SV SANDHAUSEN
28.01.2018 13:30 Uhr

SVS schlägt Dresden 

Zwei Änderungen beim SVS, Gislason gibt Startelf-Debüt 

SVS-Coach Kenan Kocak ändert seine Anfangself im Vergleich zum Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt am vergangenen Dienstag auf zwei Positionen: Tim Kister und Rurik Gislason rücken für Julian Derstroff und José Pierre Vunguidica in die Startformation, die beide auf der Bank Platz nehmen. 

Erste Torgelegenheiten für Sandhausen 

Auf dem neu verlegten Rasen im BWT-Stadion am Hardtwald ist es der SVS, der ab der ersten Minute die Dresdner unter Druck setzt. Bereits im gegnerischen Strafraum laufen die Offensiven Daghfous, Zejnullahu und Gislason den Gegner an und zwingen ihn so zu Fehlpässen im Spielaufbau. In der neunten Minute kommt der SVS das erste Mal gefährlich vors Tor: Förster dringt vom Mittelfeld in den Strafraum ein, seine Flanke verpasst Gislason knapp. Nach der anschließenden Ecke köpft Kister den Ball Zentimeter übers Tor. In der 15. Minute versucht es Daghfous, der schon zu Beginn überall in der gegnerische Hälfte zu finden ist und häufig mit Gislason die Seiten wechselt, mit einem Fernschuss, der Gästekeeper Schubert aber vor keine Probleme stellt. 

Dresden ohne Durchschlagskraft, torloser Pausenstand 

Die Sachsen finden derweil kaum ins Spiel, probieren es mit langen Bällen auf die Außen, die Klingmann und Paqarada aber weitestgehend im Griff haben. In der 33. Minute kombinieren sich Förster und Klingmann von rechts an den Strafraum und legen quer auf Linsmayer, dessen Linksschuss um Haaresbreite am rechten Pfosten vorbeifliegt. Kurz vor der Pause probiert es Dresdens Röser mit einem Drehschuss aus 16 Metern, verfehlt das Ziel aber deutlich. Ansonsten hält die Sandhäuser Defensive die Schwarz-Gelben weit weg vom eigenen Kasten. Ausbaufähig ist dagegen das Konterspiel der Gastgeber, bei dem oft der letzte Pass fehlt, wodurch aussichtsreiche Chancen liegen gelassen werden. Beim Stande von 0:0 geht es in die Kabine. 

Dresden in Unterzahl, SVS drängt auf die Führung 

Nach dem Seitenwechsel geht es auf beiden Seiten ohne personelle Änderungen weiter. Und Durchgang zwei beginnt mit einem Paukenschlag: Fünf Minuten nach Wiederanpfiff trifft der bereits gelb-verwarnte Duljevic Tim Kister mit ausgestrecktem Bein im Brustbereich und sieht im Anschluss die Ampelkarte. Sandhausens variable Fünferkette agierte in der Folge noch offensiver und die Schwarz-Weißen setzen sich in der gegnerischen Hälfte fest, während Dresden tief steht und auf Konter lauert. Phasenweise befinden sich außer Schuhen sämtliche Spieler in der Hälfte der Gäste. Für den SVS werden die Räume dadurch folgerichtig enger, sodass erst in der 70. Minute der nächste Torschuss erfolgt. Zejnullahus Schuss stellt Schubert aber vor keine größere Herausforderung. 

Kocak wechselt offensiv, Linsmayer bricht den Bann 

Kocak reagiert und bringt kurz darauf mit Richard Sukuta-Pasu einen weiteren Stürmer. Für ihn verlässt Förster den Platz. In der 78. Minute versucht es Karl aus der Distanz – ebenfalls ohne Erfolg. In derselben Minute tauscht Kocak erneut und bringt auf der linken Seite Derstroff für Gislason. In der 80. Spielminute gelingt es dem SVS dann schließlich doch, den Dresdner Abwehrriegel zu knacken: Zejnullahu setzt den mitgelaufenen Klingmann auf der rechten Seite ein, der die Kugel in den Rücken der Abwehr legt, wo Linsmayer freistehend das Runde unbedrängt ins Eckige grätscht. Das hochverdiente 1:0 für die Gastgeber! 

Aufregende Schlussphase 

Die letzten fünf Minuten bieten dann nochmals Torgelegenheiten auf beiden Seiten. Zunächst ist es der eingewechselte Richard Sukuta-Pasu, der nach einer feinen Kombination über Zejnullahu aus knapp fünf Metern artistisch über das Tor schießt. Auf der Gegenseite rettet Torhüter Marcel Schuhen den SVS mit einer sensationellen Parade: Dresdens Manuel Konrad kommt nach einem Freistoß zum Kopfball, doch der SVS-Keeper macht sich lang und hält die Führung fest. In der zweiminütigen Nachspielzeit kommt dann der SVS erneut gefährlich vor das Dresdner Tor, als nach einem Konter Derstroff in die Mitte legt, wo Markus Schubert gerade noch das Eigentor von Florian Ballas verhindert. Quasi mit dem Schlusspfiff kommt Dresden nochmals gefährlich vors SVS-Tor: Zunächst rettet Karl nach einem Kreuzer-Freistoß auf der Linie, ehe der Nachschuss von Ballas den eigenen Mann trifft und so den Ausgleich verhindert. Letztlich kann der SVS das Strafraumgetümmel klären und den Sieg eintüten. 

Für den SVS geht es bereits am kommenden Freitag, den 02. Februar, weiter. Die Mannschaft von Kenan Kocak reist dann zum Spitzenreiter nach Düsseldorf. 

SV Sandhausen: Schuhen – Kister, Karl, Knipping – Klingmann, Paqarada – Linsmayer, Förster (72' Sukuta-Pasu) – Daghfous (C), Zejnullahu (90‘ Jansen) – Gislason (78' Derstroff) 

SG Dynamo Dresden: Schubert – Seguin (86' Aosman), Franke, Ballas (C), Heise – Konrad, Hauptmann – Berko (73' Kreuzer), Duljevic – Mlapa, Röser 

Tore: 1:0 Linsmayer (80‘) 

Zuschauer: 6.234 Besondere 

Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte: Duljevic (54')

Die Stimmen nach der Partie SV Sandhausen – SG Dynamo Dresden:

Otmar Schork: „Wir setzten genau das fort, was uns schon in den letzten Spielen immer ausgezeichnet hat. Wir standen defensiv stabil und kompakt und hatten schon im ersten Durchgang die besseren Möglichkeiten. In der zweiten Halbzeit haben wir weiterhin ballsicher agiert und das Spiel dominiert. Verdientermaßen sind wir dann auch in Führung gegangen, haben aber vergessen, den Sack zuzumachen. Somit wurde es in der Nachspielzeit durch die einzige Chance der Dresdner noch einmal unnötig spannend. Daran müssen wir arbeiten, bevor wir nächsten Freitag nach Düsseldorf fahren.“ 

Kenan Kocak: „Es war für uns das erwartet schwere Spiel. Schon die Aufstellung von Dynamo hatte uns überrascht. Die erste halbe Stunde war sehr von Taktik geprägt, mit den besseren Chancen auf unserer Seite. Eine gelb-rote Karte bedeutet für die Mannschaft in Überzahl nicht immer unbedingt einen Vorteil. Dresden hat das zu zehnt gut gemacht. Wir wollten weiter geduldig spielen und haben zum perfekten Zeitpunkt das 1:0 gemacht. Wir müssen unbedingt den Instinkt entwickeln, die anschließenden Konterchancen erfolgreich zu Ende zu spielen. Es kann nicht sein, dass wir in der letzten Minute noch einmal zittern müssen.“ 

Denis Linsmayer: „Wir haben auch nach dem Platzverweis nicht die Geduld verloren, sondern weiter versucht, über die Außen nach vorne zu spielen. Beim Tor hat das dann super geklappt, Klinge spielt den Ball in den Rückraum und ich muss nur noch das lange Bein machen. Ich hatte zuvor schon zwei Möglichkeiten und deshalb das Gefühl, dass ich heute dran bin. Und das hat mich ja zum Glück nicht getäuscht. Wir wollen weiterhin schnellstmöglich die 40 Punkte holen und dann sehen wir weiter. Wenn Sie mich fragen, ob ich mir beim Blick auf die Tabelle die Augen reiben müsste, dass sage ich ganz klar nein. Das ist der Lohn unserer harten täglichen Arbeit.“ 

Rurik Gislason: „Nach einem Sieg ist man erst einmal immer glücklich. Es war ein schwieriges Spiel, immerhin habe ich schon lange keines mehr von Anfang an gemacht. Ich war glücklich über den Platz in der Startelf und habe versucht, 100 Prozent zu geben. Wir müssen weiterarbeiten und unser Ziel im Blick behalten.“ 

Philipp Klingmann: „Klar hat uns die Rote Karte ein Stück weit in die Karten gespielt, da wir nun in Überzahl unser Spiel aufziehen konnten. Trotzdem war der Sieg letzten Endes verdient. Eigentlich schaue ich momentan nicht gerne auf die Tabelle. Wenn man zwei Spiele gewinnt, steht man auf einmal oben, wenn man zwei Spiele verliert, findet man sich schnell ganz unten wieder. Am Freitag wartet mit Düsseldorf eine absolute Topmannschaft. Wir befinden uns zwar in der Außenseiterrolle, andererseits spiel Düsseldorf zu Hause und muss gewinnen. Das Trainerteam wird uns wie immer optimal vorbereiten und dann schauen wir mal, was drin sein wird.“

 

SV Sandhausen - SG Dynamo Dresden (1:0)

SV SandhausenSG Dynamo Dresden
Die Aufstellungen am 28.01.2018 13:30 Uhr
Schuhen - Kister - Karl - Knipping - Klingmann - Paqarada - Linsmayer - Förster (72. Sukuta-Pasu) - Daghfous - Zejnullahu (90. Jansen) - Gislason (78. Derstroff)Schubert - Seguin (86. Aosman) - Ballas - Franke - Heise - Konrad - Hauptmann - Duljevic - Berko (73. Kreuzer) - Mlapa - Röser
Auf der Auswechselbank
Wulle, Seegert, Sukuta-Pasu, Vunguidica, Stiefler, Jansen, DerstroffWiegers, Kreuzer, Benatelli, Aosman, Müller, Müller, Horvath
Die Trainer
Kenan KocakUwe Neuhaus
So fielen die Tore
80. Denis Linsmayer 1:0-
Schiedsrichter
unbekannt
Zuschauer
6234
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