SVS mit den besseren Möglichkeiten
Lukas Schneller begann im Tor. Vor ihm verteidigten Seyhan Yigit auf der rechten Seite, Yannick Osee und Kwabe Schulz im Zentrum sowie Ken Gipson links. Auf der Doppelsechs starteten Niklas Tarnat und Kapitän Marco Kehl-Gómez. Phil Halbauer besetzte die linke, Mert Tasdelen die rechte Außenbahn, während Arianit Ferati auf der Zehn agierte. Im Sturm begann Felix Lohkemper. Lukas Mazagg stand aufgrund einer Sperre aus der Vorsaison für das erste Saisonspiel nicht zur Verfügung.
Beide Mannschaften suchten von Beginn an den Weg nach vorne und sorgten für ein temporeiches Spiel. Der SVS fand zunächst die besseren Räume und erspielte sich die klareren Möglichkeiten. Kehl-Gómez nahm einen Ball am Strafraum direkt, bekam den Abpraller im Sitzen noch einmal vor die Füße und schloss erneut in Richtung Eck ab (6.). Kurz darauf setzte sich Yigit auf der rechten Seite durch und brachte den Ball flach ins Zentrum, wo Lohkemper aus vollem Lauf nur knapp am Tor vorbeischoss (8.). Auch danach blieb Sandhausen gefährlich. Nach einem langen Ball von Ferati fehlten Lohkemper vor dem Torhüter nur wenige Zentimeter, um die Kugel noch mit der Fußspitze zu erreichen (13.).
Hausotter trifft – Ferati antwortet
Mitten in die gute Sandhäuser Anfangsphase hinein ging Steinbach in Führung. Nach einem Abpraller im Strafraum landete der Ball vor Hausotter, der ihn zum 0:1 im Tor unterbrachte (15.).
Der SVS ließ sich vom Rückstand nicht beirren und spielte weiter nach vorne. Nachdem sich Lohkemper im Strafraum im Zweikampf durchgesetzt hatte, verpasste Tasdelen am langen Pfosten. Wenig später fiel der Ausgleich. Lohkemper eroberte den Ball und legte auf Ferati ab, der von der Strafraumkante wuchtig zum 1:1 traf (20.). Nach einer halben Stunde musste der angeschlagene Lohkemper ausgewechselt werden. Für ihn kam Stefan Maderer ins Spiel (30.). Zum Ende der ersten Hälfte wurde der SVS passiver. Steinbach kam nun selbst zu gefährlichen Abschlüssen. Pfahl setzte einen Kopfball an den Pfosten, nach einem Eckball traf Käuper per Kopf die Latte (40.). So ging es mit dem 1:1 in die Pause.
Schneller verhindert zunächst den Rückstand
Kurz nach Wiederbeginn wurde es vor dem Sandhäuser Tor gefährlich: Der ehemalige Sandhäuser Herrmann zog einen Freistoß direkt auf das Tor, Schneller lenkte den Ball noch an den Innenpfosten (48.). Steinbach stand nun tiefer und überließ dem SVS mehr Raum. Sandhausen bespielte diesen zwar, entwickelte zunächst aber nicht den nötigen Nachdruck. Gleichzeitig hatten die Gäste in dieser Phase die besseren Möglichkeiten. Schneller fischte einen Kopfball stark aus dem Eck, in einer weiteren Situation klärte die SVS-Defensive im letzten Moment.
Auf der Gegenseite wurde Halbauer nach Vorlage von Ferati aus guter Position geblockt (53.). Kurz darauf wurde auch ein Abschluss von Tasdelen aus ebenso guter Position abgewehrt. Dann wechselte der SVS doppelt: Yanis Outman ersetzte Tarnat, Tim Korzuschek kam für Halbauer (57.).
Pfahl bringt Steinbach erneut in Führung - SVS setzt nach
Der SVS kämpfte weiter, ohne zunächst zwingend zu werden. Von Steinbach war offensiv weniger zu sehen, ehe die Gäste nach einem Eckball erneut zuschlugen. Pfahl traf zum 1:2, obwohl Schneller den Ball zuvor bereits in den Händen gehalten hatte (68.). Sandhausen suchte anschließend die Antwort. Korzuschek und Ferati kombinierten sich in eine gute Position, Ferati wurde jedoch am Abschluss gehindert (74.). Wenig später kamen Tasos Leonidis und David Mamutovic für Gipson und Tasdelen ins Spiel (75.). Leonidis flankte anschließend auf Korzuschek, dessen Abschluss der Torhüter parierte (79.).
Maderer belohnt den späten Druck
Die Schlussphase wurde zunehmend intensiv und umkämpft. Viele Zweikämpfe prägten die Partie, das Mittelfeld wurde häufig schnell überbrückt. Nach einem kurz ausgeführten Freistoß wurde zunächst Korzuscheks Schuss geblockt, auch Maderers Kopfball im Nachsetzen wurde abgewehrt (84.).
Der SVS erhöhte nun noch einmal den Druck und drängte engagiert auf den Ausgleich. Mamutovic schlenzte den Ball am Tor vorbei (86.). Kurz darauf sah Ferati Gelb-Rot (87.). Auch Steinbach beendete die Partie nicht vollzählig: Käuper sah die Rote Karte. Sandhausen gab nicht auf. In der vierten Minute der Nachspielzeit brachte Yigit einen Eckball in den Strafraum, Maderer stieg zum Kopfball hoch und traf zum späten 2:2 (90.+4).
Stimmen zum Spiel
Anthony Loviso, Direktor Sport: „Beide Mannschaften haben offensiv gespielt und sich viele Chancen herausgespielt. Steinbach hatte seine Phasen, wir unsere. Deshalb ist das Unentschieden leistungsgerecht und für einen Auftakt in Ordnung. Wir haben viel geblockt und uns reingeworfen, waren bei den Gegentoren aber zu unachtsam. In der Box müssen wir konsequenter verteidigen und unsere Chancen besser nutzen. Insgesamt müssen wir intensiver und kompakter auftreten. Wir hoffen, dass es bei Felix nichts Schlimmes ist. Eine solche Verletzung ist ein Rückschlag, aber wir haben einen guten Kader, der das auffangen kann. Es ist immer schade, wenn man nach einem Spiel über den Schiedsrichter sprechen muss. Für mich war die Szene vor dem 1:2 eine klare Fehlentscheidung, weil unser Torwart den Ball in der Hand hatte. Dennoch will ich das nicht als Alibi für das Ergebnis nehmen.“
Kevin Stotz, Cheftrainer: „Es war ein sehr intensives Spiel, viel hin und her, wir haben uns viele Chancen herausgespielt und waren am Drücker. Dann kam das unerwartete Gegentor, aber wir hatten eine schnelle Antwort und waren wieder gut drin.“ Nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Lohkemper habe die Mannschaft jedoch an Zugriff verloren: „Nach Felix' Verletzung gab es einen kleinen Bruch. Bis zur Halbzeit waren wir zu passiv. Das ist uns nicht gut gelungen, deshalb haben wir früh zwei frische Spieler gebracht. Die Steinbacher hatten auch Aluminiumtreffer, da hatten wir Glück. Beim 1:2 hat unser Keeper den Ball in der Hand, das darf nicht zählen.“ Gleichzeitig hob er die Reaktion der Mannschaft hervor: „Danach haben wir Moral bewiesen und trotz Unterzahl nach der fragwürdigen Gelb-Roten Karte weitergekämpft. Die Jungs haben sich durchgebissen und weiter angegriffen. Dass der Ausgleich kurz vor Schluss fällt, ist ein bisschen glücklich. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir auf eine starke Steinbacher Mannschaft getroffen sind. A
Stefan Maderer: „Wir haben nie aufgegeben und am Ende den Punkt geholt. Dennoch wissen wir, dass wir noch einige Dinge verbessern müssen, vor allem defensiv. Es kann nicht sein, dass wir so einfache Gegentore bekommen. Für uns ist es jetzt wichtig, hinten erst einmal die Null zu halten. Dann wird es auch insgesamt leichter für uns.“
Statistik
SV Sandhausen: Schneller – Yigit, Osee, Kwabe Schulz, Gipson (Leonidis, 75.) – Tarnat (Outman, 57.), Kehl-Gómez – Tasdelen (Mamutovic, 75.), Ferati, Halbauer (Korzuschek, 57.) – Lohkemper (Maderer, 30.).
TSV Steinbach Haiger: Ibrahim, Galle, Donner, Müller, Firat, Kircher, Pfahl, Hausotter, Käuper, Herrmann, Lippert.
Tore: 0:1 Hausotter (15.). 1:1 Ferati (20.). 1:2 Pfahl (68.). 2:2 Maderer (90.+4).
Gelbe Karten: Tarnat (46.), Ferati (59.), Gipson (64.) – Hausotter (42.), Galle (45.+3), Lippert (62.), Näpflein (83.).
Gelb-Rote Karten: Ferati (87.) – /
Rote Karten: / – Käuper (90.+3).
Zuschauer: 2.190
