die Partie dann entschieden. Der Anschlusstreffer spricht für die Moral unserer Mannschaft.

Julius Biada: Wenn man sich den Spielverlauf anschaut, ist die Enttäuschung riesengroß. Das Spiel ist quasi nach drei Minuten gelaufen. Wir haben uns sehr viel genommen. Ich kann die Entscheidung beim Elfmeter nur schwer nachvollziehen, weil es aus meiner Sicht eine Mehrfachbestrafung ist. Im Endeffekt wurde es so entschieden. Wir waren dennoch noch im Spiel, haben schnell umgeschaltet und sind zu Abschlüssen gekommen. Letztlich hat dann auch das Quäntchen Glück gefehlt. Bei meinem Tor spekuliere ich ein bisschen auf den Fehler, da ist auch etwas Glück dabei. Im Endeffekt können wir uns dafür aber nicht kaufen.

FC Erzgebirge Aue - SV Sandhausen (3:1)

FC Erzgebirge AueSV Sandhausen
Die Aufstellungen am 16.05.2020 13:00 Uhr
Männel - Gonther (54. Cacutalua) - Samson - Rasmussen - Strauß (88. Kusic) - Riese - Fandrich - Kempe - Nazarov - Hochscheidt - Krüger (88. Testroet)Fraisl - Diekmeier - Zhirov (59. Frey) - Nauber - Paqarada - Linsmayer - Taffertshofer (66. Türpitz) - Scheu - Paurevic (46. Klingmann) - Bouhaddouz (66. Zauner) - Biada (84. Halimi)
Auf der Auswechselbank
Jendrusch, Cacutalua, Kusic, Wydra, Daferner, Kupusovic, Testroet, ZulechnerWulle, Dieckmann, Kister, Klingmann, Verlaat, Frey, Halimi, Zauner, Türpitz
Die Trainer
unbekanntunbekannt
So fielen die Tore
6. Dimitrij Nazarov 1:0
65. Florian Krüger 2:0
69. Malcolm Cacutalua 3:0
80. Julius Biada 3:1
Schiedsrichter
unbekannt
Zuschauer
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