SV SANDHAUSEN

SVS unterliegt Homburg in Unterzahl

Der SV Sandhausen musste sich dem FC 08 Homburg im heimischen Stadion am Hardtwald mit 1:3 (0:1) geschlagen geben. Nach anfänglichen Vorteilen der Gäste kam der SVS besser in die Partie, musste ab der 22. Minute nach dem Platzverweis gegen Marco Kehl-Gomez jedoch in Unterzahl agieren. Trotz des zwischenzeitlichen 0:2 steckten die Sandhäuser nicht auf und verkürzten noch einmal, ehe Homburg kurz vor Schluss für die Entscheidung sorgte.

Im Tor begann Arthur Lyska, während Lukas Schneller auf der Bank Platz nahm. Die Viererkette bildeten Lukas Mazagg, Kwabe Schulz, Yannick Osee und Seyhan Yigit. Im Zentrum besetzten Marco Kehl-Gomez und Niklas Tarnat die Doppelsechs. Davor startete Mert Tasdelen auf dem linken Flügel, Arianit Ferati auf der Zehn und David Mamutovic auf der rechten Seite. Als einzige Spitze lief Tasos Leonidis auf.

SVS findet nach Homburger Beginn besser ins Spiel

Die Gäste hatten in den ersten Minuten mehr Spielanteile. Die erste Sandhäuser Gelegenheit gehörte jedoch Ferati. Nach einer Flanke über die aktive linke Seite nahm der Offensivspieler den Ball direkt, setzte seinen Volley allerdings klar über das Tor (8.). Nach rund zehn Minuten gestaltete der SVS die Partie ausgeglichener und übernahm anschließend zunehmend Spielanteile. Homburg brachte den Ball nach einem langen Zuspiel erstmals im Sandhäuser Tor unter, der Treffer zählte wegen einer Abseitsstellung jedoch nicht (21.).

Früher Platzverweis verändert die Partie

Nur eine Minute später folgte ein entscheidender Einschnitt. Kehl-Gomez brachte Schumann auf dessen Weg zum Tor zu Fall und sah die Rote Karte, obwohl noch zwei Sandhäuser Verteidiger mitgelaufen waren (22.). Zudem wurde Anthony Loviso, Direktor Sport, mit der Gelben karte verwarnt. In der Folge kam Homburg zu weiteren Möglichkeiten und die Partie wurde zunehmend hektischer.

Der SVS steckte trotz Unterzahl nicht auf. Leonidis erlief auf der linken Seite einen Ball und legte auf Mazagg zurück. Dessen präzise Flanke fand Mamutovic, dessen Kopfball nur knapp am Tor vorbeiging (33.).

Kurz darauf gingen die Gäste in Führung. Nach einer Flanke von rechts nahm El-Helwe den Ball direkt. Sein Abschluss wurde von Osee noch abgefälscht und landete, für Lyska nicht zu halten, zum 0:1 im Sandhäuser Tor (35.). Bis zur Pause gab es keine weiteren Höhepunkte.

Sandhausen bleibt offensiv

Zur Pause reagierte der SVS personell: Yanis Outman kam für Mamutovic ins Spiel (46.). Homburg hatte nach Wiederbeginn mehr Ballbesitz, Sandhausen suchte in Unterzahl dennoch weiter den Weg nach vorne und versuchte, Druck aufzubauen.

Eine große Chance auf das zweite Gästetor entstand nach einem Fehler im Sandhäuser Spielaufbau. El-Helwe profitierte davon und kam frei vor dem Tor zum Abschluss. Kwabe Schulz setzte ihn noch unter Druck, ehe der Ball knapp am Tor vorbeiging (57.).

Mit Tim Korzuschek für Tasdelen und Luka Vukoja für Leonidis brachte der SVS zwei weitere frische Kräfte (68.). Die Partie blieb hektisch. Homburg ließ seine Möglichkeiten zunächst ungenutzt, während die Sandhäuser weiter bemüht nach vorne spielten, daraus aber vorerst keinen Ertrag zogen.

Anschluss bringt den SVS noch einmal zurück

Nach einem Angriff über die rechte Sandhäuser Seite kam Schumann frei durch und ließ Lyska keine Abwehrchance – Homburg erhöhte auf 0:2 (75.). Kurz darauf wechselte der SVS erneut doppelt: Batu Akgöz ersetzte Ferati, Stefan Maderer kam für Tarnat (78.).

Die Wechsel zeigten unmittelbar Wirkung. Nach einer Kopfballablage von Maderer zog Vukoja stark ab und traf den linken Pfosten. Beim anschließenden Eckball von Korzuschek stieg Kwabe Schulz hoch und köpfte zum 1:2 ein (79.). Der SVS war anschließend am Drücker und warf in der Schlussphase alles nach vorne. Der Ausgleich gelang jedoch nicht. Stattdessen traf Kuhinja kurz vor Schluss aus dem Gewühl heraus zum 1:3-Endstand (89.). Der Treffer zählte, obwohl der Linienrichter zwischenzeitlich die Fahne gehoben hatte.

Stimmen zum Spiel

Anthony Loviso, Direktor Sport: „Wir wollten versuchen, das Spiel so lange wie möglich offen zu halten. Das ist schwer, wenn wir so lange in Unterzahl spielen. Solche Entscheidungen wie die Rote Karte tun in einer engen Liga natürlich weh, trotzdem müssen wir damit umgehen. Positiv war, dass die Mannschaft nicht aufgegeben und das Spiel trotz Unterzahl lange offengehalten hat. Wir müssen Spiele gewinnen, punkten und Stabilität reinbekommen."

Kevin Stotz, Cheftrainer: „Es ist eigentlich nicht meine Art, aber heute muss ich etwas sagen: Wir sitzen jetzt zum zweiten Mal hier und bekommen eine Rote Karte, mit der der Schiedsrichter großen Einfluss auf das Spiel nimmt. Das ist extrem ärgerlich. Für mich war es keine Rote Karte, und danach war es natürlich ein anderes Spiel. Trotzdem haben wir uns gut gewehrt, alles versucht und sind mit dem Pfostenschuss und dem Anschlusstreffer noch einmal zurückgekommen. Auch das dritte Homburger Tor war kurios, weil der Linienrichter zunächst die Fahne hebt und dann doch weiterspielen lässt. Unabhängig davon müssen wir es defensiv besser machen. Das habe ich oft angesprochen, und das ist aktuell unser größtes Problem. Jetzt müssen wir die Köpfe zusammenstecken und viel arbeiten.“

Arthur Lyska: „Die Rote Karte hat uns natürlich nicht in die Karten gespielt und war aus meiner Sicht strittig. Nach dem 0:2 haben wir aber noch einmal eine super Reaktion gezeigt und uns Chancen herausgespielt. Insgesamt kassieren wir die Tore leider zu einfach. Daran müssen wir arbeiten.“

Statistik

SV Sandhausen: Lyska – Mazagg, Schulz, Osee, Yigit – Kehl-Gomez, Tarnat (Maderer, 78.) – Tasdelen (Korzuschek, 68.), Ferati (Akgöz, 78.), Mamutovic (Outman, 46.) – Leonidis (Vukoja, 68.)

Tore: 0:1 El-Helwe (35.). 0:2 Schumann (75.). 1:2 Schulz (79.). 1:3 Kuhinja (89.)

Gelbe Karten: Ferati, Leonidis, Yigit, Loviso

Gelb-Rote Karte: Loviso (Direktor Sport, SVS)

Rote Karte: Kehl-Gomez (22.)

Schiedsrichter: Marcel Rühl

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