SV SANDHAUSEN

Jubiläumsspiel für 110 Jahre Schwarz und Weiß

Der SV Sandhausen hat sein 110-jähriges Vereinsjubiläum mit einem besonderen Fußballabend am Hardtwald gefeiert. Im Mittelpunkt stand dabei nicht allein das Spiel gegen Eintracht Frankfurt, sondern vor allem das, was den SVS seit mehr als einem Jahrhundert ausmacht: Menschen, Erinnerungen, Zusammenhalt und die gemeinsame Geschichte in Schwarz und Weiß.

Das Stadion am Hardtwald wurde am Mittwochabend zur Bühne für einen Anlass, der weit über 90 Minuten Fußball hinausging. Nur wenige Tage nach dem Saisonabschluss empfing der SV Sandhausen mit Eintracht Frankfurt einen klangvollen Gegner aus der Bundesliga und feierte gemeinsam mit Mitgliedern, Fans, Ehrenamtlichen, Sponsoren, Partnern und Gästen das 110-jährige Bestehen des Vereins.

Schon im Vorfeld der Partie war spürbar, dass dieser Abend einen besonderen Rahmen hatte. Im Stadionprogramm wurden Grußbotschaften von Hakan Günes, Bürgermeister der Gemeinde Sandhausen, Axel Hellmann, Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt, sowie Ronny Zimmermann, 1. Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes, gezeigt. Sie alle würdigten die Geschichte, die Bedeutung und die Verwurzelung des SV Sandhausen.

Präsident Jürgen Machmeier richtete sich vor dem Spiel an die Vereinsfamilie und stellte dabei den Kern des Jubiläums in den Mittelpunkt. „110 Jahre, das bedeutet mehr als nur eine beeindruckende Zahl. Es bedeutet Generationen von Menschen, die diesen Verein geprägt haben“, sagte Machmeier. Der Blick zurück gelte dabei nicht nur Siegen, Tabellenplätzen oder sportlichen Momenten, sondern vor allem den Menschen, „die mit Leidenschaft gespielt, mitgefiebert, organisiert, unterstützt und zusammengehalten haben“.

Damit fasste der Präsident zusammen, was diesen Abend getragen hat: Der SVS feierte nicht nur ein Datum in seiner Vereinschronik, sondern die vielen Geschichten, die diesen Verein seit 1916 prägen. Von den ersten Spielen auf einfachen Plätzen über große sportliche Erfolge bis hin zu schwierigen Phasen, in denen der Zusammenhalt besonders gefragt war.

„Ein Verein lebt nicht von Gebäuden oder Trikots. Ein Verein lebt von den Menschen“, betonte Machmeier weiter. Sein Dank galt den ehemaligen und heutigen Vorständen, den vielen Helferinnen und Helfern im Hintergrund, den treuen Sponsoren sowie den Fans des SVS. Gerade sie haben den Weg des Vereins über Jahrzehnte begleitet und mitgestaltet.

Auch der gesellschaftliche Wert des Vereins nahm in der Ansprache einen festen Platz ein. Beim SV Sandhausen seien über Generationen Freundschaften entstanden, Kinder hätten Teamgeist, Respekt und Fairness gelernt, Gemeinschaft sei am Hardtwald gelebt worden. „110 Jahre bedeuten Tradition. Aber sie bedeuten auch Zukunft“, sagte Machmeier und richtete den Blick bewusst nach vorne: auf neue Spiele, neue Talente, neue Erfolge und viele weitere gemeinsame Jahre.

6-Tore Spiel gegen Frankfurt 

Sportlich schickte der SVS zum Jubiläumsspiel folgende Elf auf den Rasen: Im Tor stand Lukas Schneller, davor verteidigten Louis Kolbe, Yannick Osee, Benedikt Wimmer und Ken Gipson. Im Zentrum begannen Niklas Tarnat und Yanis Outman, davor sollten David Mamutovic, Batu Akgöz und Phil Halbauer die Offensive beleben. In der Spitze lief Pascal Testroet auf. 

Der SVS begann druckvoll und belohnte sich früh: Nach einer Kopfballabwehr der Gäste hatte Outman knapp innerhalb des Strafraums Platz, nahm Maß und traf mit einem leicht abgefälschten Linksschuss zur Führung (7.). Frankfurt kam anschließend besser in die Partie. Erst parierte Schneller einen Abschluss von Sonnenwald stark mit dem Fuß (13.), dann köpfte Maluze nach einer Ecke zum 1:1 ein (17.). Nach einer halben Stunde kam Arthur Lyska für Schneller ins Tor und erhielt damit ebenfalls Spielzeit an diesem besonderen Jubiläumsabend (30.).

Zur zweiten Hälfte brachte der SVS zahlreiche frische Kräfte: Kwabe Schulz, Marvin Schulz, Luca de Meester, Tom Stadler, Teoman Akmestanli, Jahn Herrmann, Robert Ramsak und Robin Krauße kamen für Testroet, Wimmer, Tarnat, Akgöz, Outman, Halbauer, Gipson und Mamutovic. Die Wechsel machten sich sofort bezahlt. Nach einem langen Ball und einer Kopfballverlängerung lief Marvin Schulz frei auf das Frankfurter Tor zu und schloss kurz vor dem Strafraum flach zum 2:1 ab (46.). Nur eine Minute später hatte Ramsak die nächste Großchance, blieb zunächst am Keeper hängen, ehe sein Nachschuss aus kurzer Distanz im letzten Moment per Grätsche verhindert wurde (47.). Auch Herrmann war dem dritten Treffer nahe, als ihm der Ball nach einer Klärungsaktion des weit vor seinem Tor stehenden Frankfurter Schlussmanns vor die Füße fiel. Sein gefühlvoller Schlenzer wurde jedoch noch von einem Frankfurter Kopf kurz vor der Linie geklärt (50.).

Vor 3.202 Zuschauerinnen und Zuschauern ging es mit weiteren personellen Wechseln weiter. Die dritten 30 Minuten erhielt Noah Loos im Tor, der nach einer Stunde für Lyska kam. De Meester hatte wenig später das 3:1 auf dem Fuß, nachdem er die Frankfurter Hintermannschaft nach einer Balleroberung umdribbelt hatte, seinen Abschluss aber knapp am Tor vorbeisetzte (64.). Etwa 20 Minuten vor Schluss kehrten Gipson, Halbauer und Wimmer für Osee, Akmestanli und Kolbe zurück ins Spiel (70.).

In der Schlussphase drehte Frankfurt die Partie zunächst. Nach einem Ballverlust am Strafraum bestrafte die Eintracht den SVS konsequent: Knauff nahm die Gelegenheit an und traf trocken ins Eck zum 2:2 (78.). Nur zwei Minuten später legte der Frankfurter nach. Mit einem starken Solo zog Knauff bis zur Grundlinie, ging anschließend nach innen und beförderte den Ball zum 2:3 ins Tor (80.). Der SVS blieb jedoch im Spiel und kam noch einmal zurück: Herrmann scheiterte nach einer flachen Hereingabe von Marvin Schulz zunächst knapp vor dem Tor (83.). Eine Minute später machte es Ramsak besser. Marvin Schulz bediente ihn von rechts, Ramsak nahm den Ball im Strafraum mit dem zweiten Kontakt, knallte ihn in die Maschen und stellte damit den 3:3-Endstand her (84.).

So wurde aus dem Spiel gegen die Eintracht ein Abend, der den Blick zurück und nach vorne miteinander verband. 110 Jahre SV Sandhausen, 110 Jahre Schwarz und Weiß, 110 Jahre Gemeinschaft am Hardtwald. Und zugleich die Erinnerung daran, was diesen Verein trägt: Menschen, die bleiben, anpacken und den SVS weiterleben lassen.

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