Volley nur knapp vorbei
Nach ersten Unsicherheiten wurde der SVS kontrollierter und erarbeitete sich Chancen, ohne zunächst wirklich gefährlich zu werden. Die beste Möglichkeit der Anfangsphase hatte Mamutovic. Nach einem schön herausgespielten Angriff setzte sich Kolbe auf der rechten Seite durch und fand am zweiten Pfosten Mamutovic, dessen Volley nur knapp über die Latte strich (10.).
Wagner und Ramsak scheiterten mehrfach
Die nächste gute Möglichkeit bot sich Wagner, der im Strafraum gleich zweimal zum Abschluss kam. Zunächst wurde sein Versuch geblockt, danach zögerte der Angreifer einen Moment zu lange. In dieser Szene war mehr drin für den SVS (29.). Mitte der ersten Hälfte folgte eine Dreifachchance für die Gastgeber. Nach einem Freistoß von Tarnat aus dem linken Halbfeld kam Ramsak per Kopf zum Abschluss, doch der Mannheimer Torhüter parierte. Auch den Nachschuss von Wagner hielt er, ehe Ramsak den Ball ein weiteres Mal auf das Tor brachte und erneut am Schlussmann scheiterte (34.). Wenig später blieb Wagner ohne Fremdeinwirkung verletzt liegen und musste behandelt werden (36.). Für ihn ging es nicht weiter, Marvin Schulz kam in die Partie (38.).
Schneller hielt – Akmestanli traf
Kurz vor der Pause kam auch Mannheim noch einmal gefährlich vor das Tor. Nach einer Flanke von der Seite kam Pander frei zum Abschluss, doch Schneller parierte aus kürzester Distanz stark und bewahrte den SVS vor dem Rückstand (44.). In der Nachspielzeit belohnte sich der SVS dann doch noch für seinen Aufwand: Nach einer Freistoßflanke von Tarnat köpfte Akmestanli zur 1:0-Pausenfürhung ein (45.+1.).
Mannheim kam druckvoll aus der Kabine
Die erste gute Möglichkeit nach dem Seitenwechsel gehörte zunächst wieder dem SVS. Nach einem langen Defensivschlag von Tarnat war Mamutovic auf der linken Seite durch und versuchte anschließend, im Zentrum Herrmann zu bedienen. Das Zuspiel geriet allerdings etwas zu ambitioniert und wurde abgefangen (51.). Wenig später geriet der SVS unter Druck. Eine Hereingabe von rechts erwischte die Sandhäuser Abwehr auf dem falschen Fuß, doch Schneller war aufmerksam und parierte gleich zweimal stark (54.).
Ausgleich und Unterzahl
Der SVS wechselte in der 61. Minute erneut: Für Marvin Schulz kam Krauße in die Partie. Nur eine Minute später fiel der Ausgleich für den VfR Mannheim. Nach einem Freistoß aus dem linken Halbfeld klärte der SVS einen ersten Kopfball noch, doch den Abpraller setzte Marx mit einem strammen Schuss aus rund elf Metern direkt zum 1:1 ins Tor (62.). Als der bereits verwarnte Mamutovic im Mittelfeld ein weiteres Foul beging, sah er die zweite Gelbe Karte und musste den Platz verlassen (73.). Trotz Unterzahl kam der SVS noch einmal zu einer Umschaltsituation. Einen Konter über Kolbe konnte Herrmann mit dem Rücken zum Tor jedoch nicht verwerten (82.). Auf der Gegenseite war Schneller erneut gefordert und parierte. Für Herrmann kam Osee in die Partie (87.), ehe es in die Nachspielzeit ging, in der der SVS noch einmal eine brenzlige Situation überstehen musste: Schneller parierte stark gegen Kuhn (90.+2.). Damit blieb es beim 1:1, die Partie ging in die Verlängerung.
Sandhausen verteidigte – Akmestanli flog vom Platz
In der Verlängerung verteidigte der SVS mit großem Kraftaufwand, während Mannheim in Überzahl spielbestimmend wurde. Für Halbauer kam Pablo Zahnen Martinez in die Partie (105.).Trotzdem hatte der SVS die Mannheimer Offensive zunächst weiter gut im Griff, echte Chancen für die Gäste blieben in dieser Phase weitgehend aus. Allerdings gelang es auch Sandhausen kaum noch, selbst für Entlastung zu sorgen. Dann schwächte sich der SVS erneut selbst: Akmestanli sah die Gelb-Rote Karte und musste den Platz verlassen (110.).
Rückschlag und spätes Comeback
In der 115. Minute drehte Mannheim die Partie. Während Krauße nach einer Verletzungspause noch außerhalb des Feldes auf die Freigabe zum Wiederbetreten wartete, köpfte Rona nach einem Freistoß zum 1:2 ein. Der SVS gab sich dennoch nicht geschlagen. In der Schlussminute der Verlängerung stieß Kwabe Schulz nach vorn durch, legte quer auf Osee, der zum 2:2 ausglich (120.). Unmittelbar vor dem Ende der Verlängerung kam Luca de Meester noch für Kolbe in die Partie.
Aus elf Metern fehlte ein Treffer
Im Elfmeterschießen begann der SVS. Tarnat traf links oben, danach verwandelte Rona für Mannheim. Ramsak rutschte bei seinem Versuch weg und verschoss, ehe Schneller gegen Sentürk stark hielt. Kwabe Schulz verwandelte anschließend rechts unten, Krüger glich wieder aus. Gipson schoss danach über das Tor, Veselaj traf für Mannheim. De Meester verwandelte links unten, anschließend hielt Schneller auch gegen Esswein stark. Krauße traf links oben, Okwubor hielt Mannheim im Rennen. Als Zahnen Martinez vergab und Becker den letzten Versuch verwandelte, war das Aus des SVS besiegelt.
Stimme zum Spiel
SVS-Coach Olaf Janßen: "Das war natürlich ein Spiel, das alles geboten hat. Wir haben im ersten Durchgang klar verteidigt, den Gegner ferngehalten und hätten sicherlich Tore machen können oder müssen. Dann nimmt das Schicksal ein bisschen seinen Lauf mit Maxi Wagner, der in der 35. Minute vom Platz muss und uns einige Wochen fehlen wird. Dann gehen wir in Führung, endlich mal mit einer Standardsituation. Mit dem Anpfiff der zweiten Halbzeit waren wir noch nicht auf dem Platz, waren viel zu passiv und haben dann mit zwei aus meiner Sicht berechtigten Gelb-Roten Karten den Gegner eingeladen. Ich glaube, jeder im Stadion hat gesehen, dass die Mannschaft sich trotz doppelter Unterzahl nicht aufgegeben hat und sich dann in der letzten Minute belohnt. Das war natürlich einfach ein geiler Moment. Dennoch: Wir sind schlecht aus der Halbzeit rausgekommen und haben uns dann zwei unnötige Gelb-Rote Karten eingefangen. Am Ende ist nicht der Schiedsrichter verantwortlich, sondern wir.“
Statistik
SV Sandhausen: Schneller – Akmestanli, Kwabe Schulz, Ken Gipson – Mamutovic, Tarnat – Halbauer (Zahnen Martinez, 105.), Kolbe (de Meester, 120.) – Herrmann (Osee, 87.), Ramsak – Wagner (Marvin Schulz, 38., Krauße, 61.)
Tore: 1:0 Akmestanli (45.+1.), 1:1 Marx (62.), 1:2 Rona (115.), 2:2 Osee (120.)
Gelb-Rote Karten: Mamutovic (73.), Akmestanli (110.), Loviso (Direktor Sport, SVS)
Zuschauer: 1.188
