So startete der SVS in Walldorf
Arthur Lyska stand zwischen den Pfosten. Vor ihm setzte der SVS erneut auf die Dreierkette mit Yannick Osee, Kwabe Schulz und Marco Kehl-Gómez. Seyhan Yigit besetzte die rechte, Lukas Mazagg die linke Außenbahn. Im Zentrum bildeten Max Christiansen und Niklas Tarnat die Doppelsechs. Davor übernahm Arianit Ferati die Rolle des Spielmachers. Im Angriff starteten Mert Tasdelen und Felix Lohkemper gemeinsam als Sturmduo.
Lohkemper belohnt starken Start
Der SVS erwischte einen guten Start und suchte sofort den Weg nach vorne. Beide Mannschaften hielten das Tempo in der Anfangsphase hoch, Ruhephasen gab es zunächst kaum.
Die bis dahin beste Gelegenheit entstand nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte. Osee schickte Lohkemper auf die Reise, der sich im Sprintduell behauptete, einen Gegenspieler aussteigen ließ und mit links nur knapp am Tor vorbeischoss (6.).
Nur wenig später machte es der Angreifer besser. Nach einer Ecke von Tarnat nahm Lohkemper den Ball am zweiten Pfosten direkt per Volley und brachte den SVS mit 1:0 in Führung (9.).
Lange Unterbrechung bringt Walldorf besser ins Spiel
Sandhausen hatte die Partie anschließend weitgehend im Griff. Nach einem Duell mit Tasdelen ließ dieser Maik Goß hinter sich, der Walldorfer Verteidiger blieb jedoch verletzt liegen und musste nach längerer Behandlung vom Platz getragen werden (23.).
Nach der Unterbrechung agierte der SVS defensiv etwas offener als zuvor. Walldorf kam dadurch häufiger in die Sandhäuser Hälfte, ohne zunächst große Gefahr zu entwickeln.
Lohkemper legt nach
Mehr Sicherheit fand der SVS wieder über Standardsituationen. Nach einer Hereingabe von rechts kam Osee zum Kopfball und leitete den Ball zu Lohkemper weiter. Der Angreifer zog direkt ab und traf mit seinem zweiten Tor des Abends zum 2:0 (36.). Nur drei Minuten später bot sich die nächste gute Gelegenheit. Tasdelen spielte Ferati mit einem Steckpass frei, der Spielmacher konnte die Chance jedoch nicht nutzen (39.). Walldorf tauchte zwar weiterhin regelmäßig vor dem Sandhäuser Tor auf, brachte Lyska aber nur selten ernsthaft in Bedrängnis. Gefährlich wurde es kurz vor der Pause dennoch: Einen direkt getretenen Standard konnte der SVS-Keeper nicht festhalten. Emilian Lässig kam nicht rechtzeitig an den freien Ball, während ein weiterer Walldorfer ebenfalls daran vorbeiging. So blieb es bei der Zwei-Tore-Führung (43.). Mit dem 2:0 für den SVS ging es in die Halbzeit.
SVS bleibt am Drücker
Auch nach dem Seitenwechsel blieb der SVS aktiv, lief Walldorf früh und konsequent an und suchte weiter den Weg nach vorne. Nach einem langen Ball von Tasdelen nahm Lohkemper das Zuspiel stark mit und zog in den Strafraum. Sein flacher Abschluss wurde von Walldorfs Torhüter Michel Witte pariert (54.).
Wenig später eroberte Tasdelen den Ball bereits im Walldorfer Aufbau und bediente Ferati im Zentrum. Statt in aussichtsreicher Position selbst abzuschließen, wollte dieser noch einmal auf Lohkemper ablegen, doch die Walldorfer Defensive ging dazwischen (58.). Die Schwarz-Weißen hielten den Druck aufrecht und hatten gleichzeitig die Offensive der Gastgeber weitgehend im Griff.
Verletzung stoppt Lohkemper
Nach einem sehenswerten Ball über die Walldorfer Abwehrkette löste sich Lohkemper mit einer cleveren Drehung von seinem Gegenspieler und war frei durch. Den anschließenden Sprint konnte der Doppeltorschütze aufgrund von Schmerzen im Oberschenkel jedoch nicht zu Ende bringen. Lohkemper ging zu Boden und musste nach der Behandlung ausgewechselt werden. Für ihn kam Tasos Leonidis in die Partie (69.).
Der eingewechselte Angreifer hatte kurz darauf direkt die Chance auf das dritte Sandhäuser Tor. Nach einem Freistoß von Tarnat lief Leonidis ein und brachte den Ball mit der Brust in Richtung Tor, konnte ihn jedoch nicht über die Linie drücken (71.).
Walldorf nach Rot in Unterzahl
Wenig später schwächten sich die Gastgeber selbst. Lennart Grimmer traf im Mittelfeld einen Sandhäuser Spieler hart von hinten am Bein und sah dafür die Rote Karte (75.). In Überzahl ließ der SVS defensiv kaum noch etwas zu. Walldorf kam nur selten in die Sandhäuser Hälfte, auf der anderen Seite gelang es Sandhausen zunächst aber ebenfalls nicht, mit dem dritten Treffer für die Entscheidung zu sorgen. Für Tasdelen kam David Mamutovic in die Partie (82.). Kurz nach Beginn der Nachspielzeit ersetzte Phil Halbauer Ferati (90.).
Später Anschluss ändert nichts am Auswärtssieg
In der Nachspielzeit bäumten sich die Gastgeber noch einmal auf. Nach einer Standardsituation traf der eingewechselte Tom Gebauer zum 1:2 und verkürzte spät für Walldorf (90.+3). Mehr ließ Sandhausen anschließend nicht mehr zu. Der SVS brachte die Führung über die Zeit und nahm drei Punkte aus Walldorf mit.
Stimmen zum Spiel
Markus Kauczinski, Cheftrainer: „Die erste Halbzeit war von unserer Seite etwas zerfahren, trotzdem hatten wir gute Angriffe und haben durch Felix zweimal getroffen. In der zweiten Halbzeit haben wir kompakter gestanden, fußballerisch besser ins Spiel gefunden und hatten auch die Chancen auf das 3:0. Nach der Roten Karte hatten wir die Partie eigentlich im Griff. Mit einer besseren Chancenverwertung hätten wir uns die hektische Schlussphase nach dem 2:1 ersparen können. Insgesamt war es ein ausgeglichenes Spiel, in dem wir die Tore gemacht haben.“
Yannick Osee: „Es war wie erwartet ein kampfbetontes Spiel, in dem beide Mannschaften ihre Momente hatten. Die frühe Führung hat uns gutgetan, danach konnten wir das zweite Tor nachlegen. In der zweiten Halbzeit kam Walldorf zunächst etwas besser auf, aber wir haben das gut wegverteidigt. Nach der Roten Karte hatten wir mehr Spielanteile. Bitter ist, dass wir am Ende noch den Gegentreffer bekommen, aber alles, was zählt, sind die drei Punkte.“
Statistik
SV Sandhausen: Lyska – Osee, Kehl-Gómez, Schulz – Yigit, Tarnat, Christiansen, Mazagg – Ferati (Halbauer, 90.) – Tasdelen (Mamutovic, 82.), Lohkemper (Leonidis, 69.).
FC-Astoria Walldorf: Witte – Goß, Grimmer, Carl, Waack, Kendel, Schieber, Lässig, Riehle, Maroudis, Freßle.
Tore: 0:1 Lohkemper (9.). 0:2 Lohkemper (36.). 1:2 Gebauer (90.+3).
Rote Karte: Grimmer (75., Walldorf).
Zuschauer: 1.850
Schiedsrichter: Elias Appel.
