SV SANDHAUSEN

Punkteteilung gegen Ulm

Der SV Sandhausen trennte sich im Heimspiel mit 2:2 (2:1) vom SSV Ulm 1846. Nach einem mutigen Beginn und der frühen Führung musste der SVS zwar den schnellen Ausgleich hinnehmen, ging durch einen Strafstoß aber erneut in Führung. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Ulm den Druck und glich in der Schlussphase ebenfalls per Elfmeter aus. Sandhausen kam danach noch gefährlich vor das Tor, ein Treffer gelang jedoch nicht mehr.

So formierte sich der SVS

Arthur Lyska hütete das SVS-Tor, vor ihm verteidigten Kwabe Schulz, Marco Kehl-Gómez und Yannick Osee in einer Dreierkette. Auf den Außenbahnen sorgten Lukas Mazagg links und Seyhan Yigit rechts für Breite. Max Christiansen und Niklas Tarnat besetzten die Zentrale, während Mert Tasdelen und Arianit Ferati davor aus den Halbräumen das Offensivspiel gestalten sollten. Felix Lohkemper führte den Angriff als alleinige Spitze an.

Mutiger Beginn und frühe Führung

Der SVS suchte von Beginn an mutig den Weg nach vorne, setzte zu frühen Vorstößen an und war auch körperlich sofort gut in der Partie. Das zahlte sich schnell aus: Ein Freistoß aus dem Halbfeld wurde von der Ulmer Defensive nicht geklärt und landete im Strafraum bei Tasdelen. Der Offensivmann schlug einen Haken und traf mit einem flachen Abschluss neben den Pfosten zur frühen Führung (5.).

Die Antwort der Gäste folgte allerdings nur wenig später. Nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte herrschte zwischen der Sandhäuser Defensive und Torhüter Lyska Uneinigkeit bei der Klärung. Für Ulm nutzte Takahara die Situation und köpfte zum schnellen Ausgleich ein (7.).

Osee zweimal gefährlich

Beide Mannschaften blieben anschließend offensiv aktiv. Der SVS kam nach einer Eckballvariante zur nächsten guten Gelegenheit, als Osee zum Kopfball kam und Ulms Torhüter Radomir Novakovic stark parierte (16.). Auch die folgende Ecke landete wieder bei Osee, dessen Kopfball diesmal knapp über das Tor ging (16.).

Defensiv hatte Sandhausen die Ulmer Offensive über weite Strecken im Griff, während die Gäste vor allem auf Umschaltmomente lauerten. Gefährlich wurde es, als Dennis Chessa nach einem Steckpass plötzlich frei durchkam. Der Ulmer ließ die Großchance jedoch ungenutzt und verfehlte das Tor.

Lohkemper nutzt kuriose Situation

Im weiteren Verlauf fehlte den Sandhäuser Angriffen etwas von der Wucht der Anfangsphase. Ulm kam nun zu einer kleineren Druckphase, ohne den SVS dauerhaft vor Probleme zu stellen. Dann entstand eine ungewöhnliche Szene im Ulmer Strafraum: Nach einem von Novakovic ausgeführten Abstoß nahm Marcel Seegert den Ball mit der Hand auf, offenbar um den Abstoß selbst auszuführen. Der Schiedsrichter entschied auf Handelfmeter. Lohkemper übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher zur erneuten Sandhäuser Führung (38.).

Der SVS hatte die Partie bis zur Pause insgesamt gut unter Kontrolle. Zwar setzte Ulm vereinzelt Nadelstiche, in der Summe ließ Sandhausen jedoch wenig zu. Damit ging der SVS mit einer verdienten 2:1-Führung in die Halbzeit.

Ulm kommt mit Druck aus der Kabine

Nach dem Wiederanpfiff übernahmen zunächst die Gäste die Initiative und kamen zu mehreren Standardsituationen. Bei einer Ecke segelte der Ball durch den Sandhäuser Strafraum und sprang kurz vor dem Tor noch einmal gefährlich auf. Lyska war aufmerksam und entschärfte die Situation (51.). Einen kurzen Schreckmoment gab es, als Kwabe Schulz im Mittelfeld verletzt liegen blieb, anschließend aber weiterspielen konnte.

SVS bleibt passiv

Sandhausen bekam das Geschehen wieder besser unter Kontrolle und befreite sich auch aus Pressingsituationen der Gäste immer wieder spielerisch, wurde aber auch passiver. Gefährlich wurde es, als Lyska beim Herauskommen der Ball aus den Händen fiel. Tarnat reagierte im letzten Moment und klärte die Situation (65.). Mit David Mamutovic für Tasdelen nahm der SVS anschließend einen positionsgetreuen Wechsel vor (74.). Der eingewechselte Offensivspieler rückte nur wenige Minuten später direkt in den Mittelpunkt. Nach schnellem Umschalten über die rechte Sandhäuser Seite brachte Yigit den Ball gut in die Mitte, wo Mamutovic per Flugkopfball am Tor vorbeizielte (77.). Mit Imad Jaadar für den angeschlagenen Christiansen und Tasos Leonidis für Lohkemper nahm der SVS anschließend einen Doppelwechsel vor (81.).

Ulm gleicht aus und SVS drängt noch einmal

In den letzten zehn Minuten erhöhte Ulm noch einmal den Druck. Ein Schuss traf traf Tarnat an der Hand, woraufhin der Schiedsrichter auf den zweiten Handelfmeter des Tages entschied. Lucas Röser trat an und verwandelte zum 2:2 (84.). Doppelt bitter: Ferati hatte sich in der Entstehung des Strafstoßes verletzt und musste angeschlagen vom Feld. Für ihn kam Tim Korzuschek in die Partie (86.).

Nach dem Ausgleich wurde der SVS wieder offensiv aktiver. Eine Flanke von Mazagg erreichte auf der anderen Seite Korzuschek, der den Ball aus wenigen Metern aufs Tor drückte. Die Sandhäuser jubelten bereits über die vermeintliche erneute Führung, doch der Schiedsrichter hatte kein Tor gesehen (87.). 

Nur eine Minute später schickte Mamutovic Mazagg mit einem langen Ball auf die Reise. Der Außenbahnspieler nahm den Ball kurz vor dem Tor mit dem langem Bein direkt, stellte Novakovic damit aber vor keine größeren Probleme (88.). 

Sandhausen war nach dem Ulmer Ausgleich noch einmal die aktivere Mannschaft und suchte den Weg zum Siegtreffer, blieb dabei jedoch ohne Ertrag. So endete die Partie mit einem 2:2-Unentschieden.

Stimmen zum Spiel

Markus Kauczinski, Cheftrainer: “Wir sind enttäuscht über uns, dass wir es nicht geschafft haben, die Führung zu halten. Heute war zu sehen, dass wir noch nicht stabil genug sind. Wir haben zwar gute Phasen, aber auch immer wieder Phasen, in denen wir das Spiel aus der Hand gegeben haben. Zu Beginn waren wir gut drin und haben ein schönes Tor erzielt. Eine ungefährliche Situation führt dann zum Ausgleich. Dann gehen wir durch einen kuriosen Elfmeter in Führung. Nach dem 2:1 haben wir das Fußballspielen eingestellt, nur verteidigt und es nicht geschafft, gefährlich zu werden. Erst nach dem erneuten Ausgleich haben wir wieder damit angefangen. Wir waren weder die bessere, noch die schlechtere Mannschaft. Es war ein fehlerhaftes Spiel auf beiden Seiten, vor allem in den beiden Strafräumen. Für uns wird es in den nächsten Spielen darum gehen, stabil zu sein und die kleinen Momente zu unseren Gunsten zu nutzen.”

Marco Kehl-Gómez: „Wenn du zweimal zu Hause führst, musst du das Spiel gewinnen. In der ersten Halbzeit haben wir Ulm bis auf die Szene beim Gegentor weitgehend von unserem Tor ferngehalten. Nach der Pause wollten wir teilweise zu viel und haben unsere eigene Box nicht konsequent genug verteidigt. Wenn du eine Führung zweimal nicht über die Runden bringst, musst du am Ende mit dem 2:2 leben. Das ist sehr enttäuschend.“

Statistik

SV Sandhausen: Lyska – Osee, Kehl-Gómez, Kwabe Schulz – Yigit, Tarnat, Christiansen (Jaadar, 81.), Mazagg – Ferati (Korzuschek, 86.), Lohkemper (Leonidis, 81.), Tasdelen (Mamutovic, 74.).

SSV Ulm 1846: Novakovic – Hülsenbusch, Seegert, Kopf – Popp, Lockl, Müller, Goller (Azevedo, 59.) – Chessa (Eroglu, 73.), Meuer (Röser, 73.), Takahara (Wähling, 59.).

Tore: 1:0 Tasdelen (5.). 1:1 Takahara (7.). 2:1 Lohkemper (HE, 38.). 2:2 Röser (HE, 84.).

Zuschauer: 2.141

Schiedsrichter: Maximilian Lotz (Köln).

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