Erste Elf in Fulda
Lukas Schneller stand im Tor. Vor ihm bildeten Ken Gipson auf der linken Seite, Kwabe Schulz und Yannick Osee im Zentrum sowie Seyhan Yigit rechts die Viererkette. Die Doppelsechs besetzten Niklas Tarnat und Marco Kehl-Gómez. Davor begann Tim Korzuschek im offensiven Mittelfeld, über die Flügel kamen Mert Tasdelen links und David Mamutovic rechts. An vorderster Front startete Tasos Leonidis.
SVS kontrolliert die Anfangsphase und geht in Führung
Der SVS erwischte einen dominanten Start und hatte viel Ballbesitz. In den ersten fünf Minuten gelang es den Sandhäusern zwar noch nicht, sich entscheidend durchzusetzen, dennoch kontrollierten sie das Geschehen weitestgehend. Die SG Barockstadt blieb aus einer kompakten Defensive heraus gefährlich und versuchte nach Ballgewinnen schnell umzuschalten. Nach elf Minuten belohnte sich Sandhausen für den guten Beginn. Osee spielte einen langen Ball auf Tasdelen, der direkt auf Gipson durchsteckte. Der Linksverteidiger behielt den Überblick und bediente Leonidis, der bei seinem Startelf-Debüt zur Führung traf (11.).
Sandhausen bleibt konsequent
Auch danach versuchten die Gastgeber, nach vorne zu kommen, die Sandhäuser Defensive stand jedoch sicher. Auf der Gegenseite nutzte der SVS einen Freistoß aus dem Halbfeld zum zweiten Treffer. Tarnat brachte den Ball an den langen Pfosten, Osee legte per Kopf quer und Korzuschek vollendete zum 0:2 (20.).
Der SVS blieb äußerst effizient. Nach einer kurz ausgeführten Ecke spielten Tarnat und Tasdelen einen Doppelpass, ehe die Flanke an den ersten Pfosten kam. Kehl-Gómez verlängerte mit der Hacke, Leonidis verpasste am Fünfmeterraum knapp, doch dahinter schob Kwabe Schulz zum 0:3 ein (31.).
Kurz vor der Pause machte Kehl-Gómez den Ball im Mittelfeld gut fest, setzte sich durch und trieb das Spiel nach vorne. Anschließend legte er quer auf Mamutovic, der in die Mitte zog und von der Strafraumkante flach abzog. Der Ball schlug am kurzen Pfosten zum 0:4 ein (45.).
Barockstadt verkürzt vor der Pause
In der Nachspielzeit kam die SG Barockstadt nach einem Eckball noch zum Anschlusstreffer. Ivankovic setzte sich durch, war schneller als die SVS-Defensive und traf zum 1:4 (45.+3). Danach ging es in die Halbzeitpause.
Gastgeber erhöhen nach dem Seitenwechsel den Druck
Die SG Barockstadt kam druckvoll aus der Kabine und erspielte sich mehrere Möglichkeiten. Nach einem Freistoß konnte Schneller zunächst parieren, doch Habermehl reagierte beim Abpraller am schnellsten und verkürzte auf 2:4 (50.). Fünf Minuten später nahm der SVS den ersten Wechsel vor: Batu Akgöz ersetzte Korzuschek (55.). Sandhausen sorgte nach dem zweiten Gegentreffer zunehmend für Entlastung, auch wenn die Gastgeber gefährlich blieben. Nach einer Ecke von Tarnat verpasste Kwabe Schulz das Tor nur knapp (60.). Wenig später erreichte ein langer Ball Leonidis, der aus spitzem Winkel von der linken Seite abschloss und knapp vorbeizielte (63.).
SVS bekommt die Drangphase unter Kontrolle
Mit einem Dreifachwechsel nach der Trinkpause brachte Sandhausen frische Kräfte. Stefan Maderer ersetzte Leonidis, Lukas Mazagg kam für Tarnat und Yanis Outman für Gipson (71.). Inzwischen bekam der SVS die Drangphase der Gastgeber besser unter Kontrolle und spielte die Führung über weite Strecken souverän herunter. Imad Jaadar ersetzte schließlich Mamutovic (83.).
Späte Spannung in Fulda
Erst in der Nachspielzeit geriet Sandhausen wieder stärker unter Druck. Elekwa nutzte eine Unachtsamkeit in der SVS-Defensive und verkürzte tief in der Nachspielzeit auf 3:4. In einer umkämpften und hitzigen Schlussphase verteidigten die Sandhäuser ihren Vorsprung bis zum Schlusspfiff und sicherten sich den Auswärtssieg. Nach Abpfiff sah Fuldas torschütze Elekwa aufgrund einer Tätlichkeit die Rote Karte.
Stimmen zum Spiel
Anthony Loviso, Direktor Sport: „Wenn wir chronologisch anfangen, haben wir über weite Strecken eine sehr, sehr gute erste Halbzeit gespielt. Der Gegentreffer mit der letzten Aktion vor der Pause war etwas unnötig – den müssen wir besser verteidigen. Wenn du direkt nach der Halbzeit das 4:2 bekommst, entwickelt so ein Spiel natürlich eine Eigendynamik. Trotzdem haben wir grundsätzlich gut verteidigt und nicht allzu viel zugelassen. Natürlich wird es etwas brenzlig, wenn die Bälle immer wieder in den Strafraum fliegen. Vielleicht hätten wir vorne noch einen Treffer nachlegen müssen. Am Ende freuen wir uns aber über den Sieg und sind froh, dass wir dieses Auswärtsspiel gewonnen haben.“
Kevin Stotz, Cheftrainer: „Ich glaube, wir haben heute zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen. In der ersten Halbzeit haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht, hatten die Partie unter Kontrolle und kurz vor der Pause mit 4:0 geführt. Der Gegentreffer unmittelbar vor der Halbzeit hat mich geärgert, weil wir die zweite Hälfte mit diesem Vorsprung vermutlich deutlich entspannter hätten spielen können. Durch das 4:2 kam wieder Dynamik in die Partie. Am Ende wurde es mit dem 4:3 noch einmal unangenehm. Aufgrund unserer ersten Halbzeit geht der Sieg trotzdem in Ordnung. Wir müssen so eine Führung aber souveräner nach Hause bringen, Standardsituationen besser verteidigen und insgesamt weniger Tore bekommen.“
Niklas Tarnat: „Die erste Halbzeit war dominant und genauso, wie wir Fußball spielen wollen. Wir haben verdient 4:0 geführt und dann nach einer Ecke ein zu einfaches Gegentor bekommen, das uns so nicht passieren darf. In der zweiten Halbzeit haben wir dann das komplette Gegenteil von dem gezeigt, was uns zuvor ausgezeichnet hatte, und es am Ende noch einmal unnötig spannend gemacht.“
Statistik
SV Sandhausen: Schneller – Gipson (Outman, 71.), Schulz, Osee, Yigit – Tarnat (Mazagg, 71.), Kehl-Gómez, Korzuschek (Akgöz, 55.), Tasdelen, Mamutovic (Jaadar, 83.) – Leonidis (Maderer, 71.).
Tore: 0:1 Leonidis (11.). 0:2 Korzuschek (20.). 0:3 Kwabe Schulz (31.). 0:4 Mamutovic (45.). 1:4 Ivankovic (45.+3). 2:4 Habermehl (50.). 3:4 Elekwa.
Zuschauer: 1.420
Rote Karte: Elekwa - /
Schiedsrichter: Kadir Yagci
Wettbewerb: Regionalliga Südwest, 2. Spieltag
