SV SANDHAUSEN

Vortrag am Hardtwald-Campus: Doping durch Hustensaft?

Nationale Anti-Doping-Agentur zu Gast beim SVS-Nachwuchs – Warnung vor scheinbar harmlosen Medikamenten

 

Kopfschmerztabletten, Antiallergika oder Hustensaft – die Liste an vermeintlich unbedenklichen Arzneimitteln, die für einen positiven Dopingtest sorgen können, ist lang. So lang, dass man als Leistungssportler kaum den Überblick behalten kann. „Deshalb haben wir als Nationale Anti-Doping-Agentur eine App entwickelt, mit der ihr jedes Medikament oder Nahrungsergänzungsmittel schnell überprüfen könnt“, so Tilia Udelhoven bei ihrem Vortrag am Hardtwald-Campus Anfang November. Dort klärte sie die Spieler unserer U15 und U16 über die sportlichen und gesundheitlichen Folgen von Doping auf.

Udelhoven, ehemalige Leistungssportlerin und studierte Sportwissenschaftlerin, weiß, wovon sie spricht. Als Siebenkämpferin wurde sie selbst einmal von der Anti-Doping-Agentur ermahnt – weil sie vergessen hatte, ihren damaligen Aufenthaltsort anzugeben. Seitdem weiß sie: „Stolperfallen lauern überall, egal ob beim Arzt, im Supermarkt oder bei rezeptfreien Medikamenten. Hier gilt es, aufmerksam zu sein und im Zweifelsfall lieber einmal mehr nachzufragen.“

Unwissenheit schützt nicht vor Strafe

Denn ein positiver Dopingtest kann für viele Sportler verheerende Konsequenzen haben – von einer mehrjährigen Sperre bis zum Karriereende. Da helfe es auch nicht, wenn man sich auf die eigene Unwissenheit berufe: „Als Leistungssportler müsst ihr wissen, was ihr zu euch nehmt", so Udelhoven zu den Nachwuchskickern. "Unkenntnis schützt in diesem Falle nicht vor eine Strafe“.

Doch auch gegenüber erlaubten Medikamenten sei Vorsicht geboten: „Wer regelmäßig Schmerzmittel einnimmt, um spielen oder trainieren zu können, kann schnell eine körperliche oder mentale Abhängigkeit entwickeln und seinen Körper nachhaltig schädigen“, weiß die ehemalige Leichtathletin. Zudem werde durch regelmäßigen Schmerzmittelkonsum die natürliche Schmerzgrenze immer wieder überschritten. Vor diesem Hintergrund nimmt Udelhoven auch die Mannschaftstrainer in die Pflicht: „Die Trainer müssen in dieser Hinsicht Vorbild sein und im Zweifelsfall einen angeschlagenen Spieler aus dem Kader nehmen – auch, wenn das den kurzfristigen Erfolg gefährden mag“.

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