SV SANDHAUSEN
Yannick Osee

SVS verpasst Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt II

Der SV Sandhausen trennt sich am 15. Spieltag der Regionalliga Südwest mit 1:1 (0:1) von Eintracht Frankfurt II. Nach einem frühen Treffer von Marvin Dills (16.) steigerten sich die Schwarz-Weißen im Spielverlauf und belohnten sich durch Mert Tasdelens fünften Saisontreffer mit dem Ausgleich (56.). Vor 1.852 Zuschauern im Stadion am Hardtwald erspielte sich der SVS insbesondere in der zweiten Halbzeit zahlreiche Möglichkeiten auf den Siegtreffer, musste sich am Ende jedoch mit einem Punkt begnügen.

Aufstellung SV Sandhausen

Zwischen den Pfosten begann Arthur Lyska. Die Dreierkette bildeten Kwabe Schulz, Marco Kehl-Gómez und Yannick Osee. Auf den Außenbahnen starteten Teoman Akmestanli auf der linken und Seyhan Yigit auf der rechten Seite. Das zentrale Mittelfeld besetzten Max Christiansen und Ken Gipson. Davor agierte Arianit Ferati hinter dem Sturmduo Mert Tasdelen und David Mamutovic.

Frankfurt setzt den SVS früh unter Druck

Die Gäste aus Frankfurt liefen den SV Sandhausen von Beginn an hoch an. Mit frühem Pressing drängte die Eintracht die Gastgeber in die eigene Hälfte und bestimmte die ersten Minuten. Dem SVS gelang es allerdings zunehmend, sich aus den Drucksituationen zu befreien und selbst ins Spiel zu finden. Defensiv standen die Schwarz-Weißen weitgehend stabil, im Spiel nach vorne fehlte zunächst die nötige Durchschlagskraft. Immer wieder verhinderten ungenaue letzte oder vorletzte Pässe vielversprechende Abschlüsse. Gleichzeitig brachten Ballverluste im eigenen Aufbau die Gäste mehrfach in aussichtsreiche Situationen.

Dills trifft zur Frankfurter Führung

Nach einer Balleroberung kombinierten sich die Gäste durch das Sandhäuser Zentrum, ohne dabei entscheidend unter Druck gesetzt zu werden. Marvin Dills kam frei zum Abschluss, ließ Osee aussteigen und anschließend auch Lyska keine Abwehrchance (16.). Der Rückstand hatte sich nicht zwingend angedeutet. In der Folge mussten die Sandhäuser auch personell aufpassen: Mit Christiansen und Gipson sahen beide zentralen Mittelfeldspieler bereits innerhalb der ersten 20 Minuten nach Fouls im Mittelfeld die Gelbe Karte.

Sandhausen kommt zu guten Möglichkeiten

Offensiv meldete sich der SVS über die rechte Seite zurück. Nach einem Angriff über Yigit ließ Ferati den Ball im Zentrum clever für Mamutovic passieren, dessen Linksschuss nur knapp am Tor vorbeisegelte (22.). Wenig später leitete Yigit mit einem starken Zuspiel auf Ferati die nächste gefährliche Aktion ein. Der Offensivspieler ließ seinen Gegenspieler stehen und schickte Tasdelen mit einem gefühlvollen Chipball in die Tiefe. Der Angreifer legte sich den Ball allerdings einen Tick zu weit vor (26.).

Auch im weiteren Verlauf kamen die Sandhäuser zu Abschlüssen. Sowohl Yigit als auch Mamutovic verfehlten nach Hereingaben das gegnerische Tor nur knapp. Ein Treffer wollte vor dem Seitenwechsel allerdings nicht mehr gelingen, sodass es mit dem 0:1-Rückstand in die Kabinen ging.

Tasdelen verpasst zunächst den Ausgleich

Die erste große Möglichkeit nach dem Seitenwechsel gehörte den Gastgebern. Tasdelen eroberte den Ball, zog ins Zentrum und setzte seinen Abschluss knapp über die Latte. Eine aussichtsreiche Gelegenheit, bei der für den SVS mehr möglich gewesen wäre (50.). Frankfurt blieb derweil seiner Linie treu, presste weiterhin früh und lauerte auf Ballgewinne in der Sandhäuser Hälfte.

SVS belohnt sich mit dem Ausgleich

In der 56. Minute gelang den Schwarz-Weißen der Ausgleich. Christiansen spielte auf Ferati, der seinen Mitspieler mit einem Steilpass direkt wieder in Szene setzte. Christiansen behielt die Übersicht und legte quer in den Rückraum, wo Tasdelen lauerte. Die Nummer 11 blieb vor dem Tor cool und schob den Ball flach zum 1:1 ein. Für den Angreifer war es bereits der fünfte Saisontreffer (56.).

Nach dem Ausgleich präsentierte sich der SVS zunehmend ballsicher und erarbeitete sich weitere Möglichkeiten, unter anderem durch Tasdelen. Trainer Markus Kauczinski reagierte personell und brachte zunächst Niklas Tarnat für den gelbverwarnten Christiansen (63.). Wenig später kamen Felix Lohkemper für Mamutovic und Imad Jaadar für Gipson in die Partie (72.).

Sandhausen drängt auf die Führung

In der Schlussphase erhöhten die Gastgeber den Druck. Nach einem langen Ball von Ferati war Tasdelen frei durch und spitzelte den Ball am Frankfurter Torhüter vorbei. Doch Julian Etse rettete für die Gäste auf der Linie und verhinderte die Sandhäuser Führung (75.).

Nur drei Minuten später legte Tasdelen klug auf Ferati ab, dessen wuchtiger Abschluss knapp am Kasten vorbeistrich (78.). Anschließend ersetzte Lukas Mazagg den Verteidiger Osee (79.). Auch Yigit probierte es noch einmal, doch der Frankfurter Schlussmann fischte seinen Abschluss aus dem kurzen Eck (80.).

Offener Schlagabtausch bis zum Abpfiff

In den letzten Minuten blieb die Partie umkämpft. Nach einem Zuspiel von Ferati tauchte Lohkemper frei vor dem Frankfurter Tor auf, scheiterte jedoch am Schlussmann der Gäste (89.). Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch,mit Vorteilen für den SVS: Nach einem langen Ball wurde Tasdelen im letzten Moment gestoppt (90.+3). Kurz darauf kam Ferati noch einmal zum Abschluss, doch auch seinen Versuch parierte der Frankfurter Torhüter.

Damit blieb es beim 1:1. Nach dem frühen Rückstand hatte sich der SVS zunehmend in die Partie gearbeitet, durch Tasdelen ausgeglichen und insbesondere in der zweiten Halbzeit mehrere gute Möglichkeiten auf den Siegtreffer herausgespielt. Trotz einer engagierten Leistung und einer druckvollen Schlussphase mussten sich die Schwarz-Weißen am Ende mit einem Punkt begnügen.

Die Stimme zum Spiel

Cheftrainer Markus Kauczinski: „In der ersten Halbzeit hatten wir nicht den Zugriff, den wir uns gewünscht haben. Wir haben Situationen zugelassen, in denen sich der Gegner aus unserem Druck befreien und gefährlich werden konnte. Gegen Ende der ersten Halbzeit haben wir es durch Kombinationen und mehr Ballbesitz geschafft, selbst gefährlicher zu werden. Richtig dominant waren wir aber erst nach der Pause. Da haben wir wenig zugelassen, den Ausgleich erzielt und uns einige klare Torchancen erarbeitet. Mehrfach standen wir alleine vor dem Tor. Das Einzige, was ich der Mannschaft in der zweiten Halbzeit vorwerfen kann, ist, dass wir aus dem Risiko, das wir eingehen, nicht mehr Kapital geschlagen haben. Die klaren Chancen lagen am Ende auf unserer Seite. Deshalb bin ich mit dem 1:1 eher enttäuscht, mit unserem Auftritt in der zweiten Halbzeit aber zufrieden.“

Max Christiansen: „Wir hatten genug Chancen, auch um höher zu gewinnen. Gerade in der zweiten Halbzeit war die Möglichkeit da, das Spiel mit zwei, drei oder sogar mehr Toren für uns zu entscheiden.Dass wir dann Punkte liegen lassen, ist extrem bitter. Für den Aufwand, den wir betreiben, vor allem in der zweiten Halbzeit, letztendlich zu wenig herausspringt. Aber es geht immer weiter. Wir werden uns das alles noch einmal anschauen und analysieren. Das Wichtigste ist, dass wir unsere Tore machen. Chancen hatten wir genug und so ein Spiel müssen wir einfach entscheiden.“

Statistik

SV Sandhausen: Lyska – Schulz, Kehl-Gómez, Osee (Mazagg, 79.) – Akmestanli, Christiansen (Tarnat, 63.), Gipson (Jaadar, 72.), Yigit – Ferati – Tasdelen, Mamutovic (Lohkemper, 72.).

Tore: 0:1 Dills (16.), 1:1 Tasdelen (56.).

Zuschauer: 1.852

Schiedsrichter: Kadir Yagci

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