Aalen trifft früh die Latte
Cheftrainer Markus Kauczinski setzte zwischen den Pfosten auf Arthur Lyska. Die Dreierkette bildeten Kwabe Schulz, Marco Kehl-Gomez und Yannick Osee. Auf den Außenbahnen begannen Seyhan Yigit rechts und Lukas Mazagg links. Im zentralen Mittelfeld bildeten Max Christiansen und Niklas Tarnat die Doppelsechs, davor agierte Arianit Ferati auf der Zehn. Im Angriff starteten Mert Tasdelen und Felix Lohkemper.
Der SVS versuchte von Beginn an, das Spiel mit spielerischen Lösungen zu gestalten, wurde dabei jedoch früh von den hoch anlaufenden Gästen unter Druck gesetzt. Die erste große Gelegenheit gehörte dem VfR: Nach einer Hereingabe von der rechten Sandhäuser Abwehrseite kam Henrick Selitaj im Zentrum mit einer eingesprungenen Direktabnahme zum Abschluss. Sein wuchtiger Schuss prallte rechts oben von der Latte zurück ins Feld (3.).
Kompakte Defensive, wenig Gefahr nach vorne
In einer intensiven Partie mit vielen Umschaltmomenten erarbeitete sich Aalen leichte Feldvorteile. Der SVS versuchte nach Ballgewinnen, schnell nach vorne zu spielen, konnte daraus zunächst aber keine gefährlichen Torchancen entwickeln. Häufig fehlte bereits beim vorletzten Pass die nötige Präzision, sodass vielversprechende Umschaltmomente frühzeitig verpufften.
Auch im weiteren Verlauf blieb Sandhausen offensiv weitgehend harmlos. Ein Kopfball von Lohkemper entwickelte zu wenig Druck, und auch die Standardsituationen führten zu keinem gefährlichen Abschluss. Defensiv präsentierte sich die Mannschaft dagegen über weite Strecken kompakt.
Rückschlag unmittelbar vor der Pause
Als vieles bereits auf eine torlose erste Halbzeit hindeutete, schlugen die Gäste kurz vor dem Pausenpfiff zu. Nachdem der SVS seine Defensivreihen einen Schritt zu weiter nach vorne zog, war es eine eine schnelle Kombination aus der Aalener Hälfte, die Dean Melo fand. Vor Schlussmann Lyska ließ der einzige Torschütze des Tages keine Abwehrchance und traf zum 0:1 (45.+2). Mit dem Rückstand ging es für den SVS in die Kabine.
Sandhausen kommt verbessert aus der Kabine
Nach dem Seitenwechsel lief der SVS höher an und ging in mehr direkte Duelle und eroberte dadurch häufiger den Ball. Die erste große Gelegenheit gehörte allerdings erneut den Gästen. Nach einem Abpraller kam Vico Meien am Strafraum zum Abschluss und traf mit seinem Schuss die Latte (50.). Wenig später bot sich dem SVS die große Chance zum Ausgleich: Christiansen eroberte tief in der gegnerischen Hälfte den Ball mit einer Grätsche und spielte direkt zu Ferati weiter. Der Spielmacher stand frei vor dem Tor, setzte seinen Flachschuss aus rund elf Metern jedoch knapp links daneben (54.).
Kauczinski reagierte mit einem Doppelwechsel und brachte Florian Engelhardt für Christiansen sowie David Mamutovic für Lohkemper in die Partie (59.). Kurz darauf schien der Ausgleich gefallen zu sein: Tarnat flankte einen Freistoß passgenau auf Kehl-Gomez, der den Ball per Kopf im Tor unterbrachte. Schiedsrichter Nico Dönges entschied jedoch auf Abseits und erkannte den Treffer nicht an (61.).
SVS findet keine Lücke, Schulz muss vom Platz
In der Folge bemühten sich die Schwarz-Weißen weiter um den Ausgleich, fanden gegen die gut organisierte Aalener Defensive aber nur selten ein Durchkommen. Trotz der offensiven Bemühungen blieben weitere klare Torchancen zunächst aus. Auf der Gegenseite war Lyska gefordert, als die Gäste die Sandhäuser Abwehr durchbrachen. Der Schlussmann verhinderte mit einer starken Parade die Vorentscheidung (78.). In der Schlussphase kamen zudem Tasos Leonidis für Tasdelen und Teoman Akmestanli für Mazagg in die Partie (85.).
Auch in der Nachspielzeit blieb Aalen gefährlich, doch erneut war Lyska zur Stelle und entschärfte einen Angriff der Gäste (90.+2). Kurz vor dem Ende musste Schulz nach einem zu späten Einsteigen im Zweikampf mit Gelb-Rot vom Platz. Am Spielstand änderte sich nichts mehr. Der SVS unterlag dem VfR Aalen mit 0:1.
Die Stimmen zum Spiel
Cheftrainer Markus Kauczisnki: “Das war ein verdienter Sieg für Aalen. Wir waren vor allem in der ersten Halbzeit nicht so präsent, wie wir sein wollten. Mit dem Ball haben wir häufig viel zu lange gebraucht und hatten nicht den Zug nach vorn. Das können wir besser und das muss ich auch von den Jungs verlangen. Mit der ersten Halbzeit können wir nicht zufrieden sein, besonders mit dem Ende. Ein solches Tor muss nicht fallen. Da müssen wir dazulernen, wenn man nicht am Drücker ist, die Situation auszuhalten und dann lieber mit einem Unentschieden in die Kabine zu gehen. Nach der Pause war unser Visier offen: Wir sind in viele 1‑gegen-1-Situationen gegangen mit dem Bewusstsein, dass dadurch auch Aalen zu Chancen kommen wird. Die ein bis zwei Möglichkeiten auf den Ausgleich konnten wir nicht nutzen. Heute haben wir gemerkt, dass wir zwar gut sind, aber noch etwas einem sehr guten Team entfernt sind.”
Marco Kehl-Gomez: „Ich finde, in der ersten Halbzeit haben wir wirklich drei, vier offensive Aktionen, die komplett untergehen, wo wir einfach den vorletzten Ball gar nicht anbringen, um dann auf die Kette zuzulaufen. Diese Umschaltmomente hatten wir, aber wir kamen nicht zu einer wirklich klaren Torchance. Wenn man mit der letzten Aktion vor der Halbzeit noch das Tor bekommt, ist es sehr ärgerlich – das darf uns nicht passieren. In der zweiten Halbzeit sind wir höher angelaufen. Das hat besser geklappt, aber im Endeffekt war Aalen heute besser.“
Statistik
SV Sandhausen: Lyska – Schulz, Kehl-Gomez, Osee – Yigit, Christiansen (Engelhardt, 59.), Tarnat, Mazagg (Akmestanli. 85.) – Ferati – Tasdelen (Leonidis, 85.), Lohkemper (Mamutovic, 59.).
Tor: 0:1 Melo (45.+2).
Gelbe Karten: Schulz, Kehl-Gomez, Ferati, Osee – Selitaj, Meien, Kleinschrodt, Odabas.
Gelb-Rote Karte: Schulz (SV Sandhausen).
Zuschauer: 2.694
Schiedsrichter: Nico Dönges
